TÜRKEI: Attentäter in Istanbul war IS-Anhänger

Nach dem Selbstmordanschlag in Istanbul mit vier Todesopfern herrscht in der Türkei die Furcht vor weiteren Anschlägen zum kurdischen Neujahrsfest. Die Regierung gab bekannt, dass der Attentäter ein IS-Anhänger war.

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Ein Mann legt einen Olivenzweig bei der Anschlagstelle in Istanbul nieder. (Bild: AP Photo/Emrah Gurel)

Ein Mann legt einen Olivenzweig bei der Anschlagstelle in Istanbul nieder. (Bild: AP Photo/Emrah Gurel)

Die Einkaufsstrasse Istiklal - Ort des Attentats vom Samstag - war auf Fernsehaufnahmen fast menschenleer. Ein Selbstmordattentäter hatte am Samstag dort vier Menschen mit in den Tod gerissen, 36 Menschen wurden verletzt. Darunter sind nach neuesten Angaben 24 Ausländer.
 
Nach Angaben der Regierung in Jerusalem kamen drei Israelis ums Leben. Zwei von ihnen hatten zudem die US-Staatsbürgerschaft. Schweizer sind nach Angaben des Eidg. Departements für auswärtige Angeleinheiten (EDA) nicht unter den Toten oder 36 Verletzten.
 
Beim Selbstmordattentäter handelt es sich nach Regierungsangaben um einen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der türkische Innenminister Efkan Ala teilte in Ankara mit, der Attentäter sei identifiziert worden. Er stamme aus dem türkischen Gaziantep. Er bestätigte damit vorherige Medienberichte. Die IS-Miliz bekannte sich zunächst nicht zu der Tat.

Newroz verboten

Einen Tag vor dem kurdischen Neujahrsfest Newroz wurden in der westtürkischen Stadt Izmir 19 Menschen festgenommen. Darunter seien zwei Bezirksbürgermeister der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Sonntag.
 
Hintergrund sei eine geplante Newroz-Demonstration, die möglicherweise in Gewalt umschlagen könnte. Die Behörden hatten Newroz-Feiern im kurdisch geprägten Südosten der Türkei verboten. In der Kurdenmetropole Diyarbakir ist die Veranstaltung am Montag jedoch erlaubt. Newroz ist das Neujahrs- oder Frühlingsfest, das von Kurden sowie vor allem im Iran gefeiert wird.
 
Türkische Sicherheitskräften gehen seit Monaten gewaltsam gegen Kurden vor. Damit endete im vergangenen Sommer eine Waffenruhe und eine längere Phase relativer Stabilität. Begründet wird dies von türkischer Seite mit Terrorismusbekämpfung. Von Ausgangssperren und dem Beschuss kurdischer Ortschaften betroffen ist jedoch auch die Zivilbevölkerung, unter der es zahlreiche Opfer gab.
 
Umgekehrt gab es wiederholt Angriffe von PKK-Anhängern auf Sicherheitskräfte. Zudem bekannten sich die radikalen Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) auch zu Anschlägen auf zivile Ziele in der Hauptstadt Ankara, wovon sich die PKK jedoch distanzierte.

sda