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Unfassbares Comeback von Silvio Berlusconi

Dominik Straub über das Comeback von Forza-Italia-Chef Silvio Berlusconi.
Dominik Straub, Rom
Dominik Straub

Dominik Straub

Noch vor wenigen Monaten hätte in Italien kaum jemand einen Cent auf ein politisches Comeback Berlusconis gewettet – und jetzt führt seine Rechtskoalition in allen Umfragen. Dass der 81-jährige, vorbestrafte Ex-Premier ernsthafte Chancen hat, die kommenden Parlamentswahlen zu gewinnen, ist eigentlich unfassbar – und dass er wegen seines Ämterverbots voraussichtlich nicht selber Regierungschef werden kann, nur ein kleiner Trost. Allerdings: In Wahrheit ist die Zahl der Berlusconi-Fans überschaubar. Die Stärke des Ex-Premiers besteht darin, dass er in einem bunten Parteienbündnis alles vereinigt und das Gegenteil davon: Ex-Faschisten und Ex-Sozialisten, Freigeister und Bigotte, Europafreunde und Europafeinde, Tierschützer und Jäger. Zusammen ergibt das zwar kein politisches Programm (im Gegenteil), aber ein beträchtliches Wählerpotenzial. Letztlich ist Berlusconis Stärke aber vor allem ein Armutszeugnis für die politischen Gegner. Die Protestbewegung von Beppe Grillo leidet unter der desaströsen Vorstellung ihres einstigen Aushängeschilds Virginia Raggi. Die Römer Bürgermeisterin hat dem ganzen Land vor Augen geführt, dass die Verunglimpfung der alten «Systemparteien» noch lange keine Garantie für gute Regierungsarbeit ist. Die Linke wiederum hat sich durch ihre Zerstrittenheit selber aus dem Spiel genommen. Mit der Marginalisierung des linken Parteiflügels hat PD-Chef Matteo Renzi einen tiefen Keil in die Partei und ihre Basis getrieben, der die Sozialdemokraten bei den Wahlen mindestens 10 Prozent der Stimmen kosten wird, womöglich mehr. Und so kann Berlusconi alle, die ihn verspottet und abgeschrieben haben, noch einmal so richtig das Fürchten lehren.

Dominik Straub, Rom

nachrichten@luzernerzeitung.ch

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