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US-WAHLEN: Clintons Vorsprung schmilzt

Die neuen Ermittlungen gegen Hillary Clinton wirken sich auf die Umfragewerte aus. Derweil geht das Rätselraten um die Herkunft und den Inhalt der neu aufgetauchten E-Mails weiter.
Renzo Ruf/Washington
Hillary Clinton an einer Wahlveranstaltung in Miami. Bild: AP/Andrew Harnik (Miami, 29. Oktober 2016)

Hillary Clinton an einer Wahlveranstaltung in Miami. Bild: AP/Andrew Harnik (Miami, 29. Oktober 2016)

Er schweigt beharrlich. FBI-­Direktor James Comey gab am Wochenende keine nähere Auskunft über die umstrittene Entscheidung, mit der er am Freitag den US-Wahlkampf durcheinandergewirbelt hatte. In einem Brief an das Parlament gab Comey bekannt, dass FBI-Agenten einen neuen Blick auf Hillary Clintons E-Mail-Affäre werfen würden (wir berichteten).

Seither herrscht in Washington grosse Aufregung. Erste Meinungsumfragen deuten darauf hin, dass der Vorsprung Clintons auf ihren republikanischen ­Kontrahenten Donald Trump schrumpft. In einer täglich aktualisierten Befragung des Wirtschaftsblattes «Investor Business Daily» verlor die Demokratin von Samstag auf Sonntag einen Prozentpunkt (Clinton 44, Trump 42 Prozent). Eine Erhebung des Fernsehsenders ABC, die gemeinsam mit der Tageszeitung «Washington Post» erstellt wurde, ermittelte ein ähnlich grosses Minus. In derselben Umfrage sagten 34 Prozent, dass eine Stimmenabgabe für Clinton nun weniger wahrscheinlich sei.

Diese Wasserstandsmeldungen sind aber mit Vorsicht zu geniessen: Zum einen handelt es sich dabei um nationale Umfragen, während die amerikanischen Präsidentschaftswahlen in den 50 Bundesstaaten (und dem Hauptstadtbezirk) entschieden werden. Zum anderen ist es wohl noch zu früh, sich ein klares Bild von der Reaktion der Wähler zu machen. Der ehemalige Obama-Berater David Axelrod sagte am Sonntag, dass es mindestens noch einige Tage dauern werde, bis sich die Konsequenzen der neuen Kontroverse abzeichneten.

Gegen Richtlinien des ­Ministeriums verstossen?

Das Clinton-Lager macht derweil Druck auf James Comey. Hillary Clinton nannte die Intervention des FBI-Direktors «höchst beunruhigend». Ihre Berater wiesen darauf hin, dass die Richtlinien des Justizministeriums, dem die Bundespolizei formell untersteht, vor öffentlichen Stellungnahmen kurz vor dem Wahltag abraten. Selbst der engste Führungszirkel des Wahlkampfteams scheint allerdings nicht mit letzter Sicherheit zu wissen, welche Informationen dem FBI nun vorliegen. Jedenfalls behauptete Wahlkampf-Oberaufseher John Podesta am Sonntag, dass er keine Ahnung habe, auf welchem Laptop genau die neuen E-Mails aufgetaucht seien.

Zur Erinnerung: Der Grund für die Wiederaufnahme der Ermittlungen sind Nachrichten, die auf einem Laptop des Gatten von Huma Abedin gefunden worden sind und vielleicht vertrauliches Material enthalten. Abedin ist eine enge Beraterin Clintons. Die E-Mails wurden im Zuge von Ermittlungen gegen Abedins Ehemann Anthony Weiner gefunden. Dieser steht unter Verdacht, obszöne Bilder mit einer Minderjährigen ausgetauscht zu haben.

Angeblich sei sich Abedin nicht im Klaren darüber, warum Tausende ihrer Nachrichten auf einem Computer gespeichert waren, der hauptsächlich von ihrem Gatten benutzt wurde, berichtet die «Washington Post». Die beiden leben seit einigen Monaten getrennt. Unter Eid versicherte Abedin bereits im Juni, dass sie im Zuge der strafrechtlichen Ermittlungen gegen Hillary Clinton sämtliche Geräte – «zwei Laptops, ein Blackberry und einige Dokumente, die ich in meiner Wohnung gefunden habe» – ihren Anwälten übergeben habe.

Renzo Ruf/Washington

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