Mumbai
Terror in Indien: Schuldspruch in allen Punkten

2008 tötete Mohammed Ajmal Kasab in der indischen Stadt Mumbai 166 Personen. Nun wurde der Terrorist in allen Punkten für schuldig befunden. Zwei mutmassliche Mittäter kamen mangels Beweisen frei.

Drucken
Teilen

Keystone

Die zehn Terroristen schlugen Ende November 2008 zu: In der indischen Hafenstadt Mumbai brachten sie während dreier Tage mehr als 195 Inder und Ausländer um, mindestens 290 wurden verletzt. Indische Sicherheitskräfte töteten neun der Männer, die zum pakistanischen Terrornetzwerk Lashkar-e-Taiba gehörten. Als einziger überlebte der Pakistaner Mohammed Ajmal Kasab (22).

Heute stand er nun vor Gericht und wurde in allen 86 Punkten für schuldig befunden. Die Richter kamen auch zum Schluss, dass Kasab «Krieg gegen den Staat» führte - darauf steht in Indien die Todesstrafe.

Miese Karten führen zum Freispruch

Zwei mutmassliche Mittäter mussten sich ebenfalls vor Gericht verantworten. Sie wurden unter anderem beschuldigt, Kasab Kartenmaterial beschafft zu haben. Die Richter sprachen sie aber mangels Beweisen in allen Punkten frei. So befanden sie, die Karten seien von derart schlechter Qualität gewesen, bei Google hätten die Terroristen leicht viel besseres Material beschaffen können.

Die Freisprüche erregten in den indischen Medien einigen Unmut, ebenso in diversen Internetforen. Die Verteidiger Kasabs gaben gegenüber dem Nachrichtensender Al-Jazeera an, in Berufung zu gehen, sollte der Staatsanwalt die Todesstrafe fordern. (cbk)