US-Notenbank hält Kurs

Trotz der brummenden Wirtschaft in den USA hält die Notenbank Fed den Leitzins vorerst konstant. Sie beliess ihn am Mittwoch in einer einstimmigen Entscheidung in der Spanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent.

Drucken
Teilen
Noch hob die US-Notenbank den Leitzins nicht weiter an - will es aber in diesem Jahr noch zwei Mal tun. Fed-Chefin Yellen liess sich aber nicht in die Karten schauen, wann sie den Leitzins weiter anheben will. (Bild: KEYSTONE/FR170079 AP/CLIFF OWEN)

Noch hob die US-Notenbank den Leitzins nicht weiter an - will es aber in diesem Jahr noch zwei Mal tun. Fed-Chefin Yellen liess sich aber nicht in die Karten schauen, wann sie den Leitzins weiter anheben will. (Bild: KEYSTONE/FR170079 AP/CLIFF OWEN)

Geldpolitik Nach einer zwei Tage dauernden Sitzung beschlossen die neun Mitglieder des Offenmarktauschusses des Federal Reserve (Fed) gestern einstimmig, den Leitzins nicht erneut zu erhöhen. Damit bleibt die Federal Funds Rate auf 0,75 bis 1 Prozent, wie dies von den Marktbeobachtern prognostiziert worden war. Zuletzt hatte das Federal Reserve die Zinsen im März um ein Viertelprozentpunkt erhöht.

In einer schriftlichen Stellungnahme zeichnet die Notenbank ein recht optimistisches Bild von der US-Wirtschaft, obwohl sich das Wachstum im ersten Quartal, hochgerechnet auf das gesamte Jahr, nur auf 0,7 Prozent belaufen hatte. Diese kleine Delle sei aber wohl nur vorübergehend, sagen die Währungshüter. Denn das Wachstum auf dem Arbeitsmarkt sei weiterhin «solide», die amerikanischen Konsumenten zeigten sich recht spendierfreudig, und die Inflation nähere sich nun tatsächlich dem Fed-Zielband von 2 Prozent an. Die Wirtschaft stehe damit auf einer soliden Basis, und der Ausblick in die Zukunft deute nicht auf eine Verschlechterung hin.

Nächster Termin im Juni

Offen ist nun, ob der Offenmarktausschuss unter der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen im Juni, an der nächsten Sitzung, erneut an der Zinsschraube drehen wird. Beobachter zeigten sich vorsichtig optimistisch, auch mit Verweis auf die Formulierungen in der Stellungnahme der Notenbank. Eine Rolle könnte dabei spielen, welche Fortschritte die Regierung von Präsident Donald Trump bei der Verwirklichung seines politischen Programms macht. Sollte es den Republikanern gelingen, bis zur nächsten Fed-Zusammenkunft das Gerüst für eine Steuersenkung zu zimmern und die ­Details eines Infrastrukturprogramms vorzulegen, dann sähen sich die Notenbanker wohl gezwungen, eine weitere Zinserhöhung zu beschliessen. (rrw)