Oldenburg
Unfassbare Mordserie: Angeklagter Pfleger gesteht, 100 Patienten getötet zu haben

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Niels Högel gibt die Taten zu Beginn des Prozesses zu, links seine Anwältin Ulrike Baumann.
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Die Staatsanwaltschaft hat den Ex-Krankenpfleger wegen Mordes an 100 Patienten an Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg angeklagt.
Der Prozess findet vor dem Landgericht im norddeutschen Oldenburg statt.
Das Klinikum Oldenburg: Jahrelang hat der frühere Krankenpfleger Niels Högel hier Patienten umgebracht.
Seine Opfer sind wehrlose Menschen im Alter zwischen 34 und 96 Jahren. Sie alle liegen auf der Intensivstation, sind angewiesen auf helfende Hände.
Richter Sebastian Bührmann.
Högel-Prozess (30.10.2018)
Anklägerin Gaby Lübben.

Niels Högel gibt die Taten zu Beginn des Prozesses zu, links seine Anwältin Ulrike Baumann.

JULIAN STRATENSCHULTE

Der wegen 100-fachen Mordes an Patienten angeklagte frühere Krankenpfleger Niels Högel hat die Taten zum Auftakt seines Prozesses vor dem Landgericht im norddeutschen Oldenburg gestanden. Auf die Frage des Gerichts, ob die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zuträfen, antwortete der 41-Jährige mit «ja». Die Verhandlung begann am Dienstag in Oldenburg mit einer Schweigeminute für die Opfer.

Wahllos schlägt der Mörder zu. Seine Opfer sind wehrlose Menschen im Alter zwischen 34 und 96 Jahren. Sie alle liegen auf der Intensivstation, sind angewiesen auf helfende Hände. Doch ausgerechnet diese bringen ihnen den Tod. Jahrelang hat der frühere Krankenpfleger Niels Högel Patienten umgebracht.

Anerkennung gesucht

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft spritzte der Pfleger seinen Opfern Medikamente, die tödliche Komplikationen verursachten. Anschliessend versuchte er, diese wiederzubeleben - aus Langeweile und um Anerkennung von seinen Kollegen zu bekommen. Nach einer erfolgreichen Reanimation habe er sich tagelang gut gefühlt, sagte Niels Högel damals vor Gericht. Doch dann sei die Leere wieder da gewesen, und er habe sich ein neues Opfer gesucht.

Der Prozess ist komplex und aufwendig. Die Staatsanwaltschaft benannte 23 Zeugen und 11 toxikologische und rechtsmedizinische Sachverständige. Insgesamt ist der Prozess bis Mai 2019 terminiert. Seine Haft sitzt Högel in der Haftansalt in Oldenburg ab. (whr/da/dpa)