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TERRORISMUS: Attentäter von Istanbul aus dem Kaukasus und Zentralasien

Die Attentäter vom Atatürk-Flughafen in Istanbul stammen den türkischen Behörden zufolge aus dem Kaukasus und Zentralasien. Die Selbstmordattentäter seien ein Usbeke, ein Kirgise und ein russischer Staatsbürger gewesen, hiess es aus türkischen Regierungskreisen.
Der Flughafen Atatürk in Istanbul nach den Anschlägen. Bauarbeiter setzten kaputte Wände Instand. (Bild: AP Photo/Bram Janssen)

Der Flughafen Atatürk in Istanbul nach den Anschlägen. Bauarbeiter setzten kaputte Wände Instand. (Bild: AP Photo/Bram Janssen)

Die türkische Regierung verdächtigt die Terrormiliz IS, hinter dem Angriff vom Dienstagabend mit insgesamt mindestens 46 Toten zu stecken. Die Regierung in Moskau bestätigte einen russischen Attentäter zunächst nicht. Usbekistan, Kirgistan und Dagestan sind überwiegend muslimisch und gehörten einst zur Sowjetunion. Viele Extremisten aus dem Kaukasus und Zentralasien haben sich dem IS in Syrien und im Irak angeschlossen.

Der türkische Innenminister Efkan Ala erklärte im Parlament, es sei offenkundig, dass der IS hinter den Attentaten stecke. Details nannte er nicht.

Die kurdische Arbeiterpartei PKK oder kurdische Splittergruppen hatten zwar in der Vergangenheit ebenfalls Anschläge in der Türkei verübt. Diese richteten sich aber gegen Regierungsvertreter. Zudem macht die ausländische Herkunft der Täter eine Verbindung zu kurdischen Extremisten unwahrscheinlich.

Unterdessen ging die Polizei in Istanbul gegen das radikalislamische Milieu vor. Am Donnerstagmorgen durchsuchte sie zeitgleich 16 Wohnungen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die türkische Polizei geht regelmässig mit Razzien gegen Dschihadisten und Kurden vor, konnte in den vergangenen Monaten aber nicht verhindern, dass es wiederholt zu Anschlägen kam.

Neue Regierungsversion

Ministerpräsident Binali Yildirim räumte ein, dass zwei der insgesamt drei Selbstmordattentäter doch in das Flughafengebäude eindringen konnten. Yildirim sagte am Mittwochabend nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, die Angreifer hätten zunächst das Feuer auf das Sicherheitspersonal am Eingang eröffnet. Einer habe sich ausserhalb des Gebäudes in die Luft gesprengt. Die anderen beiden hätten die Panik ausgenutzt, um ins Terminal einzudringen.

Aus Regierungskreisen hatte es zunächst geheissen, keiner der drei Angreifer sei ins Terminal eingedrungen, obwohl Augenzeugenberichte und Videos darauf hindeuteten. Yildirim hatte nur Stunden nach dem Angriff gesagt: «Weder im Abflug- noch im Ankunftsbereich am Flughafen kann von einer Sicherheitslücke die Rede sein.»

Mehr Opfer

Die Zahl der von den Angreifern getöteten Ausländer ist höher als bislang bekannt. Innenminister Efkan Ala sagte am Donnerstag, 19 Ausländer seien unter den Opfern. Die Zahl der Todesopfer sei auf 43 gestiegen. Nicht darin eingerechnet sind die drei Selbstmordattentäter, die ebenfalls starben.

Yildirim kündigte an, die Regierung werde «die Präsenz von unserem Sicherheitspersonal an den Eingängen in unseren Flughäfen steigern». Besonders gelte das für speziell ausgebildete Sicherheitskräfte.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sprach den Selbstmordattentätern jegliche religiöse Rechtfertigung für die Bluttat ab. «Das sollen Muslime sein?», fragte Erdogan nach Angaben von Anadolu am Mittwochabend. «Sie haben ihren Platz in der Hölle vorbereitet.» Der Präsident verwies auf Sure 5 im Koran, wonach das Töten eines unschuldigen Menschen dem Töten der gesamten Menschheit gleichkommt.

sda

Die Menschen verabschieden sich bei einer Beerdigung nach den Anschlägen in Istanbul. (Bild: AP Photo/Lefteris Pitarakis)Die Menschen verabschieden sich bei einer Beerdigung nach den Anschlägen in Istanbul. (Bild: AP Photo/Lefteris Pitarakis)
Nach dem Anschlag in Istanbul tragen Trauernde den Sarg des getöteten Muhammed Eymen Demirci bei seiner Beerdigung. (Bild: AP/Lefteris Pitarakis)Nach dem Anschlag in Istanbul tragen Trauernde den Sarg des getöteten Muhammed Eymen Demirci bei seiner Beerdigung. (Bild: AP/Lefteris Pitarakis)
Eine Familie trauert um ihre vier Verwandten, die bei den Anschlägen ums Leben kamen. (Bild: EPA/SEDAT SUNA)Eine Familie trauert um ihre vier Verwandten, die bei den Anschlägen ums Leben kamen. (Bild: EPA/SEDAT SUNA)
Die Menschen verabschieden sich bei einer Beerdigung nach den Anschlägen in Istanbul. (Bild: EPA/SEDAT SUNA)Die Menschen verabschieden sich bei einer Beerdigung nach den Anschlägen in Istanbul. (Bild: EPA/SEDAT SUNA)
Die Menschen verabschieden sich bei einer Beerdigung nach den Anschlägen in Istanbul. (Bild: AP/Lefteris Pitarakis)Die Menschen verabschieden sich bei einer Beerdigung nach den Anschlägen in Istanbul. (Bild: AP/Lefteris Pitarakis)
Die Menschen verabschieden sich bei einer Beerdigung nach den Anschlägen in Istanbul. (Bild: AP/Lefteris Pitarakis)Die Menschen verabschieden sich bei einer Beerdigung nach den Anschlägen in Istanbul. (Bild: AP/Lefteris Pitarakis)
Das Brandenburger Tor in Berlin zeigt die türkische Flagge nach dem Anschlag in Istanbul. (Bild: EPA/KLAUS-DIETMAR GABBERT)Das Brandenburger Tor in Berlin zeigt die türkische Flagge nach dem Anschlag in Istanbul. (Bild: EPA/KLAUS-DIETMAR GABBERT)
Bauarbeiter ersetzten die kaputten Wände des Flughafens. (Bild: AP Photo/Bram Janssen)Bauarbeiter ersetzten die kaputten Wände des Flughafens. (Bild: AP Photo/Bram Janssen)
Das türkische Sicherheitspersonal evakuiert am Dienstagabend Personen, die sich zuvor im Flughafen Atatürk in Istanbul aufgehalten hatten. (Bild: Emrah Gurel)Das türkische Sicherheitspersonal evakuiert am Dienstagabend Personen, die sich zuvor im Flughafen Atatürk in Istanbul aufgehalten hatten. (Bild: Emrah Gurel)
Fassungslose Passanten warten auf der Strasse vor dem Flughafen und umarmen sich. (Bild: Emrah Gurel)Fassungslose Passanten warten auf der Strasse vor dem Flughafen und umarmen sich. (Bild: Emrah Gurel)
Fassungslose Passanten warten auf der Strasse vor dem Flughafen und umarmen sich. (Bild: Emrah Gurel)Fassungslose Passanten warten auf der Strasse vor dem Flughafen und umarmen sich. (Bild: Emrah Gurel)
Rettungskräfte versorgen Hilfsbedürftige nach dem Anschlag. Laut Behörden wurden mindestens 147 Menschen verletzt. (Bild: IHLAS NEWS AGENCY)Rettungskräfte versorgen Hilfsbedürftige nach dem Anschlag. Laut Behörden wurden mindestens 147 Menschen verletzt. (Bild: IHLAS NEWS AGENCY)
Mitarbeiter der türkischen Spurensicherung ermitteln am Tatort. (Bild: Emrah Gurel)Mitarbeiter der türkischen Spurensicherung ermitteln am Tatort. (Bild: Emrah Gurel)
Nach Angaben des türkischen Ministerpräsidenten trafen die Attentäter am Dienstagabend mit dem Taxi am Flughafen ein. Im Terminalgebäude hätten sie dann das Feuer aus Maschinengewehren eröffnet, ehe sie sich selbst in die Luft sprengten. (Bild: Emrah Gurel)Nach Angaben des türkischen Ministerpräsidenten trafen die Attentäter am Dienstagabend mit dem Taxi am Flughafen ein. Im Terminalgebäude hätten sie dann das Feuer aus Maschinengewehren eröffnet, ehe sie sich selbst in die Luft sprengten. (Bild: Emrah Gurel)
Es herrschte ein grosses Chaos, hunderte Flüge fielen aus. (Bild: SEDAT SUNA)Es herrschte ein grosses Chaos, hunderte Flüge fielen aus. (Bild: SEDAT SUNA)
In der Nacht waren etliche ratlose Reisende vor dem Flughafen gestrandet, die vor den Terrorangriffen aus dem Terminal geflohen waren. (Bild: SEDAT SUNA)In der Nacht waren etliche ratlose Reisende vor dem Flughafen gestrandet, die vor den Terrorangriffen aus dem Terminal geflohen waren. (Bild: SEDAT SUNA)
Turkish Airlines strich für Mittwoch mehr als 340 Flüge. Die Airline bot allen Reisenden mit Buchungen von oder nach Atatürk Airport an, die Flüge kostenlos umzubuchen oder zu stornieren.Turkish Airlines strich für Mittwoch mehr als 340 Flüge. Die Airline bot allen Reisenden mit Buchungen von oder nach Atatürk Airport an, die Flüge kostenlos umzubuchen oder zu stornieren.
Helfer vom türkischen Rettungsdienst versorgen Verletzte ausserhalb des Flughafen in Istanbul. (Bild: Ismail Coskun)Helfer vom türkischen Rettungsdienst versorgen Verletzte ausserhalb des Flughafen in Istanbul. (Bild: Ismail Coskun)
Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim, zweiter von rechts, besucht einen verletzten Mann nach dem Anschlag im Krankenhaus. (Bild: Hakan Goktepe)Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim, zweiter von rechts, besucht einen verletzten Mann nach dem Anschlag im Krankenhaus. (Bild: Hakan Goktepe)
Weitere Eindrücke aus Istanbul nach dem Anschlag vom Mittwoch, 29. Juni 2016.Weitere Eindrücke aus Istanbul nach dem Anschlag vom Mittwoch, 29. Juni 2016.
Weitere Eindrücke aus Istanbul nach dem Anschlag vom Mittwoch, 29. Juni 2016. (Bild: Omer Kuscu)Weitere Eindrücke aus Istanbul nach dem Anschlag vom Mittwoch, 29. Juni 2016. (Bild: Omer Kuscu)
Weitere Eindrücke aus Istanbul nach dem Anschlag vom Mittwoch, 29. Juni 2016. (Bild: Lefteris Pitarakis)Weitere Eindrücke aus Istanbul nach dem Anschlag vom Mittwoch, 29. Juni 2016. (Bild: Lefteris Pitarakis)
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Dutzende Tote nach Anschlag in Istanbul

Die Verwandten von vier Opfern der Anschläge am Istanbuler Flughafen vom Dienstag tragen die Särge mit den Opfern bei der Beerdigung am Donnerstag. (Bild: EPA/SEDAT SUNA)

Die Verwandten von vier Opfern der Anschläge am Istanbuler Flughafen vom Dienstag tragen die Särge mit den Opfern bei der Beerdigung am Donnerstag. (Bild: EPA/SEDAT SUNA)

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