Sicherheitslandung
Swiss-LX40 in Arktis gelandet: Passagiere mussten 11 Stunden in Kabine ausharren

Swiss-Flug LX40 von Zürich nach Los Angeles musste gestern wegen technischen Problemen in Iqaluit in der Arktis landen. Aufgrund einer Störungsmeldung hatte sich das linke Triebwerk automatisch abgeschaltet, wie die Schweizer Airline mitteilt.

Kian Ramezani
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Ein Airbus A380 bei Kaltwetter-Tests am Flughafen Iqaluit (Bild vom Februar 2007).

Ein Airbus A380 bei Kaltwetter-Tests am Flughafen Iqaluit (Bild vom Februar 2007).

Northern Pix/Flickr

Um die gestrandeten Passagiere und Besatzung abzuholen, wurde Swiss-Flug LX15 von New York nach Zürich am Donnerstag Morgen gestrichen und stattdessen nach Iqaluit entsandt. Die Landung erfolgte in den frühen Morgenstunden. Der Abflug nach New York, wo die Passagiere nach Los Angeles umsteigen können, ist inzwischen erfolgt.

Insgesamt mussten Passagiere und Crew 11,5 Stunden in der Kabine ausharren. «Wir haben uns um Übernachtungsmöglichkeiten in Iqaluit bemüht, diese standen aber nicht im uns erhofften Ausmass zur Verfügung», sagt Swiss-Sprecherin Meike Fuhlrott auf Anfrage. Um den Betroffenen die extreme Kälte beim Aussteigen (-30 Grad!) zu ersparen, entschied man sich auch gegen einen Aufenthaltsraum im Terminal.

Wie lange mit nur einem Triebwerk?

Mehrere watson-User wunderten sich über die Landung in der Arktis, da die Boeing 777-300ER über eine sogenannte ETOPS-Zertifizierung verfügt. ETOPS steht für Extended-range Twin-engine Operational Performance Standards und regelt, wie lange eine zweimotorige Maschine nach dem Ausfall eines Triebwerks weiterfliegen darf.

«Swiss hat eine 180 Minuten ETOPS-Zulassung, aber wenn bei einem zweimotorigen Flugzeug ein Triebwerk ausfällt, ist keine Redundanz mehr vorhanden. Daher ist empfohlen, solche ETOPS-Limiten nicht auszureizen und den nächsten vernünftigen Flughafen anzusteuern», erklärt Fuhlrott gegenüber watson.

Iqaluit ist ein Ausweichflugplatz, auf dem Flugzeuge wegen unvorhergesehener Probleme landen können. Bei LX40 handelte es sich laut Swiss um eine Sicherheitslandung. Eine solche liegt vor, wenn sich der Pilot für eine Landung entscheidet, um eine drohende Notlage zu vermeiden. Die drohende Notlage wäre im vorliegenden Fall da, wenn auch das zweite Triebwerk ausfällt. Dann käme es zur Notlandung.