Simbabwe
Unglaublicher Jubel nach Mugabes Rücktritt: «Schwarze, Weisse, Reiche, Arme, wir feiern und umarmen uns»

Die Freude in Simbabwe kennt keine Grenzen: Ausgelassen feiern die Menschen das Ende der Ära Robert Mugabe.

Philipp Zimmermann
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Jubel in Harare.
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Jubel in Harare.
Jubel in Harare.
Jubel in Harare.
Jubel in Harare.
Die Menschen in der Stadt Bulawayo feiern.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern in Johannesburg (Südafrika) den Rücktritt von Mugabe. Zu Millionen sind Simbabwer ins Nachbarland ausgewandert, wegen der wirtschaftlichen Not in Simbabwe.
Simbabwer feiern in Johannesburg (Südafrika) den Rücktritt von Mugabe. Zu Millionen sind Simbabwer ins Nachbarland ausgewandert, wegen der wirtschaftlichen Not in Simbabwe.
Simbabwer feiern im Zentrum von Harare den Rücktritt ihres langjährigen Präsidenten Robert Mugabe (93).
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.

Jubel in Harare.

Ben Curtis

Es sind unglaubliche Szenen, die sich in Simbabwe abspielen: Nach dem Rücktritt des despotischen Präsidenten Robert Mugabe (93) kennt die Freude der gebeulteten Menschen keine Grenzen.

"Ich kam aus dem Supermarkt und brach in Tränen aus", erzählt ein Farmer zu BBC News, wie ihn die Gefühle überwältigten. "Er ist weg - es ist vorbei", strahlt er. Der Mann ist einer der wenigen hundert Farmer im Land. 2000 hatten Mugabes Schergen 4500 der zirka 5000 weissen Farmer enteignet. Sie wurden teilweise regelrecht mit Gewalt vertrieben. "Wir haben gelitten unter Mugabe", sagt er und erzählt von Knochenbrüchen und mehr.

Nun hofft er, dass die Unterdrückung vorbei ist. "Wir glauben das." Und weiter: "Schwarze, Weisse, Farmer, Städter, Reiche, Arme, wir feiern und umarmen uns und sind so begeistert über das, was geschehen ist."

Auf den Strassen in der Hauptstadt Harare, in der zweitgrössten Stadt Bulawayo oder in Victoria Falls, dem Tourismus-Hotspot des Landes, versammelten sich Tausende Menschen auf den Strassen, um gemeinsam zu jubeln.

Simbabwe zählt 14 Millionen Einwohner. Mehrere Millionen Simbabwer leben allein in Südafrika. Sie sind aus wirtschaftlicher Not dorthin geflüchtet und etwa in der Gastronomie als Arbeitskräfte begehrt. Entsprechend jubeln auch die Simbabwer dort ausgelassen.

Wie gross die Freude ist, zeigen Videos, die auf Twitter kursieren:

Autohupen in Harare, der Hauptstadt des Landes:

Weitere Jubelszenen aus Harare:

Jubel in Bulawayo, der zweitgrössten Stadt von Simbabwe

Jubel im Tourismus-Hotspot Victoria Falls:

Schon beim Verlesen des Rücktrittsschreibens von Mugabe brach im Parlament Jubel aus:

Die Ära Mugabe in Bildern:

Am 20. November 2017 spricht Mugabe am Fernsehen eine Rede zur Nation. Eigentlich war erwartet worden, dass er seinen Rücktritt verkündet. Das unterlässt er aber, obwohl er von seiner Partei Zanu-PF als Vorsitzender abgesetzt und seine Frau aus der Partei ausgeschlossen wurde. Einen Tag später tritt er dann doch noch zurück. Damit endet eine 37 Jahre lange Ära.
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Robert Mugabe (Mitte) 1976 mit anderen Vertretern der Patriotischen Front an der Rhodesien-Konferenz in Genf: Mugabe nahm an Verhandlungen mit dem rhodesischen Ministerpräsidenten Ian Smith zum sogenannten Kissinger-Paket teil.
Mugabe war Anführer im Unabhängigkeitskampf. Simbabwe war eine britische Kolonie. (Bild von 1979)
Robert Mugabe kommt 1980 mit der Unabhängigkeit von Simbabwe, dem ehemaligen Rhodesien, an die Macht. Mugabe während des Wahlkampfs 1980.
Mugabe gilt in den 80ern als Hoffnungsträger Afrikas.
Simbabwe ist reich an Bodenschätzen und gilt wegen seiner produktiven Landwirtschaft (mit 5000 weissen Farmern) als Brotkorb von Afrika.
Mugabe trifft sich 1995 US-Präsident Bill Clinton.
Doch Mugabe füllt seine eigenen Taschen und die seiner Anhänger. Er wird zum Despoten, lässt 1999/2000 zirka 4500 weissen Farmer enteignen. Seine Anhänger übernehmen die Farmen, haben aber nicht das nötige Landwirtschafts-Know-How. Das Bild zeigt Mugabe mit seiner zweiten Frau Grace Mugabe, seiner ehemaligen Sekretärin. Er hatte mir ihr bereits eine Affäre, als seine erste Frau an Krebs erkrankt war und starb.
Ein Wahlkampf-Poster von 2008: Unschwer zu erraten, dass es sich nicht um demokratische Wahlen handelte.
2011: Mugabe trifft Fifa-Präsident Sepp-Blatter, der in Simababwe auf Besuch ist.
Mugabe wirtschaftet Simbabwe zu Grunde. Negativer Höhepunkt ist die Hyperinflation 2009, in deren Folge Simbabwe die eigene Währung abschafft und den US-Dollar zur offiziellen Währung macht.
Der stürzende Mugabe - ein Bild mit Symolkraft. Aufgenommenwurde es im Februar 2015 beim Treffen der Afrikanischen Union in Äthiopien.
Mugabe feierte grosse Geburtstagspartys. Sie sollen Millionen gekostet haben. Beim Volk kam das nicht gut an - kein Wunder bei Armut und 90 Prozent Arbeitslosigkeit. Millionen Simbabwer flüchteten in der Not nach Südamerika. Dort sind sie als Arbeitskräfte, etwa im Gastgewerbe, kaum wegzudenken.
Mugabe (93) machte mit seinen Auftritten in den letzten Jahren Negativschlagzeilen: Er schlief an offiziellen Anlässen immer wieder ein.
Mugabe und seine zweite Ehefrau Grace. Wegen ihrer Prunk- und Shoppingsucht erhielt sie den Übername Grace "Gucci" Mugabe.
Mugabe und sein ehemaliger Vizepräsident Emmerson Mnangagwe im 2016. Eine Woche vor dem Militärputsch feuerte Mugabe seinen Vertrauten. Mnangagwe war jahrelang der Mann fürs Grobe an der Seite von Mugabe. Er gilt als reichster Mann Simbabwes und trägt den Übernamen "Krokodil" - weil er im richtigen Moment schnell zuschlägt.
Mugabe wollte seine Frau Grace zur neuen Vizepräsidentin machen. Das war einer der Gründe für den Militärputsch. Den Grace Mugabe geniesst beim Militär, anders als Mnangagwe, kein Ansehen. Sie ist auch bei der Bevölkerung unbeliebt.
Am 16. November 2017 kommt es in Simbabwe zum Miltär-Putsch: Das Militär nimmt Vertraute von Mugabe fest und setzt ihn unter Hausarrest.
Die Zeitungen in Simbabwe feiern den Putsch.
Die Militärführung will Mugabe dazu bringen, freiwillig zurückzutreten. Doch der weigert sich. Immerhin darf er an einer Zeremonie der Freien Universität nahe Harare teilnehmen - so wie das schon lange zuvor vorgesehen war.
Am 21. November gehen wieder Tausende auf die Strassen. Hier fordern sie vor dem Parlamentsgebäude in Harare die Absetzung von Mugabe. Im Parlament wird das Amtsenthebungsverfahren gestartet.
Robert Mugabe

Am 20. November 2017 spricht Mugabe am Fernsehen eine Rede zur Nation. Eigentlich war erwartet worden, dass er seinen Rücktritt verkündet. Das unterlässt er aber, obwohl er von seiner Partei Zanu-PF als Vorsitzender abgesetzt und seine Frau aus der Partei ausgeschlossen wurde. Einen Tag später tritt er dann doch noch zurück. Damit endet eine 37 Jahre lange Ära.

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