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Überraschende Dänen und aufgeschreckte Ugander: Das hat die Klimajugend weltweit erreicht

Mit Protesten und Streiks allein ists nicht gemacht. Doch langsam zeichnen sich erste handfeste Erfolge der Jugendbewegung ab.
Samuel Schumacher
Klima-Streiks wie hier in Dortmund finden inzwischen fast wöchentlich statt. (Bild: EPA/Friedmann Vogel)

Klima-Streiks wie hier in Dortmund finden inzwischen fast wöchentlich statt. (Bild: EPA/Friedmann Vogel)

Für den kommenden Herbst plant die globale Klimajugendbewegung ihre bislang grösste Aktion: Vom 20. bis zum 27. September wollen Millionen von Jugendlichen weltweit auf die Strasse gehen und während des gleichzeitig stattfindenden Klimagipfels der UNO in New York einmal mehr das Ende der fossilen Ära fordern.

Doch was hat die Klimajugend über solche aufsehenerregenden Protestaktionen hinaus eigentlich erreicht? Hier vier Beispiele, die zeigen, dass die Jugendbewegung mehr produziert als nur Schall und Rauch.

Grossbritannien hat nationalen Klimanotstand ausgerufen

Am 1. Mai dieses Jahres erklärte das britische Parlament als erstes nationales Parlament der Welt den Klimanotstand und erfüllte damit eine der zentralen Forderungen der in Grossbritannien aktiven Klimabewegung «Extinction Rebellion» («Rebellion gegen das Aussterben»). Was der nationale Klimanotstand für Grossbritannien allerdings genau bedeutet, ist unklar. Er ist eher eine generelle Erklärungsabsicht als eine konkrete Handlungsanleitung. Dasselbe gilt für die Notstandserklärungen, die Portugal und Kanada am 7. und 17. Juni verkündet haben.

Nebst diesen nationalen Absichtserklärungen haben auch über 900 Städte und Bezirke den Klimanotstand ausgerufen. Eine der Ersten war Konstanz, das sich ganz konkrete Ziele gesetzt hat. So muss die Verwaltung inskünftig jährlich einen Bericht vorlegen, der aufzeigt, welche Erfolge die Stadt bezüglich der Reduktion von CO2 erzielt hat. Auch in der Schweiz haben bereits mehrere Städte und Kantone den Klimanotstand ausgerufen, darunter Basel, Bern, Olten, Wil, Thun, Liestal sowie die Kantone Zürich, Luzern, Jura und Waadt.

Dänische Regierung lässt sich von Jugendlichen beraten

Monika Skadborg, 25, und ihre Kollegin nahmen am Klimagipfel im polnischen Kattowitz im vergangenen Dezember allen Mut zusammen und stellten sich dem dänischen Umweltminister Lars Christian Lilleholt in den Weg. Sie wollten ihm ihre Idee vorstellen, dass die dänische Regierung zukünftig auch Jugendliche in ihre Debatten über konkrete Massnahmen gegen den Klimawandel einbeziehen sollte. Wirkliche Hoffnungen machten sich die beiden aber nicht.

Doch der dänische Minister hatte ein offenes Ohr für das Anliegen und fackelte nicht lange. Im März kam der von Lilleholt einberufene Jugendklimarat zum ersten Mal zusammen. Beworben für das beratende Gremium hatten sich 383 junge Däninnen und Dänen, ausgewählt wurden zehn. Präsidiert wird der Rat, der sich regelmässig mit Lilleholt trifft und Vorschläge für konkrete Massnahmen einreichen kann, von Monika Skadborg.

Uganda will die Abholzung stoppen

Der Klimawandel gibt nicht nur im globalen Westen zu reden, sondern neuerdings auch im ostafrikanischen Uganda. Das Land, dessen durchschnittlicher CO2-Ausstoss laut der Weltbank 37-mal geringer ist als jener des durchschnittlichen Weltbürgers, hat ein grosses Abholzungsproblem. Deshalb haben ugandische Schüler und Studenten bei der Parlamentssprecherin Rebecca Kadaga Druck gemacht und sie dazu bewegt, ein neues Umweltkomitee ins Leben zu rufen. Das Komitee gleist derzeit neue Gesetze gegen die Abholzung auf und hat eine landesweite Baumpflanzungsaktion an Primarschulen lanciert, um Kinder und Eltern für das Thema zu sensibilisieren.

Amerika streitet über den «Green New Deal»

Auch in den USA hat die jugendliche Klimabewegung Grund zum Feiern. Der «Green New Deal», den die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, 29, im Februar vorgestellt hat, verlangt, dass die USA massiv in erneuerbare Energien, den öffentlichen Verkehr und die Isolation von Häusern investieren. Binnen zehn Jahren soll das Land so den Ausstieg aus den fossilen Energien schaffen. Bislang sorgt das Anliegen auf dem politischen Parkett zwar für hitzige Debatten. Konkrete Massnahmen aber hat das amerikanische Parlament noch keine verabschiedet.

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