Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

WEF: Trump kommt wieder nach Davos

Der schwärmerische Empfang, den WEF-Gründer Klaus Schwab dem US-Präsidenten Donald Trump einst bereitet hat, wurde scharf kritisiert. Aber er hat die gewünschte Wirkung erzielt.
Patrik Müller
Forums-Teilnehmer verfolgen am WEF Anfang dieses Jahres den Auftritt von US-Präsident Donald Trump. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone; 26. Januar 2018)

Forums-Teilnehmer verfolgen am WEF Anfang dieses Jahres den Auftritt von US-Präsident Donald Trump. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone; 26. Januar 2018)

Was die «Schweiz am Wochenende» bereits vor zwei Monaten vermeldete, ist seit heute Abend offiziell: Donald Trump reist im Januar wieder ans Weltwirtschaftsforum (WEF). Damit bestätigte die Pressesprecherin des Weissen Hauses, worauf eine Ausschreibung der US-Botschaft in Bern hingedeutet hatte: Auf ihrer Website veröffentlichte sie eine Anfrage, mit der sie für den kommenden Januar acht Lastwagen zum Transport von Spezialequipment vom Flughafen Zürich nach Davos suchte.

Alles deutete auf einen Hochsicherheitstransport hin, denn in der Ausschreibung hiess es ­beispielsweise: «In jedem LKW-Führerhaus muss ein US-Regierungsvertreter mitfahren.»

Die halbe Regierung ist da

Trump wird begleitet von einem Dutzend hochkarätiger Vertreter seiner Administration, etwa von Finanzminister Steven Mnuchin, Aussenminister Mike Pompeo, Handelsminister Wilbur Ross, Arbeitsminister Alex Acosta, Verkehrsministerin Elaine Chao – und nicht zuletzt von seinen beiden wichtigsten Beratern. Seine Tochter Ivanka Trump und deren Ehemann Jared Kushner sind im Gegensatz zu 2018 auch Teil der US-Delegation.

Kushner berät den Präsidenten unter anderem in der Nahost-Politik. Aus Israel, aber auch ­umliegenden arabischen Staaten sind traditionell viele hochrangige Vertreter in Davos anwesend. Am WEF könnte es also zu einem kleinen Nahost-Gipfel kommen.

Der Zeitpunkt von Trumps Ankündigung ist pikant. Erst vor wenigen Tagen hat Russland entschieden, Regierungsvertreter nach Davos zu senden. Die Teilnahme der Russen stand auf der Kippe, weil das WEF zunächst eine Sperre gegen drei Oligarchen verhängt hatte. Doch am Wochenende wurde diese aufgehoben. «Weil die Organisatoren des WEF ihre Meinung geändert haben, wird eine russische Regierungsdelegation am Forum teilnehmen», erklärte darauf ein Sprecher in Moskau. Kommt es gar zu einer Zusammenkunft der Präsidenten Putin und Trump? Das ist offen. Am letzten WEF fehlte der russische Präsident, er nahm aber an früheren Jahrestreffen in Davos teil, und es heisst, er schätze die Bühne, die weltweite Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Mit Pauken und Trompeten

Genau das dürfte auch der Grund für die erneute Teilnahme Trumps sein, der nichts so sehr liebt, wie wenn sich alles um ihn dreht. Als er am Abschlusstag des WEF 2018 die Bühne im Kongresszentrum betrat, spielte eine Blaskapelle auf, ähnlich wie eine Militärmusik bei einem offiziellen Staatsempfang. Diese Ehre hatte WEF-Gründer Klaus Schwab noch keinem Redner zuteilwerden lassen.

Schwab, der 80-jährige Professor, ist der Gegenentwurf zum 72-jährigen Trump: vornehm, anständig, diplomatisch. Doch mit Trump schien er sich bestens zu verstehen, und er schmeichelte ihm mit Komplimenten für seine Wirtschaftspolitik. Schwab wurde dafür kritisiert – aber sein Kalkül ging auf: Der selbstverliebte Trump kommt wieder. Auch der Schweizer Bundespräsident Alain Berset, der sich mit Trump 45 Minuten lang besprach, verzichtete auf jegliche Kritik.

Trump zum Zweiten: Ein schöner Erfolg für Schwab, aber eine Herausforderung für das WEF. Ob in Kloten, wo die Air Force One landet, oder in und um das Kongresszentrum in Davos: Überall wird der logistische und sicherheitstechnische Ausnahmezustand herrschen.

Eindrücke von Trumps Besuch am WEF Davos 2018

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.