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Trump im Kreuzfeuer der Kritik – auch von Parteifreunden

Charlottesville Ungeachtet der massiven Kritik an seinen Äusserungen zu den Ausschreitungen in Charlottesville, in denen er Rechtsextreme und Gegendemonstranten auf eine Stufe gestellt hatte, legte Donald Trump nach: Am Donnerstag twitterte der US-Präsident, es mache ihn «traurig zu sehen, wie die Geschichte und Kultur unseres grossartigen Landes durch die Entfernung unserer schönen Statuen und Denkmäler zerrissen» werde. Mit dem Tweet bezog sich Trump auf das Denkmal des US-Generals und Sklavenhalters Robert E. Lee (1807–1870), dessen geplante Entfernung Anlass für die ultrarechten Demonstrationen in Charlottesville gewesen war. Für die weissen Suprematisten in den USA ist Lee eine zentrale Identifikationsfigur; linksliberale Amerikaner fordern seit langem die Entfernung von Statuen aus öffentlichen Räumen, die der Verehrung von Südstaaten-Führern aus dem amerikanischen Bürgerkrieg dienen. Sie sehen darin eine Verklärung der rassistischen Vergangenheit der USA.

Nach den Anschlägen in Barcelona provozierte Trump weiter: In einem Tweet empfahl er, sich im Kampf gegen den Terrorismus am US-General John Pershing (1860–1948) zu orientieren, der einer Legende zufolge vor mehr als 100 Jahren muslimische Gefangene auf den Philippinen mit in Schweineblut getränkten Projektilen exekutiert haben soll.

US-Präsident bezieht sich auf erfundene Geschichte

Diesen Mythos hatte Trump bereits im Wahlkampf zitiert – obwohl Historiker ihn als frei erfunden bezeichnen. Wenige Stunden vor dem Tweet hatte der US-Präsident auf Twitter einmal mehr gegen vermeintliche «Fake News» gewettert. Trumps jüngste Tiraden haben auch seine Parteifreunde nicht kaltgelassen. Der Senator von South Carolina, Tim Scott, sprach von der «Kompromittierung der moralischen Autorität» des Präsidenten. Der prominente Republikaner Bob Corker erklärte vor Journalisten: «Der Präsident war bisher nicht fähig, die Stabilität oder etwas von der Kompetenz an den Tag zu legen, die er braucht, um erfolgreich zu sein.» Corker forderte «radikale Veränderungen» im Weissen Haus.

Die Äusserungen von Corker, der zunächst als Vizepräsident unter Trump gehandelt worden war, erfahren in den US-Medien grosse Beachtung. Die ­«Washington Post» nahm die «ungewöhnliche Rüge» Corkers zum Anlass, um anhand von Umfragewerten den zunehmenden Vertrauensverlust vieler Republikaner gegenüber Trump aufzuzeigen.

Nachdem die meisten hochrangigen Republikaner nach Trumps ersten Äusserungen zu den Ausschreitungen in Charlottesville geschwiegen hatten, haben inzwischen etliche das Wort gegen Rassismus ergriffen und Trump aufgefordert, sich zu entschuldigen. Beifall hatte Trump von Ex-Ku-Klux-Klan-Chef David Duke erhalten. (isd)

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