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Tauziehen um gefangene Soldaten

Zwei griechischen Soldaten droht aufgrund eines versehentlichen Grenzübertritts der Prozess. Die Türkei strebt offenbar einen Austausch gegen ihre nach dem Putschversuch geflohenen Soldaten an.
Gerd Höhler, Athen
Türkische Sicherheitskräfte mit einem der angeklagten, griechischen Soldaten nach seiner Anhörung vor Gericht im März. Bild: AP (Edirne, 1. März 2018)

Türkische Sicherheitskräfte mit einem der angeklagten, griechischen Soldaten nach seiner Anhörung vor Gericht im März. Bild: AP (Edirne, 1. März 2018)

Zwei griechische Soldaten, die seit einem Grenzzwischenfall Anfang März in der Türkei gefangen gehalten werden, müssen mit einer Anklage wegen Spionage und mehrjähriger Haft rechnen. Der Fall wird zu einer immer grösseren Belastung der ohnehin gespannten Beziehungen zwischen den beiden Nato-Partnern. Der griechische Regierungssprecher warf dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan vor, er spiele mit dem Leben der beiden Soldaten.

Als Oberleutnant Angelos Mitretodis (25) und Feldwebel Dimitris Kouklatzis (27) am Morgen des 3. März bei einem Kontrollgang an der griechisch-türkischen Grenze in dichtem Nebel einige Meter weit auf das Staatsgebiet des Nachbarlandes gerieten und von einer türkischen Patrouille gestellt wurden, glaubte man zunächst an einen unbedeutenden Zwischenfall. Solche versehentlichen Grenzüberschreitungen gab es in der unübersichtlichen Region von beiden Seiten immer mal wieder, stets einigte man sich schnell und gütlich.

Verfahren wegen Spionage

Aber nicht in diesem Fall. Die beiden Griechen wurden ins Hochsicherheitsgefängnis der Grenzstadt Edirne gebracht, wo sie seither in Untersuchungshaft sitzen. Jetzt wies das zuständige Gericht einen Antrag auf Freilassung der Soldaten ab, zum fünften Mal. Griechische Medien meldeten unter Berufung auf Justizkreise in der Türkei, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erheben will: Mitretodis und Kouklatzis sollen wegen Spionage in einem militärischen Sperrgebiet vor Gericht gestellt werden. Damit droht ihnen mindestens zweijährige Haft. Offiziell äussern sich die türkischen Justizbehörden bisher nicht zu dem Fall. Aber laut Medienberichten werten die Ankläger erschwerend, dass die beiden Soldaten sich der Tragweite ihres Grenzübertritts hätten bewusst sein müssen.

Der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos sagte diese Woche, die fortdauernde Inhaftierung der beiden Griechen sei eine Menschenrechtsverletzung. Staatschef Erdogan und die türkische Regierung benutzten die beiden Soldaten als Verhandlungsmasse.

Griechen lehnen Austausch vehement ab

Damit spielte Tzanakopoulos offenbar auf das Tauziehen um acht türkische Offiziere an, die während des Putschversuchs vom Juli 2016 nach Griechenland geflohen waren und dort Asyl beantragten. Die Türkei verlangt ihre Auslieferung. Bereits Anfang 2017 entschied aber das Oberste griechische Gericht, dass die Acht nicht ausgeliefert werden dürfen, weil sie in der Türkei kein faires Verfahren sondern Misshandlung und Folter erwarten. Türkische Regierungspolitiker hatten mehrfach durchblicken lassen, dass sie einen Austausch der zwei griechischen Soldaten gegen die acht türkischen Offiziere anstreben. Die griechische Regierung weist dieses Ansinnen zurück.

Sprecher Tzanakopoulos sagte, dass Athen werde alle politischen und rechtlichen Mittel nutzen, um eine Freilassung der beiden griechischen Soldaten zu erreichen. Ihr Schicksal liege aber in den Händen der türkischen Staatsanwaltschaft, die ein «Organ der Regierung» sei.

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