Wegen drohenden Zöllen: US-Autolobby will Handelspakt mit Europa

Um angekündigten Zöllen auf Autoeinfuhren in die USA zuvorzukommen, lobbyieren Vertreter der US-Autobranche für ein Handelsabkommen mit der EU. 

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Die Logos der zwölf Mitglieder der Alliance of Automobile Manufacturers. (Bild: Screenshot Alliance of Automobile Manufacturers, 15. Dezember 2018)

Die Logos der zwölf Mitglieder der Alliance of Automobile Manufacturers. (Bild: Screenshot Alliance of Automobile Manufacturers, 15. Dezember 2018)  

Vertreter der US-Autoindustrie haben sich am Freitag bei einer Anhörung des US-Handelsbeauftragten Robert Light­hizer vehement für ein Handelsabkommen mit der EU stark ­gemacht. Sie verlangten eine Umkehr in der Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump. «Ein Handelsabkommen wäre eine einzigartige Möglichkeit, Schranken zu beseitigen», sagte Jennifer Thomas von der Alliance of Automobile Manufacturers, die zwölf grosse Hersteller vertritt, darunter auch die US-Ableger europäischer Marken wie BMW, Volkswagen oder Mercedes-Benz.

Die Autovertreter erklärten, die bereits verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium schadeten der US-Autoindustrie. Die Einkaufspreise für Stahl im US-Inland seien teils um 30 Prozent nach oben gegangen. Weitere Zölle auf Autos müssten unbedingt vermieden werden. Eine Begründung für eine Gefährdung der nationalen Sicherheit durch den transatlantischen Auto­handel sei nicht zu erkennen. Die Lobbyisten machten die Wichtigkeit einer Harmonisierung bei der technischen Regulierung der Autos deutlich. Die Anpassung verschlinge Millionen jährlich, sagte Charles Uthus vom American Automotive Policy Council.

Abkommen ist im Sinne der EU

Nach der Implementierung der Stahl- und Aluminiumzölle drohen jetzt auch Zölle auf Auto­einfuhren in die USA in Höhe von 25 Prozent. Unter anderem die deutschen Autobauer versuchen sich dagegen zu wehren und haben Trump im Gegenzug Investitionen in den USA angeboten.

Ein Handelsabkommen zwischen Europa und den USA für Industrieprodukte ist im Sinne der EU – die EU-Handelsbeauftragte Cecilia Malmström möchte die Verhandlungen dazu vorantreiben. Andere US-Branchen, etwa die Landwirtschaft, würden jedoch auch gerne Teil eines solchen Abkommens werden. (sda)

USA verschieben Zollerhöhung für chinesische Waren

Die USA verschieben angesichts der laufenden Handelsgespräche mit China das Datum der geplanten Zollerhöhung für Waren aus der Volksrepublik im Volumen von rund 200 Milliarden Dollar. Die Massnahmen sollen nun erst am 2. März 2019 greifen und nicht wie ursprünglich vorgesehen bereits am 1. Januar kommenden Jahres, wie das Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer am Freitag mitteilte. Die Schutzzölle sollen von derzeit 10 auf 25 Prozent angehoben werden. Die Ankündigung bezieht sich nicht auf die bereits in Kraft gesetzte Erhöhung von Zöllen von 25 Prozent auf chinesische Technologiegüter wie Halbleiter, Schaltkreise und andere elektronische Bauteile im Wert von 50 Milliarden Dollar. (sda)

Trump: China kommt den USA bei Autozöllen entgegen

Im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten hat sich China nach den Worten von US-Präsident Donald Trump zu einem Entgegenkommen bei Autozöllen bereit erklärt. Die Volksrepublik habe eingewilligt, Zölle auf Autoimporte aus den USA zu senken und zu beseitigen.

BMW rechnet 2019 mit Gegenwind beim Gewinn

Der Autobauer BMW bereitet Investoren auf Ergebnisbelastungen im kommenden Jahr vor. Wechselkurse und Rohstoffpreise entwickelten sich weiter negativ, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter nach Angaben des Unternehmens am Montag vor Analysten in München.

Handelsstreit bremst US-Elektrobauer Tesla in China aus

Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Umsätze des Elektroauto-Pioniers Tesla in der Volksrepublik einbrechen lassen. Die US-Firma verkaufte im Oktober auf dem weltgrössten Automarkt nur noch 211 Fahrzeuge und damit 70 Prozent weniger als vor einem Jahr.