UNO
Keine Entscheidung zu UN-Botschaftern von Afghanistan und Myanmar

Die militant-islamistischen Taliban und das Militär in Myanmar bekommen zunächst keine eigenen Botschafter bei den Vereinten Nationen. Der zuständige UN-Beglaubigungsausschusses hat seine Beratungen in der Sache noch nicht abgeschlossen.

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Die Beratungen seien verschoben, sagte die vorsitzende schwedische Botschafterin Anna Karin Eneström am Mittwoch in New York. Ein Termin für ein neues Treffen betreffend der UN-Botschafter-Thematik sei nicht festgelegt worden. Damit sollten die beiden bisherigen Botschafter Afghanistans und Myanmars - die von inzwischen gestürzten demokratischen Regierungen eingesetzt wurden - weiterhin formal im Amt bleiben.

Der UN-Beglaubigungsausschuss besteht aus Vertretern von neun Mitgliedsländern - USA, Russland, China, Schweden, Namibia, Bahamas, Bhutan, Sierra Leone und Chile - und entscheidet darüber, welche Vertreter und damit auch welche Führungen von Staaten bei den Vereinten Nationen anerkannt werden. In der Praxis wird der Ausschuss dabei von Washington, Moskau und Peking dominiert. Entscheidungen werden in der Regel einstimmig gefällt und an die Vollversammlung zur Bestätigung übergeben.

In Myanmar hatte das Militär die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet.

In Myanmar hatte das Militär die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet.

Keystone

Die militant-islamistischen Taliban hatten nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan im August bei den Vereinten Nationen beantragt, das Land auch offiziell auf der UN-Bühne vertreten zu können - sie nominierten dafür ihren profilierten Sprecher Suhail Schahin. Auch die Armeeführung in Myanmar will den vor dem Militärcoup eingesetzten Botschafter Kyaw Moe Tun durch einen eigenen Repräsentanten ablösen. Das Militär hatte Anfang Februar geputscht und die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet. (dpa)

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