Trumps Stinkefinger an Europa

Renzo Ruf, unser Korrespondent aus Washington, zu Donald Trumps Stinkefinger an Europa.

Renzo Ruf, Washington
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Renzo Ruf

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Es ist bezeichnend: Gleich zweimal beklagte sich Donald Trump am Donnerstag im Weissen Haus darüber, dass sich das Ausland über die USA lustig mache. Der amerikanische Präsident scheint tatsächlich der Meinung zu sein, dass der Spott, der ihm aus Europa entgegenschlägt, gleichbedeutend mit fehlendem Respekt gegenüber der US-Bevölkerung ist.

Dies ist ein unsympathischer Wesenszug, der sich trefflich auf einem Therapeutensofa analysieren liesse. Amerikas Verbündete sind gut beraten, sich mit dieser charakterlichen Schwäche abzufinden und sich darauf einzustellen, dass Trump den Bündnispartnern noch einige Male den Stinkefinger zeigen wird. Denn Trump wird sich nicht ändern, dafür ist er zu alt und zu erfolgreich.

Ein Konfrontationskurs kommt deshalb einer Zeitverschwendung gleich. Und Kraftmeiereien à la Emmanuel Macron – Händedrücken, bis die Knöchel weiss werden – sind kontraproduktiv. Sonnenkönig Trump kann nicht unterscheiden zwischen Kritik an seiner Politik und Vorbehalten gegenüber seiner Person. Besser wäre es, Europa würde statt­dessen die Gemeinsamkeiten betonen und sich auf Bereiche konzentrieren, in denen eine Partnerschaft mit Trump möglich ist. Der Klimaschutz aber gehört ab sofort nicht mehr dazu.

Renzo Ruf, Washington

nachrichten@luzernerzeitung.ch