Terror in Istanbul

Täter richtete seine Opfer gezielt mit Kopfschüssen und floh im Taxi

Bei dem Anschlag auf den Nachtclub "Reina" in Istanbul wurden viele der Opfer laut einem Pressebericht durch gezielte Kopfschüsse getötet. Insgesamt habe der Attentäter mehr als 180 Schüsse abgegeben und dabei sechs Mal das Magazin gewechselt.

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Die Überwachungskamera filmte den Täter, wie er bewaffnet den Nachtclub «Reina» in Istanbul betrat.

Die Überwachungskamera filmte den Täter, wie er bewaffnet den Nachtclub «Reina» in Istanbul betrat.

EPA

Das berichtete die Zeitung "Hürriyet Daily News" am Montag unter Berufung auf Ermittler, die Videobilder des Angriffs in der Nobeldisco am Bosporus ausgewertet hatten. Demnach traf der unbekannte Täter, der ein grünes Hemd, dunkle Hosen und schwarze Stiefel trug, mit einem Taxi aus dem Istanbuler Stadtteil Zeytinburnu ein.

Wegen des dichten Verkehrs in Ortaköy, wo der Club liegt, sei er ausgestiegen und die letzte Strecke zu Fuss gelaufen, berichtete "Hürriyet Daily News". Um 01.20 Uhr wurde er demnach dabei gefilmt, wie er einen Polizisten und einen Zivilisten vor dem Eingang mit einem Gewehr erschoss.

Die Zeitung zitierte Ermittler mit der Aussage, der Angreifer habe im Umgang mit seiner Waffe professionell gewirkt. Demnach ging er im "Reina" zunächst nach oben, bevor er in das untere Stockwerk zurückkehrte.

Terroranschlag im Nachtklub Reina in Istanbul: Mindestens 39 Menschen sterben, Dutzende werden verletzt.
16 Bilder
Mindestens ein Attentäter verschaffte sich in der Silvesternacht gewaltsam Zutritt zum Club Reina in Istanbul. Dort schoss er wahllos um sich.
Terror-Anschlag in Istanbuler Nachtclub Reina in Neujahrsnacht
Der Istanbuler Club Reina liegt direkt am Bosporus, kurz hinter der ersten Brücke über die Meerenge. Er liegt zudem im schicken Ausgehviertel Ortaköy. Er ist einer der grössten und berühmtesten in der türkischen Millionenmetropole.
Am Sonntagmorgen, 1. Januar, war der Täter flüchtig. Augenzeugen berichteten allerdings von mehreren Tätern.
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.
Aussenminister Didier Burkhalter hat nach dem Angriff in Istanbul in der Silvesternacht seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu seine Betroffenheit ausgedrückt. Ob Schweizer unter den Toten oder Verletzten sind, war am Sonntagmorgen noch nicht klar.
Sicherheitskräfte riegeln den Bereich vor dem Nachtklub nach der Tat ab.
Der Morgen danach: Ein Polizist an der Strasse, an der sich der Nachtklub Reina befindet.
Der Klub Reine liegt direkt am Bospurus.
Mehrere Gäste sollen sich mit einem Sprung ins Wasser gerettet haben.
Am Morgen danach ist die Trauer bei Angehörigen der Todesopfer gross.
Angehörige trauern an einem Sarg um eines der Todesopfer.
Angehörige trauern an einem Sarg um eines der Todesopfer.
Menschen leben Blumen nieder für die Todesopfer.
Die türkische Polizei veröffentlicht am 1. Januar Bilder des mutmasslichen Terroristen.

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AP

Laut Augenzeugen tötete er auch am Boden liegende Menschen durch Kopfschüsse. Schliesslich sei er in die Küche gegangen, wo er rund 13 Minuten geblieben sei, die Kleidung gewechselt und seinen Mantel zurückgelassen habe.

Dem Bericht zufolge entkam der Mann, der seinem Aussehen nach angeblich aus Usbekistan oder Kirgistan stammen soll, in der allgemeinen Panik nach dem Angriff unerkannt.

Laut "Hürriyet Daily News" nahm er ein Taxi, stieg aber nach kurzer Strecke wieder aus, weil er dem Fahrer sagte, dass er kein Geld bei sich habe. Demnach wurden 500 Lira in der Tasche des Mantels gefunden, den er am Anschlagsort zurückliess. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Bei dem Anschlag in der Silvesternacht, den die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Montag für sich beanspruchte, waren 39 Menschen getötet und 69 weitere verletzt worden. Unter den Opfern waren 27 Ausländer, die meisten aus arabischen Staaten.