Taiwan-Newsblog
Nancy Pelosi verteidigt Trip nach Taiwan ++ China und Taiwan halten neue Militärübungen ab

Alle Neuigkeiten und Reaktionen zum Konflikt um Taiwan erfahren Sie in unserem Newsblog.

Online-Redaktion
Drucken

Das Wichtigste in Kürze

  • Nachdem China nach ihrem Besuch in Taiwan Sanktionen gegen Nancy Pelosi verhängt hat, hat die Politikerin sich dazu geäussert und ihre Reise mit den Worten «Ja, es hat sich gelohnt», verteidigt.
  • Die chinesischen Manöver um die demokratisch regierte Inselrepublik Taiwan sind am Donnerstag mit Schiessübungen voll angelaufen. Taiwans Verteidigungsministerium teilte in der Hauptstadt Taipeh mit, die nationalen Streitkräfte seien in Kampfbereitschaft.
  • Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ist am Dienstagabend in Taiwan gelandet. Ihr Besuch hat die Spannungen um Taiwan verschärft.
  • Nach Russlands Angriff auf die Ukraine wächst weltweit die Sorge, dass China auf ähnliche Weise versuchen könnte, die demokratische Insel zu erobern. Eine militärische Auseinandersetzung hätte massive Auswirkungen auf die globale Wirtschaft.

Pelosi verteidigt ihren Trip nach Taiwan

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat ihren Besuch in Taiwan trotz der massiven Spannungen mit China verteidigt. «Ja, es hat sich gelohnt», sagte die 82-Jährige, die in der vergangenen Woche nach Asien gereist war, dem US-Sender NBC am Dienstag in einem Interview. «Das, was die Chinesen jetzt tun, ist das, was sie immer tun», sagte sie mit Blick auf neue Militärmanöver in der Strasse von Taiwan. Die Demokratin sagte, sie habe «überwältigende parteiübergreifende Unterstützung» für ihren Besuch erfahren.

Nach Einschätzung Pelosis befindet sich Chinas Staats- und Regierungschef Xi Jinping in einer «schwierigen Lage». Er habe Probleme mit seiner Wirtschaft, ausserdem wolle er wiedergewählt werden. «Er verhält sich wie ein ängstlicher Tyrann.» (dpa)

China und Taiwan halten neue Militärübungen ab

Als Zeichen anhaltender Spannungen haben sowohl China als auch Taiwan weitere Manöver abgehalten. Das chinesische Militär setzte am Dienstag seine bereits seit Tagen andauernden «kampforientierten» Übungen fort, wie chinesische Staatsmedien berichteten.

Vor dem Hintergrund des militärischen Drucks Chinas begann auch Taiwan am Dienstag mit einem eigenen Manöver, das jedoch bereits seit längerer Zeit angekündigt war. Bei der Artillerie-Übung an der taiwanischen Küste wurden Schüsse mit scharfer Munition abgegeben, wie das taiwanische Fernsehen berichtete.

Das taiwanesische Militär hat eine Übung mit scharfer Munition abgehalten, um die Verteidigung des Landes gegen eine chinesische Invasion zu simulieren.

Das taiwanesische Militär hat eine Übung mit scharfer Munition abgehalten, um die Verteidigung des Landes gegen eine chinesische Invasion zu simulieren. 

Keystone

Das Manöver wurde demnach in der Nähe eines Gebiets abgehalten, das in den vergangenen Tagen auch von den Chinesen als Übungszone deklariert worden war. Das taiwanische Manöver war bereits im Juli angekündigt worden, noch bevor die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, vergangene Woche gegen den Widerstand Pekings nach Taipeh reiste.

Taiwans Aussenminister Joseph Wu verurteilte die Ausweitung der chinesischen Manöver in der Nähe von Taiwan. «Chinas wahre Absicht hinter diesen militärischen Übungen ist es, den Status quo in der Strasse von Taiwan und der gesamten Region zu ändern», sagte Wu am Dienstag. Die grossangelegten militärischen Übungen, Raketenstarts und Cyberangriffe hätten auch das Ziel, die öffentliche Moral auf der Insel zu schwächen. (dpa)

Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums irritiert auf Twitter

Die ranghohe Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums, Hua Chunying, schreibt auf Twitter, dass Taiwan zu China gehöre. Nicht überraschend, doch ihr Argument ist es: In der taiwanischen Hauptstadt Taipeh habe sie über hundert Restaurants mit der klassischen chinesischen Küche gezählt.

Ausserdem teilt sie einen Tweet eines CNN-Interviews mit «Pink Floyd»-Mitgründer Roger Waters. Darin sagt der Musiker unter anderem: «Taiwan ist Teil von China. Das ist von der ganzen internationalen Gemeinschaft akzeptiert. Wenn man das nicht weiss, liest man nicht genug.» Twitter ist in China verboten. (zen)

China verlängert Manöver - «Warnung an USA und Taiwan»

Mit einer Verlängerung der Manöver rund um Taiwan hat China die Spannungen um die demokratische Inselrepublik weiter angeheizt. Ungeachtet der ursprünglichen Ankündigungen, wonach die «Kampfübungen» in der Luft und zur See am Sonntag zu Ende sein sollten, dauerten sie am Montag noch an. 

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking, Wu Qian, bezeichnete die Manöver als «notwendige Warnung an die USA und Taiwan». Es sei eine «angemessene» Reaktion auf deren «Provokationen». Die Spannungen seien «bewusst» von den USA geschaffen worden.

Drei Mirage 2000-5-Kampfjets der taiwanesischen Luftwaffe rollen vor dem Start auf einem Luftwaffenstützpunkt in Hsinchu.

Drei Mirage 2000-5-Kampfjets der taiwanesischen Luftwaffe rollen vor dem Start auf einem Luftwaffenstützpunkt in Hsinchu. 

Keystone

«Chinas Militäroperationen dauern an», bestätigte Taiwans Militär. Ein Sprecher sagte in Taipeh, die Streitkräfte der demokratischen Inselrepublik würden eine angemessene Antwort geben. 

Taiwans Militär berichtete, dass chinesische Flugzeuge allein am Sonntag 66 Einsätze geflogen seien. Dabei hätten 22 Flugzeuge die inoffizielle, aber bisher meist respektierte Mittellinie der Taiwanstrasse überquert. Auch hätten 14 Kriegsschiffe in der Meerenge an den Manövern teilgenommen. Taiwans Streitkräfte hätten die Bewegungen eng verfolgt und über Funk auch Warnungen ausgesprochen.

In anderen Seegebieten im Norden im Golf von Bohai und im Gelben Meer sowie im Süden im Südchinesischen Meer vor der Küste der Provinz Guangdong plant Chinas Militär diese Woche weitere Manöver. Auch Taiwan hat für Dienstag und Donnerstag im Süden Schiessübungen der Artillerie im Rahmen von jährlichen Übungen angekündigt. (dpa)

Lesen Sie hier mehr zum Thema:

Auch am Montagmorgen: China setzt Manöver um Taiwan überraschend fort

Ungeachtet seiner anfänglichen Ankündigung, dass die chinesischen Manöver um Taiwan am Sonntag eigentlich enden sollten, hat die Volksbefreiungsarmee die Übungen am Montag fortgesetzt. Wie Chinas Staatsfernsehen berichtete, hätten sich die Kampfübungen in der Luft und See der Meerenge der Taiwanstrasse auf «gemeinsame Einsätze gegen Unterseeboote und zum Angriff auf See konzentriert».

Bei der Ankündigung der Manöver am vergangenen Dienstag hatte China ursprünglich einen Abschluss am Sonntag in Aussicht gestellt. Bisher wurde allerdings kein formelles Ende mitgeteilt. Einige chinesische Kommentatoren hatten vielmehr geäussert, dass die Militärübungen regelmässig stattfinden und eine neue Normalität werden könnten.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Wu Qian, bezeichnete die Manöver am Montag als «notwendige Warnung» an die USA und Taiwan. Es sei eine «angemessene» Reaktion auf deren «Provokationen». Die Spannungen seien «bewusst» von den USA geschaffen worden, indem die Vorsitzende des amerikanischen Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, gegen den Widerstand aus Peking nach Taipeh gereist sei. (dpa)

China setzt Manöver um Taiwan fort

China hat seine grossangelegten Manöver um Taiwan am Sonntagmorgen fortgesetzt. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen verurteilte die Übungen als «unverantwortliche Bedrohung» nicht nur in der Meerenge der Taiwanstrasse, sondern auch für die ganze Region. Wie Taiwans Militär in Taipeh berichtete, hätten sich allein am Vortag 20 chinesische Militärflugzeuge und 14 Kriegsschiffe an den Übungen beteiligt.

China setzt seine Manöver fort, Taiwan verteidigt seine Sicherheit. (Symbolbild).

China setzt seine Manöver fort, Taiwan verteidigt seine Sicherheit. (Symbolbild).

Keystone

Auch wurden wieder chinesische Drohnen über der vorgelagerten taiwanischen Insel Kinmen beobachtet, die nur zehn Kilometer von der Hafenstadt Xiamen an der chinesischen Küste entfernt liegt. Seit den 50er Jahren hatte es nach Angaben von Experten keinen Überflug der auch Quemoy genannten Insel gegeben.

Auf dem Höhepunkt der Manöver am Donnerstag hatte Chinas Luftwaffe nach Angaben des östlichen Kommandos der Volksbefreiungsarmee mehr als 100 Einsätze mit Kampfjets, Bombern, Frühwarn- und Tankflugzeugen sowie anderen Militärmaschinen geflogen. Auch wurden elf ballistische Raketen vom Festland gestartet. Eine davon flog nach Presseberichten nahe der Hauptstadt und damit erstmals direkt über Taiwan.

Taiwans Präsidentin schrieb auf Facebook, die Streitkräfte des Landes an der Frontlinie schützten weiter die nationale Sicherheit, während das diplomatische Team die internationale Gemeinschaft über Taiwans Entschlossenheit unterrichte, seine Souveränität, Demokratie und Freiheit zu verteidigen. (dpa)

Taiwans Militär: China «simuliert» Angriff auf Insel

Bei den Manövern um Taiwan hat die chinesische Volksbefreiungsarmee am Samstag nach Einschätzung des taiwanischen Militärs einen Angriff auf die Insel «simuliert». Wie das Verteidigungsministerium in Taipeh berichtete, operierten zahlreiche Militärflugzeuge und Kriegsschiffe am Morgen in der Nähe Taiwans. Einige von ihnen hätten die inoffizielle, aber meist von beiden Seiten respektierte Mittellinie in der Meerenge der Taiwanstrasse überquert, die das Festland und die Insel trennt.

Als Reaktion habe Taiwans Militär Flugzeuge geschickt, Warnungen über Funk geschickt und Raketenabwehrsysteme mobilisiert, um die chinesischen Militärmaschinen zu verfolgen.(dpa)

Blinken in Manila: China nutzt Pelosis Besuch in Taiwan als Vorwand

US-Aussenminister Antony Blinken hat China vorgeworfen, den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan zu benutzen, um die Spannungen um die demokratische Insel zu eskalieren. Peking habe bereits in den vergangenen Jahren «zunehmend destabilisierende und potenziell gefährliche Aktionen in Bezug auf Taiwan durchgeführt», sagte Blinken am Samstag bei einem Besuch auf den Philippinen. Die Änderung des Status quo in der Meerenge der Taiwanstrasse gehe von Peking aus, nicht von den Vereinigten Staaten, erklärte Blinken mit Blick auf die chinesischen Raketentests und Militärübungen in der Nähe von Taiwan.

Blinken sprach von einem «totalen Missverhältnis» zwischen Pelosis friedlichem Besuch einerseits und Chinas eskalierenden Militärmanövern andererseits. Unter anderem habe Peking elf ballistische Raketen abgeschossen, darunter fünf, die nach Angaben Japans im Meer ganz in der Nähe der japanischen Küste gelandet seien. Blinken hatte bereits in den vergangenen Tagen bei einem Treffen der Aussenminister des südostasiatischen Staatenbundes Asean im kambodschanischen Phnom Penh das Verhalten Chinas scharf kritisiert.

Auf den Philippinen traf er unter anderem mit dem neuen Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. zusammen. Die USA wollten mit dem Inselstaat eng zusammenarbeiten und die Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter vertiefen. «Unser Bündnis ist stark», sagte Blinken in Manila mit Blick auf einen 1951 verabschiedeten Verteidigungspakt zwischen beiden Ländern, der eine gegenseitige militärische Beistandsverpflichtung im Falle eines externen Angriffs vorsieht. «Wir sind dem gegenseitigen Verteidigungsvertrag verpflichtet, und wir sind entschlossen, mit Ihnen an gemeinsamen Herausforderungen zu arbeiten», sagte Blinken nach einem Treffen mit dem philippinischen Präsidenten im Malacañang-Palast.

Marcos Jr. betonte, die jüngsten regionalen und globalen Spannungen wie der Besuch Pelosis in Taiwan und der Krieg in der Ukraine hätten die Bedeutung der Beziehung zwischen Manila und Washington noch weiter hervorgehoben. «Ich hoffe, dass wir diese Beziehung angesichts all der Veränderungen, deren Zeuge wir werden, weiterentwickeln werden», so der neue Präsident. ((dpa)

Chinas Flugzeuge und Kriegsschiffe testen Taiwans Verteidigung

China hat seine grossangelegten Manöver um Taiwan am Samstag fortgesetzt. Chinesische Militärflugzeuge und Kriegsschiffe stellten die taiwanischen Streitkräfte weiter auf die Probe. Allein am Vortag hatte die chinesische Volksbefreiungsarmee eine «Rekordzahl» von 68 Militärmaschinen und 13 Marineschiffe in Gewässer nahe der demokratischen Inselrepublik geschickt, wie das Aussenministerium in Taipeh berichtete.

Viele von ihnen hätten auch die inoffizielle, aber bislang von beiden Seiten meist respektierte Mittellinie in der 130 Kilometer breiten Meerenge der Taiwanstrasse überquert, die das Festland und Taiwan trennt. Taiwans Aussenminister Jason Wu verurteilte «diese gefährliche militärische Eskalation der militärischen Bedrohung, die Frieden und Stabilität in der Region zerstört», wie es in einem Tweet hiess. ((dpa)

USA kritisieren Chinas Reaktion auf Pelosis Besuch in Taiwan

Die US-Regierung hat scharfe Kritik an der chinesischen Reaktion auf den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan geübt. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, nannte die Schritte am Freitag bei einer Telefonschalte mit Journalisten «unverantwortlich» und «eine Überreaktion der Chinesen». Unverständnis zeigte Kirby unter anderem darüber, dass die Chinesen den Dialog über Klimaschutz mit den USA gestoppt haben. «Sie glauben, dass sie uns bestrafen, indem sie diesen Kanal schliessen. In Wirklichkeit bestrafen sie die ganze Welt, denn die Klimakrise kennt keine geografischen Grenzen.»

Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby.

Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby.

Keystone

Kirby verurteilte auch die Sanktionen, die China gegen Pelosi verhängt hat. «Sie hatte jedes Recht zu reisen.» Dass China auch bestimmte Kommunikationskanäle zwischen den Militärs der beiden Länder gekappt habe, erhöhe besonders vor dem Hintergrund der «provokativen Militärübungen» Pekings das Risiko von Fehleinschätzungen. Die USA wollten keine Krise mit China, und es gebe keinen Grund für eine solche Krise. Das habe die US-Regierung auch dem chinesischen Botschafter in Washington bei einem Treffen deutlich gemacht. (dpa)

Nach dem Muskelspiel der Volksbefreiungsarmee: Chinas Optionen

Mit Militärmanövern reagiert China auf den Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan. Befürchtet wird eine Invasion, doch die Volksrepublik hat andere Optionen, um die Insel in die Knie zu zwingen.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel:

Nach Pelosi: Deutscher Menschenrechtsausschuss plant Reise nach Taiwan  

Mit Sanktionen gegen die US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi hat China die Spannungen mit den USA um Taiwan angeheizt. Zudem stoppt Peking den Dialog über Klimaschutz, Militärfragen und andere Kooperationen im Kampf gegen Verbrechen, Drogen und zur Rückführung illegal eingereister Menschen. Wie das Aussenministerium in Peking am Freitag mitteilte, richten sich die nicht näher beschriebenen Sanktionen gegen die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses und Nummer drei der USA auch gegen ihre direkten Familienmitglieder.

Für neuen Wirbel könnte eine Reise des Menschenrechtsausschusses des deutschen Bundestags sorgen: Die Abgeordneten wollen Ende Oktober nach Taiwan reisen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Die Reise zwischen dem 22. und 30. Oktober soll auch nach Japan und in die chinesische Sonderverwaltungsregion Hongkong gehen. Abgeordnete aller sechs Fraktionen sollen voraussichtlich teilnehmen. (dpa)

China verhängt Sanktionen gegen US-Spitzenpolitikerin Pelosi

China hat nicht näher beschriebene Sanktionen gegen die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, verhängt. Wie die Sprecherin des Aussenministeriums, Hua Chunying, am Freitag vor der Presse in Peking berichtete, richten sich die Strafmassnahmen auch gegen direkte Familienmitglieder Pelosis.

Indem die US-Spitzenpolitikerin gegen den Widerstand Pekings nach Taiwan gereist sei, habe sie sich «ernsthaft in innere Angelegenheiten Chinas eingemischt». Auch habe sie Chinas Souveränität und territoriale Integrität untergraben und den Ein-China-Grundsatz «schwer mit Füssen getreten».

Die US-Demokratin ist am Dienstagabend trotz Drohungen aus China in Taiwan gelandet. Ihr Besuch hat die Spannungen um Taiwan verschärft. In Reaktion darauf, hat China am Donnerstag die grösste militärische Machtdemonstration seit Jahrzehnten anlaufen lassen.

US-Aussenminister Antony Blinken warf China deshalb vor, mit den Raketentests und Militärübungen den Status quo in der Meerenge der Taiwanstrasse ändern zu wollen. Bei einem Treffen der südostasiatische Staatengemeinschaft Asean im kambodschanischen Phnom Penh sagte Blinken, es gebe keine Rechtfertigung für die militärischen Provokationen nach dem friedvollen Besuch Pelosis in Taiwan, wie ihn ein westlicher Vertreter laut Nachrichtenagentur Bloomberg zitierte.

Zudem stoppt Peking den Dialog über Klimaschutz, Militärfragen und andere Kooperationen im Kampf gegen Verbrechen, Drogen und zur Rückführung illegal eingereister Menschen.

(dpa)

Aussenminister Chinas und Russlands brüskieren Japan

Die Aussenminister Russlands und Chinas haben beim Ministertreffen des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) einem Medienbericht zufolge mit einer Protestaktion auf Kritik aus Japan reagiert. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf diplomatische Quellen.

Demnach verliessen der russische Aussenminister Sergej Lawrow und Chinas Chefdiplomat Wang Yi beim Treffen in Phnom Penh (Kambodscha) den Sitzungssaal, als der Redebeitrag ihres japanischen Kollegen Yoshimasa Hayashi anstand. Damit reagierten sie offenbar auf Japans Kritik an Chinas militärischen Manövern vor Taiwan sowie an Russlands Angriffsrieg gegen die Ukraine, hiess es.

Hatten keine Lust zuzuhören: Russlands Aussenminister Sergej Lawrow und Chinas Aussenminister Wang Yi.

Hatten keine Lust zuzuhören: Russlands Aussenminister Sergej Lawrow und Chinas Aussenminister Wang Yi. 

Keystone

Japan hatte zuvor gemeinsam mit den weiteren führenden demokratischen Wirtschaftsmächten (G7) betont, dass es keinen Grund dafür gebe, den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan als Vorwand «für aggressive militärische Aktivitäten» zu benutzen.

Das chinesische Aussenministerium China bestellte den japanischen Botschafter ein. Das Aussenamt berichtete am Freitag, ihm sei ein formeller Protest übergeben worden. Am Tag zuvor waren schon die Botschafter der weiteren G7-Staaten und der EU-Vertreter einbestellt worden. (dpa)

Japan und USA wollen eng zusammenarbeiten

Angesichts Chinas jüngster Machtdemonstration im Konflikt um Taiwan haben Japan und die USA die Bedeutung ihrer Sicherheitsallianz bekräftigt. «Wir haben bestätigt, dass wir eng zusammenarbeiten werden, um sicherzustellen, dass Frieden und Stabilität in der Taiwan-Strasse aufrechterhalten werden», sagte der japanische Regierungschef Fumio Kishida am Freitag nach einem Treffen mit der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Tokio.

Am Vortag waren bei Manövern der chinesischen Volksbefreiungsarmee in den Gewässern vor Taiwan fünf Raketengeschosse in Japans ausschliesslicher Wirtschaftszone (AWZ) niedergegangen. «Chinas Verhalten hat ernste Auswirkungen auf den Frieden und die Stabilität der Region und der Welt», sagte Kishida.

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, bei ihrem Besuch von Japans Premierminister Fumio Kishida.

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, bei ihrem Besuch von Japans Premierminister Fumio Kishida.

Keystone

Japan habe bei China protestiert und den sofortigen Stopp der Manöver gefordert, sagte Kishida nach dem Treffen mit Pelosi. Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses war am Vorabend zum Abschluss ihrer Asienreise in Japans Hauptstadt eingetroffen. Sie hatte zuvor bereits Gespräche in Singapur, Malaysia, Taiwan und Südkorea geführt.

In Reaktion auf ihren Besuch in Taiwan hatte China am Donnerstag die grösste militärische Machtdemonstration seit Jahrzehnten anlaufen lassen. Die Muskelspiele sollen Taiwan vor weiteren Bestrebungen nach Unabhängigkeit abschrecken. Zudem sind sie eine Warnung an die USA, sich aus dem Streit herauszuhalten. Japan hat darauf verzichtet, eine offizielle Haltung zu dem Besuch von Pelosi in Taiwan einzunehmen, drängt jedoch auf eine friedliche Lösung der Probleme durch Dialog.

Japan ist ein wichtiger Verbündeter Washingtons und hat seine Verteidigungsfähigkeit in den vergangenen Jahren verstärkt. Die USA sind zugleich Japans Schutzmacht. Auf der japanischen Insel Okinawa, die etwa 700 Kilometer nordöstlich von Taiwan entfernt liegt, haben die USA etwa 50'000 Soldaten stationiert. Japan und die USA wollen auch mit anderen Demokratien in der indopazifischen Region sowie in Europa, darunter Deutschland, durch enge Kooperation im Sicherheits- und Wirtschaftsbereich dem wachsenden Einfluss Chinas entgegenwirken. (dpa)

US-Regierung wirft China eine Überreaktion vor

Auch die US-Regierung wirft China eine Überreaktion vor. China habe schätzungsweise elf ballistische Raketen in Richtung Taiwan abgeschossen, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Donnerstag in Washington. «Wir verurteilen diese Aktionen.» Das Vorgehen Pekings sei unverantwortlich.

«China hat überreagiert und den Besuch der Vorsitzenden (des Repräsentantenhauses) zum Vorwand genommen, um seine provokativen militärischen Aktivitäten in und um die Taiwanstrasse zu verstärken.» Kirby beklagte: «Pekings provokative Aktionen sind eine bedeutsame Eskalation.»

Im Konflikt um Taiwan hatte China die grösste militärische Machtdemonstration seit Jahrzehnten anlaufen lassen. Dabei wurden nach chinesischen Angaben auch Raketen für «Präzisionsschläge» abgefeuert. Die Muskelspiele sollen Taiwan vor weiteren Bestrebungen nach Unabhängigkeit abschrecken. Zudem sind sie eine Warnung an die USA, sich aus dem Streit herauszuhalten.

Kirby sagte, die US-Regierung habe ein Vorgehen dieser Art vorhergesagt und gehe davon aus, dass weitere Reaktionen Chinas folgen werden. Man erwarte weitere Militärübungen und aggressive Rhetorik.

Die USA strebten keine Krise an, betonte er. Es gebe keinen Grund, dass sich dies zu einer Krise entwickele. Es sei auch nicht im Interesse Taiwans und der Region, dass sich die Spannungen weiter verschärften. Daher hätten sich die USA entschieden, einen ursprünglich für diese Woche geplanten Raketentest einer ballistischen Interkontinentalrakete zunächst zu verschieben.

Kirby betonte aber erneut, die USA seien darauf vorbereitet, mit allem umzugehen, was die chinesische Regierung beschliesse zu tun. (dpa)

Taiwans Präsidentin: Chinesische Manöver «unverantwortlich»

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen hat die chinesischen Manöver um die demokratische Inselrepublik «unverantwortlich» genannt. In einer Videoansprache am späten Donnerstagabend forderte die Präsidentin die chinesische Führung nachdrücklich zur Vernunft und Zurückhaltung auf.

Taiwan werde die Spannungen nicht eskalieren, sondern wolle den Status quo bewahren. Ihre Regierung arbeite daran, den Betrieb der taiwanischen Häfen und Flughäfen reibungslos zu gestalten und die Finanzmärkte zu stabilisieren.

Die Präsidentin dankte der G7-Gruppe der sieben führenden Industrienationen zusammen mit der Europäischen Union für deren Unterstützung. Die G7 hatte ihre Sorge geäussert und betont, es gebe keinen Grund dafür, einen Besuch als Vorwand «für aggressive militärische Aktivitäten» zu benutzen.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-Wen.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-Wen.

Keystone

China hatte die Manöver am Dienstag als Reaktion auf die Visite der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan gestartet. Es war die ranghöchste Visite aus den USA seit einem Vierteljahrhundert.

In Peking wurden Botschafter der EU-Länder und der Vertreter der EU-Delegation am Donnerstag ins Aussenministerium zitiert, wo ihnen ein formeller Protest gegen die G7-Erklärung übergeben wurde, wie Chinas Aussenamt am Freitag berichtete.

Die kommunistische Führung ist verärgert, weil sie Taiwan für sich beansprucht. Peking sieht die Insel als Teil der Volksrepublik an und droht mit einer militärischen Eroberung. Taiwan hingegen versteht sich als unabhängig. Mit seiner «Ein-China-Doktrin» lehnt Peking offizielle Kontakte anderer Länder zu Taipeh strikt ab. Wegen des Drucks aus Peking unterhalten nur wenige, meist kleinere Staaten diplomatische Beziehungen zu der Inselrepublik. (dpa)

Taiwans Repräsentant in der Schweiz: «Pekings Reaktionen sind vorhersehbar»

Im Interview mit SRF zeigt sich der offizielle Repräsentant Taiwans in der Schweiz, David Huang, nicht überrascht von Chinas Reaktion auf den Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan: «Pekings Reaktionen sind ziemlich vorhersehbar. Wir wurden von Beginn an gewarnt, also ist das alles jetzt keine Überraschung. Aber wenn sich die Situation längerfristig entwickelt, wird China vielleicht einige Dummheiten machen und die Situation eskalieren lassen.»

Ein militärischer Konflikt zwischen China und Taiwan sei in niemandes Interesse. Doch militärische Übungen stellten eine Verletzung des internationalen Völkerrechts dar. Das sei keine Übung, sondern eine Drohung. «Und das sollte von keiner Demokratie toleriert werden», so Huang. Von der Schweizer Regierung würde er sich wünschen, dass sie eine Erklärung abgeben würde, um die Solidarität eines kleinen Staates zu zeigen. (zen)

Chinas Manöver um Taiwan wecken Angst vor Eskalation

Die Drohkulisse ist gewaltig: Taiwan wird von Chinas Truppen eingekreist. Die Militärmanöver werden noch bis Sonntag anhalten.

Tokio: Chinesische Raketen in Japans Wirtschaftszone niedergegangen

Fünf chinesische Raketengeschosse sind nach japanischen Angaben während Pekings Manövern vor Taiwan in Japans ausschliesslicher Wirtschaftszone (AWZ) niedergegangen. «Dies ist eine ernste Angelegenheit, die die nationale Sicherheit unseres Landes und die Sicherheit der Menschen betrifft», sagte Verteidigungsminister Nobuo Kishi am Donnerstag. Japan habe bei der chinesischen Seite protestiert. Es sei das erste Mal, dass eine Rakete der chinesischen Volksbefreiungsarmee in japanischen AWZ-Gewässern niedergegangen sei. (dpa)

Der japanische Verteidigungsminister Nobuo Kishi.

Der japanische Verteidigungsminister Nobuo Kishi.

Keystone

China erhält Rückendeckung aus Russland

Im Konflikt um die demokratische Inselrepublik Taiwan bekommt China bei seinen umstrittenen Militärmanövern Rückhalt vom verbündeten Russland. «Was die Manöver betrifft: Das ist Chinas souveränes Recht», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge.

Einmal mehr kritisierte Peskow auch den von Peking scharf verurteilten Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taipeh vor wenigen Tagen. «Das war ein völlig unnötiger Besuch und eine unnötige Provokation», sagte der Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin. (dpa)

Chinas Aussenminister sagt Treffen mit japanischem Kollegen ab

Im Konflikt um Taiwan hat Chinas Aussenminister Wang Yi ein Gespräch mit Japans Aussenminister Yoshimasa Hayashi am Rande eines internationalen Treffens in Kambodscha abgesagt. Das bestätigte die Sprecherin des Aussenministeriums, Hua Chunying, am Donnerstag in Peking. Begründet wurde dies mit Chinas Verärgerung über eine Stellungnahme der sieben führenden Industrieländer (G7) zur Eskalation um Taiwan, die Hua Chunying «unverantwortlich» nannte. Japan gehört wie Deutschland und die USA zu der Siebenergruppe.

Die beiden Minister hätten sich am Rande einer Konferenz der Aussenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in Phnom Penh treffen sollen. Dass auch eine Begegnung des Chinesen mit US-Aussenminister Antony Blinken gestrichen wurde, bestätigte die Sprecherin nicht. Im Vorfeld hatte es geheissen, solch ein Treffen zwischen Blinken und Wang Yi sei nicht geplant.

Die G7-Aussenminister hatten sich besorgt über Chinas Verhalten im Konflikt um Taiwan geäussert. In einer Stellungnahme hiess es am Mittwoch mit Blick auf den umstrittenen Taiwan-Aufenthalt der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi: «Es gibt keinen Grund dafür, einen Besuch als Vorwand für aggressive militärische Aktivitäten in der Taiwanstrasse zu benutzen.» Deutschland führt in der Siebenergruppe derzeit den Vorsitz. (dpa)

Kann eine Firma Taiwan vor einer Invasion retten?

Die Spannungen zwischen China und Taiwan erreichen einen neuen Höchststand. Doch eine einzelne Firma könnte Taiwan (noch) vor einer Invasion bewahren.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel zum Thema:

Chinas Manöver um Taiwan mit Schiessübungen voll angelaufen

Eine taiwanesische Fregatte feuert bei einer jährlichen Übung Ende Juli eine Luftabwehrrakete ab.

Eine taiwanesische Fregatte feuert bei einer jährlichen Übung Ende Juli eine Luftabwehrrakete ab.

Keystone

Die chinesischen Manöver um die demokratisch regierte Inselrepublik Taiwan sind mit Schiessübungen voll angelaufen. Das östliche Militärkommando der Volksbefreiungsarmee berichtete am Donnerstag, in der Meerenge der Taiwanstrasse, die Taiwan vom Festland trennt, sowie östlich der Insel seien am Donnerstag weit reichende Geschosse abgefeuert worden.

Das Staatsfernsehen meldete, im Osten habe es zur Übung auch «Präzisionsschläge» gegeben. Insgesamt hat China nach dem Taiwan-Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi rund um die Insel sechs Manövergebiete ausgewiesen.

CH Media Video Unit

Streitkräfte in Kampfbereitschaft

Taiwans Verteidigungsministerium teilte in der Hauptstadt Taipeh mit, die nationalen Streitkräfte seien in Kampfbereitschaft und überwachten alle sechs Gebiete sowie weiter vorgelagerte Inseln. Taiwan suche keinen Konflikt, werde aber die nationale Souveränität und territoriale Integrität verteidigen. Das kommunistisch regierte China sieht die Insel als Teil der Volksrepublik an. Taiwan betont seine Unabhängigkeit.

Das Verteidigungsministerium in Taipeh beklagte, dass Chinas Militär die Manövergebiete in Lage und Ausmass so ausgewählt habe, dass Taiwans Status quo verletzt und der regionale Frieden untergraben werde. Die Äusserungen bezogen sich darauf, dass die sechs Gebiete zum Teil in Taiwans Hoheitsgewässer hereinreichen, was bei früheren Übungen nicht der Fall war. Die Manöver waren bereits am Dienstagabend angelaufen, wurden nun aber in vollem Umfang hochgefahren. (dpa)

Vietnam Airlines ändert zahlreiche Flugrouten

Als Reaktion auf die zunehmenden Spannungen zwischen China und den USA nach dem Taiwan-Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi hat Vietnam Airlines seine Flugrouten in der Region geändert. Die Airline wolle den Luftraum über der Taiwan-Strasse wegen möglicher chinesischer Militärübungen rund um die Meerenge meiden, hiess es am Donnerstag in einer Mitteilung.

«Um den Betrieb und die Flugsicherheit zu gewährleisten, wird Vietnam Airlines ab dem 4. August die Flugrouten zwischen Vietnam und Nordostasien, einschliesslich Japan, Korea und Taiwan sowie zwischen Vietnam und den USA anpassen, um das Überfliegen einiger Gebiete in der Nähe der Insel Taiwan (China) zu vermeiden», schrieb die Fluglinie. China hatte zuvor vor Flügen rund um Taiwan gewarnt. (dpa)

Asean-Aussenminister fordern «äusserste Zurückhaltung»

Die südostasiatische Staatengemeinschaft Asean hat im Konflikt um Taiwan alle Seiten zu äusserster Zurückhaltung aufgerufen. Mit Blick auf den umstrittenen Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, forderten die Asean-Aussenminister bei einem Treffen im kambodschanischen Phnom Penh, von provokativen Aktionen Abstand zu nehmen, weil die Krise zu «offenen Konflikten» und «unvorhersehbaren Konsequenzen» führen könne. Der Staatenbund bot sich als Vermittler für einen friedvollen Dialog an, um die Spannungen zu deeskalieren.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Asean-Staaten demonstrieren Einigkeit.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Asean-Staaten demonstrieren Einigkeit.

Keystone

«Die Welt braucht dringend Weisheit und Verantwortung aller Staats- und Regierungschefs, um Multilateralismus und Partnerschaft, Zusammenarbeit, friedliche Koexistenz und gesunden Wettbewerb aufrechtzuerhalten und unsere gemeinsamen Ziele Frieden, Stabilität, Sicherheit und integrative und nachhaltige Entwicklung zu verfolgen», hiess es am späten Mittwochabend in einer gemeinsamen Erklärung. An den Gesprächen nehmen auch der chinesische Aussenminister Wang Yi und US-Aussenminister Antony Blinken teil.

Der Staatengemeinschaft Asean gehören zehn Länder an, darunter auch solche mit engen Verbindungen zu China wie Kambodscha, Laos und Myanmar. Das seit 37 Jahren von Langzeit-Ministerpräsident Hun Sen regierte Kambodscha hat in diesem Jahr den Vorsitz. (dpa)

Chinas Manöver zielen auf See- und Luftblockade Taiwans

Die laufenden chinesischen Manöver rund um Taiwan zielen nach Angaben in Staatsmedien auf eine See- und Luftblockade der demokratischen Inselrepublik. Auch werde damit eine mögliche Eroberung Taiwans geübt. Die Militärübungen, zu denen auch Raketentests und Schiessübungen gehören werden, hatte die chinesische Volksbefreiungsarmee als Reaktion auf den Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan angeordnet.

Die Manöver sollen bis Sonntag dauern und finden in sechs Meeresgebieten rund um Taiwan statt. Erstmals erstrecken sich die Sperrgebiete auch auf Taiwans Hoheitsgewässer, die Peking ohnehin nicht anerkennt. Chinesische Militärexperten schlossen in Staatsmedien nicht aus, dass auch Raketen von Westen nach Osten erstmals direkt über Taiwan geschossen werden könnten. (dpa)

G7-Aussenminister besorgt über Chinas Taiwan-Kurs

Die grossen sieben westlichen Industrienationen (G7) haben sich besorgt über Chinas Verhalten im Konflikt um Taiwan geäussert. In einer gemeinsamen Stellungnahme der G7-Aussenminister, die am Mittwoch vom Auswärtigen Amt in Berlin veröffentlicht wurde, heisst es mit Blick auf die chinesischen Reaktionen auf den Taiwan-Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi: «Es gibt keinen Grund dafür, einen Besuch als Vorwand für aggressive militärische Aktivitäten in der Taiwanstrasse zu benutzen.»

Deutschland führt in der Siebenergruppe derzeit den Vorsitz, zu ihr gehören auch Frankreich, Grossbritannien, Italien, die USA, Kanada und Japan.

Als Reaktion auf den Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses will China bis Sonntag Manöver mit Schiessübungen rund um die Insel abhalten. Dazu wurden sechs Sperrgebiete ausgewiesen. Pelosi war am Dienstag als ranghöchste Besucherin aus den USA seit einem Vierteljahrhundert in der demokratisch regierten Inselrepublik eingetroffen. Inzwischen ist sie wieder abgereist. Peking sieht Taiwan als Teil der Volksrepublik an. (dpa)

Chinas Drohgebärden wegen Pelosi-Reise: Wie wahrscheinlich ist ein Krieg gegen Taiwan?

Der Besuch von Nancy Pelosi sorgte in Taiwan für Freude. Aber er sorgte auch für Lärm und Unwohlsein. Auf die Ankunft der 82-jährigen in Taipeh war man nämlich auch im benachbarten China vorbereitet. Am Dienstagabend begannen Militärmanöver vor der Küste Taiwans.

Die Drohung, dass sich Peking die Insel Taiwan notfalls auch militärisch aneignen werde, wurde über die Jahre immer wieder ausgesprochen. Pelosi stellte einmal mehr klar: Amerika steht an der Seite Taiwans. Steuern China und die USA auf einen militärischen Konflikt zu?

Die vollständige Analyse unseres Korrespondenten Felix Lill lesen Sie hier.

Grünen-Politiker Bütikofer sieht EU nach Pelosi-Reise in der Pflicht

Der Grünen-Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer hat die EU aufgefordert, sich den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan zum Vorbild zu nehmen - trotz der scharfen Kritik Chinas. «Auch wir in Europa dürfen nicht achselzuckend zusehen, wie die Volksrepublik versucht, die Welt an die Vorstellung zu gewöhnen, dass eine erzwungene Einverleibung Taiwans unvermeidlich sei», sagte Bütikofer am Mittwoch. Europa habe kein Interesse an einer Eskalation der Spannungen um Taiwan. Aber eben deswegen dürfe es Chinas zunehmend übergriffiger Aussenpolitik nicht nachgeben.

Reinhard Bütikofer.

Reinhard Bütikofer.

Thomas Trutschel

Um zu einer Begrenzung des Taiwan-Konfliktes beizutragen, sollte die EU nach Ansicht des früheren Bundesvorsitzenden der Grünen zwei Dinge klarstellen. Dies sei zum einen das Festhalten an der Ein-China-Politik und der Ablehnung einer formellen Unabhängigkeit Taiwans. Zum anderen gelte es Peking deutlich zu machen, dass ein Versuch, Taiwan unter die kommunistische Herrschaft zu zwingen, für China selbst einen ausserordentlich hohen Preis hätte.

«Taiwan ist für uns nicht nur ein wertvoller Partner in wirtschaftlicher Hinsicht und ein Vorbild im Gesundheitsmanagement», sagte der aussenpolitische Koordinators der Grünen im Europaparlament. «Wir schätzen es auch als lebendige Demokratie in einer geostrategisch zentralen Region.»

Den Besuch Pelosis in Taiwan wertete Bütikofer als «ein unübersehbares Zeichen der Solidarität mit der Demokratie Taiwans gegenüber der zunehmenden Aggression der Volksrepublik China». Pekings wütende Drohgebärden zeigten, dass die Botschaft der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses dort angekommen sei. (dpa)

Südkorea ruft wegen Spannungen um Taiwan zum Dialog auf

Nach ihrem Besuch in Taiwan ist Nancy Pelosi zur nächsten Station ihrer Asienreise in Südkorea weitergeflogen. Aus Sorge um die wachsenden Spannungen um Taiwan zwischen China und den USA hat Südkorea zum Dialog aufgerufen. Die Regierung wolle mit allen beteiligten Staaten in engem Kontakt bleiben, sagte ein Vertreter des Präsidialamts am Mittwoch dem öffentlich-rechtlichen südkoreanischen Sender KBS zufolge. Die Grundlage dafür sei die Notwendigkeit, «Frieden und Stabilität in der Region durch Dialog und Zusammenarbeit» zu erhalten.

Südkorea ist die nächste Station Pelosis auf ihrer Asien-Reise. Südkorea ist ein enger Verbündeter der USA. Der Beamte des Präsidialamts äusserte die Hoffnung, dass Pelosi ihre Reise planmässig fortsetzen werde. Ihr Besuch in Südkorea werde begrüsst. Am Donnerstag will sich Pelosi mit Parlamentspräsident Kim Jin Pyo in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul treffen. (dpa)

Taiwans Militär fürchtet See- und Luftblockade durch Chinas Manöver

Taiwan fürchtet eine See- und Luftblockade durch die angekündigten Manöver Chinas rund um die demokratische Inselrepublik. Das taiwanische Militär sprach nach Angaben der Nachrichtenagentur CNA am Dienstag zudem von einem «schweren Verstoss» gegen Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen und einer Verletzung der Souveränität des Landes.

Das Ziel der befürchteten Blockade spiegelte auch der einflussreiche chinesische Kommentator und frühere Chefredakteur der parteinahen Zeitung «Global Times», Hu Xijin, in einem Tweet wider: «Die Wasserwege der wichtigsten Häfen Taiwans werden während der Übungen blockiert.» Das habe Pelosis Besuch Taiwan «eingebrockt».

Taiwans Transportministerium beriet sich bereits mit Japan und den Philippinen, um alternative Schiffsrouten festzulegen, während die Manöver abgehalten werden. Auch wurde mit den Luftfahrt- und Seebehörden Taiwans beraten, wie reagiert werden soll. (dpa)

Pelosis Besuch in Taiwan überschattet auch Asean-Treffen

Der umstrittene Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, in Taiwan wird auch Thema beim Aussenministertreffen der Asean-Staaten in Kambodscha und die Beratungen vermutlich überschatten. An den mehrtägigen Gesprächen, die am Mittwoch in der Hauptstadt Phnom Penh begonnen haben, nehmen auch der chinesische Aussenminister Wang Yi und US-Aussenminister Antony Blinken teil. 

Ursprünglich sollte die blutige Krise in Myanmar eineinhalb Jahre nach dem dortigen Militärputsch im Mittelpunkt der Asean-Beratungen stehen. Das Land versinkt seit dem Umsturz in Chaos und Gewalt. Die Junta unterdrückt brutal jeden Widerstand.
Der südostasiatischen Staatengemeinschaft gehören zehn Länder an, darunter auch solche mit engen Verbindungen zu China wie Kambodscha, Laos und Myanmar. (dpa)

Showdown in Taiwan: Nancy Pelosi hält pathetische Rede - China umzingelt die Insel

Chinas Volksbefreiungsarmee reagiert auf Nancy Pelosis Taiwan-Besuch mit sechs Militärübungen. Diese sind jedoch nur der Auftakt für weitere Provokationen.

Rekordzahl an Menschen schaut Pelosis Flug nach Taiwan im Internet zu

Der von chinesischen Drohungen begleitete Flug der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi von Malaysia nach Taiwan hat dem Flugbeobachtungsdienst Flightradar24 einen Rekord beschert. Mehr als 708 000 Menschen hätten die Landung des Flugs SPAR19 in Taipeh in Echtzeit beobachtet, mehr als bei jedem anderen Flug zuvor, teilte der schwedische Internetdienst in der Nacht zu Mittwoch mit.

2,92 Millionen Menschen verfolgten demnach zumindest einen Teil des Flugs auf seiner siebenstündigen Route von Kuala Lumpur nach Taipeh. Auf der Seite des Internetdiensts konnte die Route des Flugs in Echtzeit auf einer Karte verfolgt werden. Der grosse Ansturm habe die Infrastruktur der Seite vorübergehend in Schwierigkeiten gebracht, teilte Flightradar24 weiter mit. (dpa)

Japan besorgt über Chinas Manöver bei Pelosi-Besuch in Taiwan

Chinas militärische Manöver während des Besuchs der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan lösen in Japan Besorgnis aus. Das Gebiet nahe Taiwan, in dem China ab Donnerstag Manöver plane, überschneide sich mit Japans exklusiver Wirtschaftszone, sagte Japans Regierungssprecher Hirokazu Matsuno am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Kyodo. Man habe Peking die Besorgnis übermittelt. Japan ist ein wichtiger Verbündeter der USA. (dpa)

Hirokazu Matsuno  Chinas geplante Manöver überschneide sich mit Japans exklusiver Wirtschaftszone.

Hirokazu Matsuno  Chinas geplante Manöver überschneide sich mit Japans exklusiver Wirtschaftszone. 

AP

Pelosi sichert Taiwan Unterstützung zu - China startet grosse Manöver

Angesichts der Drohungen aus China hat die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, dem demokratischen Taiwan die Unterstützung der USA zugesichert. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Präsidentin Tsai Ing-wen am Mittwoch in Taipeh sagte die US-Spitzenpolitikerin, dass die USA «immer an der Seite Taiwans stehen» werden. 

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi und Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen beim gemeinsam Treffen am Mittwoch.

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi und Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen beim gemeinsam Treffen am Mittwoch.

Taiwan Presidential Palace Hando / EPA

Ungeachtet aller Warnungen aus Peking war die 82 Jahre alte Demokratin am Vortag zum höchstrangigsten Besuch aus den USA in einem Vierteljahrhundert in der Inselrepublik eingetroffen. China hatte die USA vehement vor dem Besuch Pelosis gewarnt. Als Reaktion startete Chinas Militär Manöver mit Schiessübungen in sechs Meeresgebieten, die Taiwan umringen.

Militärisches Muskelspiel Chinas

Die Übungen gelten als das grösste militärische Muskelspiel seit der Raketenkrise 1995, als China zur Einschüchterung Raketen über Taiwan geschossen hatte und die USA zwei Flugzeugträgergruppen entsandten. Die Meeresgebiete für die Übungen gehen noch weit über die damaligen Sperrzonen hinaus, reichen nahe an Taiwan und scheinen teilweise in seine Hoheitsgebiete einzudringen. Experten rechnen auch damit, dass Schifffahrtsrouten beeinträchtigt werden könnten.

Mit einem indirekten Hinweis auf die Drohungen der kommunistischen Führung in Peking gegen Taiwan sagte Pelosi: «Mehr als je zuvor ist die amerikanische Solidarität entscheidend.» Die Unterstützung in den USA für Taiwan sei parteiübergreifend. Als Reaktion auf den Besuch Pelosis in Taiwan erwartet die Regierung in Washington längerfristige Reaktionen Chinas. Bislang bewege sich die Reaktion Chinas aber voll im Rahmen dessen, was die US-Regierung erwartet und vorausgesagt habe. (dpa)

Kommentar zu Pelosis Besuch in Taiwan

China hat mit scharfen Drohungen auf den Besuch der US-Politikerin Nancy Pelosi in Taiwan reagiert. Kritik an der unüberlegten Reise Pelosis wird auch im Westen laut. Dabei reicht ein Blick in die Ukraine um zu sehen: Taiwan braucht genau jetzt die Unterstützung des Westens.

China sieht «rote Linie» übertreten: Ist Pelosis Besuch in Taiwan einer mit Folgen?

Noch ehe Nancy Pelosi in Taipeh eintraf, liess Chinas Volksbefreiungsarme Kampfflugzeuge aufsteigen. Die Drohkulisse ist beachtlich. Wie weit geht Peking mit seinen Vergeltungsaktionen?

Nancy Pelosi zu Besuch in Taiwan eingetroffen

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ist zu einem Besuch in Taiwan eingetroffen. Ihr Flugzeug landete am Dienstagabend (Ortszeit) in der Hauptstadt Taipeh. Die Spitzenpolitikerin setzte sich damit über Warnungen aus China hinweg, das die demokratische Insel als Teil der Volksrepublik ansieht.

Nancy Pelosi posiert nach ihrer Landung mit taiwanesischen Offiziellen für ein Foto.

Nancy Pelosi posiert nach ihrer Landung mit taiwanesischen Offiziellen für ein Foto.

Keystone

Der Besuch von Pelosi heizt einen Konflikt an, der schon seit Jahrzehnten schwelt. Der Streit um Taiwan ist einer der gefährlichsten Konfliktherde der Welt.

Nach Russlands Angriff auf die Ukraine wächst weltweit die Sorge, dass China auf ähnliche Weise versuchen könnte, die demokratische Insel zu erobern. Die USA haben sich schon lange der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet, was bisher meist Waffenlieferungen bedeutete. Eine militärische Auseinandersetzung hätte massive Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. Auch stünden sich die beiden Atommächte China und USA gegenüber.