Trumps Politberater Roger Stone verurteilt

Trumps alter Kumpel und Freund soll wegen Russlands Beeinflussungsversuchen 2016 gelogen und die Ermittlungen behindert haben. 

Renzo Ruf aus Washington
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Roger Stone und seine Frau Nydia beim Verlassen des Gerichtsgebàudes. (Bild: Erik Lesser/Keystone)

Roger Stone und seine Frau Nydia beim Verlassen des Gerichtsgebàudes. (Bild: Erik Lesser/Keystone)

Der langjährige republikanische Politberater Roger Stone (67) ist am Freitag vor einem Washingtoner Bundesgericht in sieben Anklagepunkten für schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass Stone im Zusammenhang mit Ermittlungen in die russischen Einmischungsversuche in den amerikanischen Wahlkampf 2016 gelogen und die entsprechenden Ermittlungen behindert habe. Einer dieser Anklagepunkte betrifft Aussagen Stones vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, in denen er im September 2017 über seine Kontakte zu Wikileaks Auskunft gegeben hatte – diejenige Internet-Plattform also, die im Wahlkampf 2016 E-Mails publizierte, die russische Hacker von hochrangigen demokratischen Politikern gestohlen hatten.

Die Anklagebehörde hatte Stone vorgeworfen, er habe aus Rücksicht auf seinen langjährigen Freund Donald Trump die Unwahrheit über seine Kontakte zu Wikileaks verbreitet. Ein anderer Berater Trumps erwähnte vor Gericht aber einen Telefonanruf zwischen Trump und Stone im Juli 2016, in dem Stone dem heutigen Präsidenten gesagt habe, Wikileaks werde bald noch «mehr Informationen» veröffentlichen. Stone wird am 6. Februar 2020 erfahren, wie lange er ins Gefängnis muss. Bereits wird allerdings darüber spekuliert, dass Trump seinen alten Freund begnadigen werde.