SYDNEY: Australien kündigt Referendum über Homoehe an

In Australien soll im Fall einer Wiederwahl der Regierung noch in diesem Jahr ein Referendum über die Einführung der Homoehe stattfinden. Die Parlamentswahl findet wahrscheinlich im Herbst statt.

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Ein homosexuelles Paar lässt sich trauen. (Bild: Keystone (Symbolbild))

Ein homosexuelles Paar lässt sich trauen. (Bild: Keystone (Symbolbild))

«Wird die Regierung wiedergewählt, wird es eine Volksabstimmung geben», sagte Generalstaatsanwalt George Brandis am Sonntag im Fernsehsender Sky News. «Die Gleichstellung homosexueller Menschen ist ein Grundwert der modernen australischen Gesellschaft», zeigte sich Brandis überzeugt.
 
Wie Brandis ist auch Premierminister Malcolm Turnbull ein entschiedener Befürworter der Homoehe. Am Samstag wohnte Turnbull als erster Regierungschef des Landes der jährlichen Mardi-Gras-Parade bei, mit der für die Einführung der Homoehe und gegen Homophobie im Sport demonstriert wird.
 
An dem farbenprächtigen Festumzug mit mehr als 170 Wagen durch die Innenstadt von Sydney beteiligten sich tausende Schwule und Lesben, darunter auch ausländische Prominenz wie die österreichische Eurovisions-Siegerin Conchita Wurst. Erstmals mit dabei waren auch Festwagen der Olympischen und Paralympischen Teams sowie der Nationalen Rugby-Liga.
 
«Es gibt so viele Leute, die mit dieser Frage kämpfen», sagte der frühere Rugby-Spieler Paul Langmack. «Wenn ein Spiel wie das unsere sagen kann, dass es okay ist, der Mensch zu sein, der man ist, kann das vielleicht zum Wohlergehen beitragen und helfen, die Suizidraten zu verringern.»
 
Die Parade hatte sich aus einer von Gewalt überschatteten politischen Demonstration im Jahr 1978 entwickelt und fand zum 38. Mal statt. Damals wurden viele Protestteilnehmer geschlagen und festgenommen. Im vergangenen Jahr entschuldigte sich das Parlament des Bundesstaats New South Wales offiziell dafür, wie die Demonstranten seinerzeit behandelt worden waren.

sda