Tektonische Platten machen Türkei zum Ausnahmeland

Naturkatastrophen

Merken
Drucken
Teilen

Die Bilanz ist verheerend. 86 000 Erdbebentote in den vergangenen 120 Jahren: Wenige Länder rund um den Globus werden so häufig und so schwer von Erdbebenkatastrophen heimgesucht wie die Türkei.

96 Prozent des Landes gelten als erdbebengefährdet. Kleinasien liegt auf einer ständig rumorenden Kollisionszone der Erdkruste: Hier reiben sich die afrikanische und die eurasische Kontinentalplatte aneinander. Hunderte Bruchlinien durchziehen Anatolien – und lösen in der osttürkischen Region immer wieder Erdbeben aus.

Eines der folgenschwersten Beben der jüngeren Geschichte hatte an Weihnachten des Jahres 1939 in der ostanatolischen Provinz Erzincan rund 30 000 Tote zur Folge. Ein Beben im dicht besiedelten Grossraum Istanbul könnte die damalige Katastrophe noch weit übertreffen: Manche Experten rechnen mit bis zu 100 000 Toten, sollte die türkische Metropole von einem schweren Erdbeben erschüttert werden.

Hohe Wahrscheinlichkeit für ein starkes Erdbeben

Fachleute beziffern die Wahrscheinlichkeit eines solchen Bebens in den nächsten 30 Jahren auf 50 Prozent. Die einzige Hoffnung der Geologen ist, dass sich die Spannungen im Gestein nicht in einem einzigen grossen, sondern in mehreren mittelschweren Beben entladen. (gha)