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US-Präsident Trump überrascht nach dem G20-Gipfel mit einem Speed-Date mit Nordkoreas Machthaber Kim

Donald Trump hat bei einem Blitzbesuch als erster US-Präsident nordkoreanischen Boden betreten. Er lädt Machthaber Kim Jong Un sogar ins Weisse Haus ein. Der wiederum ist überrascht.
Felix Lee
US-Präsident Donald Trump (links) und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un bei ihrem spontanen Treffen im koreanischen Grenzdorf Panmunjom. (Bild: Getty, 30. Juni 2019)

US-Präsident Donald Trump (links) und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un bei ihrem spontanen Treffen im koreanischen Grenzdorf Panmunjom. (Bild: Getty, 30. Juni 2019)

Keine Frage: Donald Trump hat wieder einmal bewiesen, dass er für eine Überraschung gut ist. Auf seiner Rückreise vom G20-Gipfel in Osaka hat der US-Präsident am Sonntag spontan den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un getroffen, und zwar auf nordkoreanischem Boden. Nach Angaben seines Stabs landete er kurz nach 14.30 Uhr Ortszeit an Bord seines Regierungshubschraubers Marine One in der entmilitarisierten Zone an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea und überschritt sogar für einige Minuten die Demarkationslinie. Er ist damit der erste US-Präsident, der in seiner Amtszeit nordkoreanisches Staatsgebiet betreten hat.

Es handelte sich zwar um ein sehr kurzes Treffen von gerade einmal 50 Minuten; konkret über Nordkoreas viel kritisiertes Atomwaffenprogramm haben sie nicht geredet, sondern lediglich vereinbart, die Verhandlungen zu intensivieren. Trump lud den Diktator aber zu einem Besuch ins Weisse Haus nach Washington ein. «Ich war stolz, über die Linie zu treten», sagte Trump zu Kim bei seinem Treffen im «Freedom House» auf der südkoreanischen Seite des Dorfs Panmunjom. «Dies war ein sehr legendärer, sehr historischer Tag.»

Blockierte Verhandlungen um Nordkoreas Atomwaffen

Die USA fordern von Nordkorea, seine Atomwaffen aufzugeben. Das Kim-Regime wiederum fordert die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen und eine Sicherheitsgarantie, nicht von US-Kräften gestürzt zu werden. Trump ist der erste US-Präsident, der überhaupt einem nordkoreanischen Machthaber von Angesicht zu Angesicht gegenübertritt. Es handelt sich bereits um ihre dritte Begegnung. Nach dem ersten Gipfel vor einem Jahr in Singapur feierte Trump sich selbst und die Annäherung noch gross. Sein zweites Treffen Anfang Februar in Hanoi fiel für beide Seiten hingegen sehr ernüchternd aus. Sie trennten sich, ohne Ergebnisse zu vereinbaren. Seitdem liegen die Verhandlungen um Nordkoreas viel kritisiertes Atomwaffenprogramm weitgehend auf Eis.

Kim gab denn auch zu, dass er «überrascht» gewesen sei, als Trump ihn am Samstag über Twitter eingeladen habe, ihn zu treffen. Kim fühlte sich aber sichtlich geehrt. Gegenüber Trump sagte er, für ihn sei dies «Ausdruck seiner Bereitschaft, die gesamte unglückliche Vergangenheit zu eliminieren und eine neue Zukunft zu beginnen».

Für diesen Blitzbesuch hat Trump seinen engsten Stab um sich geschart. Er brachte seine Tochter Ivanka, deren Mann Jared Kushner sowie Finanzminister Steven Mnuchin mit. Mnuchin ist verantwortlich für die Sanktionen, die die USA gegen Nordkorea verhängt haben. Aus US-Kreisen heisst es, Trump würde unmittelbare Sanktionserleichterungen in Betracht ziehen. Offiziell bestätigt ist das aber nicht. Kims Chef-Unterhändler Kim Yong Chol und Choe Son Hui waren bei der Begegnung nicht zu sehen. Trumps Nordkorea-Verhandler Stephen Biegun soll sich aber bereits in der Nacht mit Choe getroffen haben.

Nur idyllisch ging es bei der Begegnung allerdings nicht zu. Der US-Fernsehsender CNN berichtet, auf dem kurzen Weg von der nordkoreanischen Seite zum südkoreanischen Grenzgebäude hätten offenbar höchst nervöse Leibwächter Kims den Weg so ruppig freigemacht, dass Trumps gerade erst ins Amt beförderte Pressesprecherin Stephanie Grisham sich dabei leicht verletzte.

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