TERRORVERDACHT: Messerattacke am Louvre

Ein Mann hat beim Louvre-Museum in Paris ­einen Soldaten mit einem grossen Messer angegriffen und dabei «Allahu akbar» gerufen. Die Regierung spricht von einem Terroranschlag.

Stefan Brändle/Paris
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Polizisten patrouillieren nahe des Louvre-Museums. (Bild: Thibault Camus / Keystone (Paris, 3. Februar 2017))

Polizisten patrouillieren nahe des Louvre-Museums. (Bild: Thibault Camus / Keystone (Paris, 3. Februar 2017))

Stefan Brändle/Paris

Der Vorfall ruft in Frankreich böse Erinnerungen wach – an die drei grossen Terroranschläge von 2015 und 2016 in Paris und Nizza. Auch bei dieser Attacke wählte der Täter einen prominenten Schauplatz. In einem unterirdischen Zugang zum Louvre-Museum und der Einkaufszone Carrousel du Louvre griff ein jüngerer Mann eine Patrouille mehrerer Soldaten mit einer Machete an. Ein Militär wurde am Unterarm verletzt; ein weiterer eröffnete daraufhin das Feuer auf den Angreifer, der zwei Rucksäcke trug. Eine von fünf abgegebenen Kugeln traf ihn in den Bauch, wie die Polizeipräfektur mitteilte. Ein zweiter Soldat wurde demnach an der Schädeldecke leicht verletzt.

Der ganze Angriff dauerte nur wenige Sekunden. Das Handybild einer chinesischen Touristin zeigt einen am Boden liegenden Mann sowie vier Soldaten. Zwei von ihnen sichern auf dem Bild eine Treppe gegen potenzielle andere Angreifer.

Polizeipräfekt Michel Cadot erklärte später, der Täter habe «Allahu akbar» gerufen. Von diesem Ruf waren in Frankreich die meisten Terrorattacken der letzten Zeit begleitet gewesen. Premierminister Bernard Cazeneuve sprach von einem Anschlag mit «terroristischem Charakter». Er übertrug die Ermittlungen der Antiterrorabteilung der französischen Justiz.

Verhaftet wurde «vorübergehend» ein weiterer Mann, wie Präfekt Cadot mitteilte. Hinweise auf einen konzertierten Angriff gab es aber vorerst keine. Die zwei Rucksäcke enthielten entgegen ersten Befürchtungen keinen Sprengstoff. Pariser Medien berichteten, bei dem Täter sei ein zweites Messer gefunden worden. Der Angreifer wurde ins Pariser Krankenhaus Pompidou eingewiesen und operiert. Am Abend hiess es, bei ihm handele es sich um einen 29-jährigen Ägypter. Er sei von Dubai aus nach Paris geflogen. Dort habe er sich auch die Macheten besorgt.

Das Vorgehen des mutmasslichen Attentäters erinnert an den Angriff auf die Kirche Sainte-Etienne-de-Rouvray, wo im vergangenen Sommer während einer Messe ein Priester mit einem Messer umgebracht worden war. Im Louvre selbst löste der Angriff keine Panik aus. Mehr als tausend Besucher wurden unter der Louvre-Pyramide in Nebenräume in Sicherheit gebracht. Staatspräsident François Hollande lobte «den Mut und die Entschlossenheit» der beteiligten Soldaten.