Ägypten
Sterben für das Volk: Ägyptisches Militär gibt sich martialisch

Der Machtkampf zwischen den ägyptischen Streitkräften und dem islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi steuert auf eine Entscheidung zu. Sowohl Präsident Mursi wie auch das Militär sprechen von einem Kampf auf Leben und Tod.

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Ägyptische Soldaten in Kairo

Ägyptische Soldaten in Kairo

Keystone

Das ägyptische Militär erklärte sich bereit, zur Verteidigung des Landes gegen "Terroristen" und Extremisten ihr Leben zu lassen. In einer Erklärung auf der Facebook-Seite des Obersten Rates der Streitkräfte hiess es am Mittwoch, Armeechef Abdel Fattah al-Sisi habe gesagt, es sei "ehrenhafter für uns zu sterben, als das ägyptische Volk terrorisiert und bedroht zu sehen".

In dem Text mit der Überschrift "Die letzten Stunden" hiess es weiter: "Wir schwören bei Gott, dass wir unser Blut für Ägypten und sein Volk opfern werden - gegen alle Terroristen, Extremisten und Unwissenden."

Präsident Mursi hatte die Armee zuvor aufgefordert, ihr am Mittwochnachmittag auslaufendes Ultimatum zur Lösung des derzeitigen Konflikts in Ägypten zurückzunehmen. Mursi ist nach den Worten seines Sprechers ebenfalls entschlossen, notfalls im Kampf für die Demokratie zu sterben. Der Präsident wolle nicht von der Geschichte verurteilt werden, liess der Sprecher ausrichten.

Sexuelle Übegriffe gegen Frauen

Bei den jüngsten Demonstrationen auf dem Kairoer Tahrir-Platz hat es nach Angaben einer US-Menschenrechtsorganisation innerhalb weniger Tage mehr als 90 sexuelle Übergriffe gegen Frauen gegeben.

Die Angriffe folgen Human Rights Watch zufolge jeweils einem ähnlichen Muster: Eine Gruppe junger Männer macht eine Frau ausfindig, kreist sie ein, attackiert sie, reisst ihr die Kleider vom Leib oder vergewaltigt sie. In einigen Fällen wird das Opfer fortgeschleift, die Gewalttaten gehen dann an einem anderen Ort weiter.

Zu den ersten Opfern eines sexuellen Angriffs auf dem Tahrir-Platz gehörte im Februar 2011 die Korrespondentin des US-Fernsehsenders CBS, Lara Logan. Im November 2011 wurde eine Journalistin des Senders France 3 während einer Demonstration auf dem Tahrir-Platz geschlagen und sexuell angegriffen.

Banken geschlossen

Die ägyptische Zentralbank hat am Mittwoch laut Staatsfernsehen die Schliessung aller Geldinstitute im Land angeordnet. Am Donnerstag sollen sie aber mehrere Stunden wieder öffnen. Die Zeitung "Al-Ahram" berichtete in ihrer Online-Ausgabe, dass die Banken dann zwischen 8.30 Uhr und 13.00 Uhr öffnen sollten.

Demnach sollten auch die Einschränkungen bei Geldtransfers ins Ausland aufrechterhalten bleiben, die seit dem Arabischen Frühling und dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak im Februar 2011 bestehen. So können Auslandsüberweisungen bei Beträgen von mehr als 100'000 US-Dollar nicht ohne weiteres getätigt werden.