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TERROR: Madrid hält Terror-Zelle für zerschlagen – Barcelona widerspricht

Nach dem Anschlag von Barcelona hält die spanische Regierung die Terrorzelle für zerschlagen. Das sagte Innenminister Juan Ignacio Zoido am Samstag vor den Medien. Darin hätten die Sicherheitsexperten der Madrider Regierung auf einem Treffen übereingestimmt. Katalonien widersprach.
Die Polizei riegelt den Tatort an der Flaniermeile Las Ramblas grossräumig ab.

Die Polizei riegelt den Tatort an der Flaniermeile Las Ramblas grossräumig ab.

Zoido kündigte an, die Terrorwarnstufe für das Land bleibe unverändert. Es gebe keine Bedrohung durch einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag. Dennoch wurde nach weiteren Verdächtigen gesucht.

Nach vorläufigen Erkenntnissen plante eine Terrorzelle von mindestens neun Extremisten die Angriffe von Barcelona und Cambrils, die insgesamt 14 Menschen das Leben kosteten. Die fünf von Einsatzkräften erschossenen Verdächtigen wurden identifiziert. Vier Menschen wurden festgenommen.

Unter den Todesopfern waren mehrere Ausländer. Ob auch Schweizer Staatsangehörige betroffen sind oder ob solche verletzt wurden, konnte das Aussendepartement (EDA) in Bern am Samstag nicht sagen, es lägen keine Erkenntnisse vor, hiess es gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

22-jähriger Marokkaner gesucht

Die Suche konzentriere sich auf einen 22 Jahre alten Marokkaner, erklärte der katalanische Polizeisprecher Albert Oliva. Spanische Medien berichteten, er sei der mutmassliche Anführer der Terrorzelle und habe den Lieferwagen in Barcelona gefahren.

Der Marokkaner stammt wie mehrere weitere Verdächtige aus Ripoll, einer Kleinstadt rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona. Dort wurden Wohnungen und das Haus eines Imams durchsucht, wie Nachbarn erklärten.

Beamte durchsuchten am Samstag zwei Busse in Girona und Garrigàs und prüften Verbindungen der Mitglieder der Terrorzelle untereinander. Neue Erkenntnisse lieferten die Einsätze nicht, wie die Polizei mitteilte.

Katalonien gibt sich vorsichtiger

Die katalanische Polizei und die Regionalregierung legten in Reaktion auf Madrid Wert auf eine eigene Einschätzung: die Terrorzelle sei noch nicht total zerschlagen, hiess es am Samstag in Barcelona.

Er wolle die Aussage der Regierung weder dementieren noch bestätigen, sagte Oliva, der Sprecher der katalanischen Polizei, vor Journalisten. Die katalanische Polizei leite diese Ermittlungen, gemeinsam mit der spanischen Nationalpolizei und der Zivilgarde.

Dem pflichtete auch der katalanische Innenminister Joaquim Forn bei. Es werde noch nach zwei oder drei Verdächtigen gefahndet, betonte er. Solange dies der Fall sei, könne man nicht von einer zerschlagenen Zelle sprechen.

IS-Terrormiliz bekennt sich zu Anschlag

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Angriffe in Spanien unterdessen für sich. Mehrere Glaubenskämpfer hätten sie in zwei Gruppen ausgeführt und "Kreuzfahrer" ins Visier genommen, teilte der IS in einer Erklärung am Samstag über das Internet mit. Bisher war das IS-Bekenntnis nur von seinem Sprachrohr Amak verbreitet worden.

Die erste Zelle habe eine Ansammlung von "Kreuzfahrern" auf dem Boulevard Las Ramblas, zwei Polizisten an einem Kontrollpunkt und danach mit leichten Waffen einen Pub angegriffen, hiess es. Die zweite Zelle habe mehrere "Kreuzfahrer" im Küstenort Cambrils mit einem Fahrzeug attackiert.

Bei den Angriffen seien mehr als 120 Bürger der "Kreuzfahrer-Koalition" getötet oder verletzt worden, erklärte der IS weiter. Damit meint die Terrormiliz das US-geführte Bündnis, das die Extremisten im Irak und in Syrien bekämpft.

Die Echtheit der Erklärung liess sich zunächst nicht verifizieren. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS im Internet verbreitet. Bislang hatte die Terrormiliz über ihr Sprachrohr Amak lediglich den Terrorangriff auf dem Boulevard Las Ramblas für sich reklamiert. (sda/dpa/afp)

Spanisches Königspaar besucht Verletzte des Terrors in Barcelona

Der spanische König Felipe VI. und seine Frau Letizia haben Verletzte der Terrorattacke von Barcelona im Krankenhaus besucht. Das Paar traf am Samstag zunächst die Patienten im Hospital del Mar, darunter auch mehrere Kinder, die bei der Todesfahrt des Lieferwagens verwundet worden waren.

Auf Fotos ist zu sehen, wie Felipe den kleinen Patienten die Hand hält. "Die Besorgnis des Königspaars war unverkennbar, und besonders Letizia war sehr ernst", hiess es. Anschliessend wollten Felipe und Letizia zum Hospital de Sant Pau weiterfahren, wo ebenfalls zahlreiche Opfer des Anschlags behandelt werden. (sda)

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