Kommentar

Unendliche Kriege in Afrika

Afrikas Kriege werden dieses Jahr nicht enden – und leider auch nicht nächstes Jahr.

Samuel Schumacher
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Samuel Schumacher.

Samuel Schumacher.

Noch immer stimmt, was das Journal «Foreign Policy» vor zehn Jahren geschrieben hat: Afrikas Kriege hören nie auf, weil sie eigentlich gar keine Kriege sind, sondern Gewaltorgien mit oft nur einem Ziel: die persönliche Bereicherung der Kämpfer.

Mit Ausnahme der Konflikte in Libyen, Ägypten und Kamerun stimmt das auch für die derzeitigen «Kriege» Afrikas. Statt einer klaren Ideologie folgen die selbsternannten Generäle ihrer Gier oder – wie die Soldaten in der Republik Kongo – ihrem grausamen Sex-Trieb. Sie haben keine Forderung, für die sie einstehen, sondern nur blinden Hass, der ihnen oft schon als Kindersoldaten eingeimpft worden ist. Mit ihnen verhandeln geht nicht, weil sie Kraft ihrer Waffen schon haben, was sie wollen: Macht und Geld.

Stoppen lassen sich diese Gewaltorgien oft nur mit staatlicher Gegengewalt. Und die wird Tote fordern – weit über das Jahresende hinaus.