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Syrien-Konflikt: Die Ohnmacht des Westens

Korrespondent Michael Wrase über den geringen Einfluss des Westens im Syrien-Konflikt.
Michael Wrase, Limassol
Michael Wrase

Michael Wrase

«Niemand wird dieses Mal Eure Schreie hören», prophezeite der Kommandant der syrischen «Tiger»-Elite­einheiten, als er am letzten Sonntag den Angriff auf Ost-Ghuta befahl. Doch das stimmt nicht ganz. Gehört hat der Westen die Schreie der in der letzten Rebellenhochburg bei Damaskus eingeschlossenen Zivilisten schon. Doch die Menschen im Westen können nichts anderes tun, als ohnmächtig zurückschreien, die Hilferufe aus Ost-Ghuta verstärken.

Den Menschen in den Oasen­gebieten vor den Toren der syrischen Hauptstadt ist damit aber nicht geholfen. Weder die USA oder eine europäische Militärmacht wird es wagen, in Ost-Ghuta zu intervenieren, einen Konflikt mit Russland zu riskieren, das die Region um Damaskus als seinen «mili­tärischen Hinterhof» betrachtet. Die Truppen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad halten unbeirrt an ihrem Ziel fest, ganz Syrien zurückzuerobern. Selbst Flammenwerfer kommen in Ost-Ghuta ­inzwischen zum Einsatz. Die Botschaft ist klar: Erst wenn die Rebellen kapitulieren, hört die verheerende Belagerung auf. Schon Dutzende Male war das Assad-Regime mit dieser menschenverachtenden ­Strategie erfolgreich. Und es wird es auch dieses Mal sein.

Westliches Flehen um eine Waffenruhe wird in Damaskus und Moskau auf taube Ohren stossen, weil man den Ab­sichten der Rebellen zu Recht misstraut. Um die Zivilisten in Ost-Ghuta zu retten, wäre eine politische Lösung nötig, welche den Aufständischen einen gesichtswahrenden Ausweg ermöglicht. Mit westlicher Beteiligung. Realistisch ist eine solche aber kaum. Mit Assad als Sieger wird man sich vorerst wohl abfinden müssen.

Michael Wrase, Limassol

nachrichten@luzernerzeitung.ch

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