ÜBERSCHWEMMUNGEN: Schweizer Armee leistet Nothilfe im Balkangebiet

In den letzten Tagen kam es zu schweren Überschwemmungen in Bosnien-Herzegowina. Morgen Dienstag wird ein Helikopter der Schweizer Luftwaffe zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung eingesetzt.

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Ein komplett zerstörtes Auto liegt völlig überflutet in einer Strasse in Obrenovac, etwa 30 Kilometer südwestlich von der serbischen Hauptstadt Belgrad. (Bild: AP Photo/Darko Vojinovic)

Ein komplett zerstörtes Auto liegt völlig überflutet in einer Strasse in Obrenovac, etwa 30 Kilometer südwestlich von der serbischen Hauptstadt Belgrad. (Bild: AP Photo/Darko Vojinovic)

Seit den schweren Regenfällen von vergangener Woche, die zu massiven Überschwemmungen in verschiedenen Balkanländern geführt haben, sind auch in Bosnien und Herzegowina noch rund 10‘000 Menschen von der Umwelt abgeschnitten. Aus diesem Grund fliegt ein Schweizer Helikopter, der in der Kosovo Force (KFOR) im Kosovo eingesetzt ist, am Dienstag nach Bosnien-Herzegowina. Der Helikopter des Typs Cougar wird vorerst 24 Stunden operationell eingesetzt, wie der Bund am Montagabend mitteilt.

Da immer noch sehr viele Strassen überflutet oder nach dem Rücklauf des Flusspegels zerstört und daher nicht passierbar sind, werden kranke und alte Personen sowie schwangere Frauen aus den überschwemmten Gebieten via Luftweg evakuiert. Zudem werde die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Kleidern versorgt.

Auch die Glückskette, Migros und Coop helfen

Mit Blick auf die verheerenden Unwetter im Balkan hat die Glückskette ihr Spendenkonto «Überschwemmungen Europa» reaktiviert. Die Stiftung nimmt Spenden online und auf dem Postkonto 10-15000-6 entgegen.

Die Partner-Hilfswerke der Glückskette ADRA, Caritas und das Schweizerische Rote Kreuz unterstützen die rund eine Million betroffenen Menschen in Bosnien, Serbien und Kroatien über ihre lokalen Partnernetzwerke. Dies teilte die Glückskette am Montag mit.

Zwei grosse Spenden aus der Schweiz stehen bereits fest. Sowohl Migros als auch Coop spenden je eine halbe Million Franken an das Schweizerische Rote Kreuz (SRK). «Mit der Spende können wir schnell und unkompliziert mithelfen, die Not zu lindern», wird Migros-Chef Herbert Bolliger in einem Migros-Communiqué zitiert.

Situation in Bosnien-Herzegowina ist prekär

«Das Geld wird sehr effektiv und rasch zugunsten der Überschwemmungsopfer eingesetzt», heisst es in der Medienmitteilung von Coop. Insgesamt wird das SRK die Opfer der Katastrophe mit mindestens 1,3 Millionen Franken unterstützen können, wie es hiess.

Die Situation in Bosnien-Herzegowina sowie in Serbien sei nach wie vor prekär, schreibt das SRK. Zehntausende Menschen sind demnach in Schulen, Sporthallen und Gemeinschaftszentren untergekommen, wo sie unter anderem vom Roten Kreuz unterstützt werden.

Auch Zuger Partnerstadt ist betroffen

Die Überschwemmungen im Balkan haben mit Kalesija auch eine Partnerstadt der Stadt Zug in Mitleidenschaft gezogen. Mit Unterstützung des Zuger Stadtrats startet der Verein Zug-Kalesija eine Hilfsaktion. Der Stadtrat will am Dienstag einen Kredit in der Höhe von rund 20'000 Franken für die Nothilfe im Ausland sprechen.

Kalesija liegt nur rund zwei Autostunden von der nordbosnischen Stadt Doboj entfernt, wo das Unwetter bereits zahlreiche Todesopfer gefordert hat. Die Partnerstadt habe sich mit einem Hilfegesuch an den Verein Zug-Kalesija gewandt, heisst es in einer Mitteilung der Stadt Zug vom Montag. Kalesija zählt rund 36'700 Einwohner.

Kinderkleider werden am nötigsten gebraucht

Der örtliche Zivilschutz benötige Kleider - vor allem für Kinder -, Bettwäsche, Gummistiefel, Plastikfolie, Wasserpumpen, Notstromaggregate, Hygiene- und Desinfektionsmittel. Die Gemeinde Kalesija wolle zudem 16 Wohnungen als Notunterkünfte bereitstellen, wofür sie Möbel, Fenster, Türen und Badeinrichtungen benötige.

«Ich sehe es als unsere Pflicht, unserer Partnerstadt in der Not beizustehen», wird die Zuger Stadträtin Vroni Staub in der Mitteilung zitiert. Sie ist gleichzeitig Präsidentin des Vereins Zug-Kalesija. Die 20'000 Franken, welche der Stadtrat am Dienstag sprechen will, seien für den Kauf von Materialien vor Ort gedacht.

Ausserdem unterstütze der Stadtrat die Sammelaktion des Vereins, «um ein starkes Zeichen der Solidarität an unseren bosnischen Freunden zu setzten», heisst es weiter. Die Zuger Bevölkerung kann von Dienstag bis Donnerstag im Ökihof beim Güterbahnhof Hilfsgüter abgeben.

 

pd/nop