Ukraine-Krieg
Selenski mokiert sich mit Ein-Mann-Parade über Putin: Diese fünf Minuten dürften den Kreml-Chef auf ewig nerven

Der ukrainische Präsident wagt seinerseits einen Nazi-Vergleich und prophezeit Putins baldigen Untergang.

Samuel Schumacher
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Braucht keine 11'000 Soldaten, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen: der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski.

Braucht keine 11'000 Soldaten, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen: der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski.

Keystone

11'000 Soldaten liess Wladimir Putin für seine Siegesparade durch Moskau stolzieren. In Kiew schickte Wolodimir Selenski derweil eine Ein-Mann-Show über den Prachtboulevard Khreshatyk. Selenski höchstpersönlich spazierte durch die ausgestorbene Innenstadt, vorbei am verbarrikadierten Maidan und an zahlreichen Panzersperren auf der Strasse. «Bald wird es zwei Siegestage geben in der Ukraine. Und jemand anderes wird gar keinen mehr haben. Wir haben damals gewonnen», sagte Selenski in Erinnerung an den Sieg der sowjetischen Armee über die Nazis 1945:

«Und wir werden auch jetzt gewinnen.»

Während Moskau den 9. Mai mit zeremoniellen Kanonensalven feierte, schoss Selenski in Kiew mit rhetorischem Geschütz gegen Moskau. Die Ukraine sei in ihrer Geschichte immer wieder angegriffen worden, doch nie habe es ein Besatzer geschafft, das Land zu unterwerfen und «unseren freien Geist zu fesseln». Mariupol, die Krim, Luhansk, Donezk und Cherson hätten einst seine Vorfahren von den Nazis befreit: «Bald werden wir auch die neuen Besatzer aus unserem Land vertreiben, das ist sicher», betonte der 44-jährige ukrainische Präsident.

Während Putin in Moskau erneut die gefährliche Mär von den mörderischen Nazis im Donbass predigte, kehrte Selenski den Spiess auf seinem Solo-Marsch durch die ukrainische Hauptstadt um. Putin kopiere Hitler’s Philosophie und die Methoden der Nazis. Damit schände er das Gedenken an alle, die einst gegen das Hitler-Regime gekämpft hätten. «Er ist zum Scheitern verurteilt.»

Am Schluss seines rund fünfminütigen Spaziergangs betonte Präsident Selenski, was seine Landsleute von den Russen unterscheide:

«Wir haben nie gegen jemanden gekämpft, sondern immer nur für uns selbst.»

Die Ukraine werde «kein einziges Stück ihres Landes» und «kein einziges Stück ihrer Geschichte» hergeben. Diese Geschichte werde bald um einen Sieg reicher sein. Das werde die Ukraine mit einer riesigen Parade auf dem Khreshatyk, dem Kiewer Prachtboulevard, würdig feiern.

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