Ukraine

Ukrainische Opposition prangert Manipulationen bei den Wahlen an

Die ukrainische Opposition um Boxweltmeister Vitali Klitschko hat sich empört gezeigt über die schleppende Auszählung nach der Parlamentswahl in der Ex-Sowjetrepublik. "In Hinterzimmern werden uns 1,5 Prozent der Stimmen gestohlen", sagte Wladimir Kurennoj von der Klitschko-Partei Udar.

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Klitschko 2015 Präsidentschaftskandidat der Opposition in der Ukraine? (Archiv)

Klitschko 2015 Präsidentschaftskandidat der Opposition in der Ukraine? (Archiv)

Keystone

Auch die Vaterlandspartei der am Montag in der Haft in Hungerstreik getretenen Oppositionsführerin Julia Timoschenko sprach am Donnerstag von Fälschungen.

Die Gebietswahlkommissionen, die unter Kontrolle der regierenden Partei der Regionen stehen, würden seit der Wahl am Sonntag Protokolle manipulieren, sagte Timoschenkos Parteikollege Nikolai Tomenko.

Für Aufregung sorgte unterdessen ein Angriff mit Pfefferspray auf Mitarbeiter der Wahlkommission. Mehrere unzufriedene Anhänger einer unterlegenen Kandidatin hätten am Mittwochabend ein Wahllokal in Kiew gestürmt, hiess es. Es kam zu tumultartigen Szenen.

Der inhaftierte Ex-Innenminister Juri Luzenko rief die Opposition auf, das Resultat der "unfairen Wahl" anzuerkennen. "Wir brauchen das Parlament als Brückenkopf für die Präsidentschaftswahl 2015", sagte der frühere Mitarbeiter von Timoschenko, dessen Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs ebenfalls international kritisiert wird.

"Faktor Mensch"

Als möglicher Präsidentschaftskandidat der Opposition gilt Klitschko. Die Wahlkommission in Kiew weist Manipulationsvorwürfe zurück und begründet die langsame Auszählung mit dem "Faktor Mensch".

Die Partei der Regionen von Präsident Viktor Janukowitsch kam laut Wahlleitung nach Auszählung der meisten Wahlzettel auf 30,07 Prozent der Stimmen. Die Vaterlandspartei erhielt 25,48 Prozent, Udar erreichte 13,93 Prozent. Die bisher mitregierenden Kommunisten erzielten 13,20 Prozent, die rechtspopulistische Partei Swoboda kam auf 10,42 Prozent.

Das Ergebnis unterstreicht die politische Spaltung des zweitgrössten Flächenstaats Europas. Während die Regierungsparteien im russischsprachigen Osten und Süden punkten konnten, gewann die Opposition im proeuropäischen Westen Stimmen.