Frankreich
TGV in der Nähe von Strassburg bei Testfahrt entgleist – mindestens 10 Menschen sterben

Bei einer Testfahrt auf einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke nördlich von Strassburg ist am Samstagnachmittag ein TGV entgleist. Dabei starben zehn Personen. Der Versuchszug war wohl mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs.

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TGV bei Testfahrt verunglückt
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TGV bei Testfahrt verunglückt
Die französische Verkehrsministerin Segolene Royale spricht zu den Medien.
TGV bei Testfahrt verunglückt

TGV bei Testfahrt verunglückt

Keystone

Gemäss der Bahnbetreibergesellschaft SNCF handelt es sich bei den Opfern um Techniker. Nach Angaben der Gendarmerie sollen sich rund fünfzig SNCF-Mitarbeiter an Bord des Zuges befunden haben; 32 Personen seien verletzt worden, zwölf davon schwebten in Lebensgefahr.

Die Gendarmerie geht davon aus, dass der Testzug wegen überhöhter Geschwindigkeit entgleist ist. Die Unglücksursache sei jedoch nicht bekannt. Es handelt sich um das schwerste Unglück mit einem TGV in der Geschichte des Schnellzugs.

Der Unfall ereignete sich bei Eckwersheim im Departement Bas-Rhin. Auf Fotos des Unglücks ist zu sehen, wie zahlreiche Wagen voneinander getrennt und verstreut auf einem Feld unterhalb eines Damms liegen. Ein Teil der Wagen befinden sich in einem Kanal.

Gemäss Journalisten der Nachrichtenagentur AFP standen umgehend Polizisten, Rettungskräfte, Helikopter und Tauchereinheiten vor Ort im Einsatz.

Am Sonntagmorgen gab ein Sprecher der Bahngesellschaft SNCF bekannt, dass sich auch «einige Kinder» im Unglückszug befanden, von denen er nicht sagen könne, ob sie unter den Opfern seien.

Bereits am Samstagabend gab Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal bekannt, dass die Opferzahl noch weiter steigen könnte. Fünf Menschen würden noch immer vermisst. Einige von ihnen würden unter den umgestürzten Waggons des entgleisten TGV-Schnellzugs vermutet.

"Die Untersuchung soll die Zahl von Menschen ermitteln, die sich in dem Zug befanden und dafür nicht zugelassen waren", sagte der SNCF-Sprecher weiter.

Geforderte Politiker

Frankreichs Staatschef François Hollande sprach den Angehörigen seinen Beistand aus. Die auch für Verkehr zuständige Umweltministerin Ségolène Royal und ihr Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies wollten sich zum Unglücksort begeben.

Angesichts der Anschläge in Paris erklärte die Staatsbahn SNCF, dass keinerlei Verbindung zu den Attentaten hergestellt werden könne.

Neue Schnellzugstrecke

Der Unfall ereignete sich auf dem letzten Abschnitt einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke, die Paris mit Strassburg verbindet. Ein grosser Teil der Strecke wird schon befahren, in Teilen Lothringens und im Elsass müssen die TGV-Schnellzüge aber noch auf älteren Gleisen fahren und das Tempo drosseln.

Das letzte, rund 100 Kilometer lange Teilstück soll im April 2016 für den Personenverkehr freigegeben werden. Die Fahrzeit zwischen Paris und Strassburg verringert sich dann um eine halbe Stunde auf rund 1 Stunde und 50 Minuten.