Verfassungsreform
Türkei-Abstimmung: Schweizer Wahlbeobachter kritisiert Erdogan

Pierre-Alain Fridez soll das heutige Verfassungsreferendum überwachen. Doch der SP-Nationalrat sieht nicht einmal die Voraussetzungen für faire Wahlen erfüllt.

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Erdogna_Fridez

Erdogna_Fridez

EPA/Keystone/Montage_az

Heute Sonntag stimmen 55 Millionen Wahlberechtigte in der Türkei über das Referendum zur Einführung des Präsidialsystems ab. SP-Nationalrat Pierre-Alain Fridez (JU) ist laut dem «SonntagsBlick» als Wahlbeobachter vor Ort.

Im Auftrag des Europarates flog er am Donnerstag in die Hauptstadt Ankara, am Samstag weiter nach Istanbul. Dort überwacht er in den Wahlbüros, ob die Abstimmung fair verläuft. Über seine Erfahrungen darf er erst reden, wenn das Resultat bekannt ist.

Schon jetzt aber kritisiert Fridez die Umstände: «Es ist unangebracht, ein Referendum abzuhalten, wenn gleichzeitig Journalisten und Politiker im Gefängnis sitzen.» Die Türkei befinde sich im Ausnahmezustand.

«Das sind nicht gerade optimale Voraussetzungen für eine Abstimmung.» Bis jetzt kennt der Jurassier die Türkei nicht aus eigener Erfahrung: «Ich war nur zweimal in Istanbul – im Transitbereich am Flughafen.» Dieses Wochenende trifft er Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft.

Von den türkischen Behörden sei er bisher nicht behindert worden. «Die Lage ist ruhig. Vereinzelt gab es aber Polizeikontrollen auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel», sagt er gegenüber SonntagsBlick.