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US-WAHLEN: Spannung vor erstem Fernsehduell von Clinton und Trump

Sechs Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl haben Millionen Bürger der ersten von drei TV-Debatten zwischen den Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump entgegengefiebert. In jüngsten Umfragen lagen die Demokratin und der Republikaner nahezu gleichauf.
Laut einer Umfrage für die «Washington Post» und ABC News lagen beide Kandidaten in der Gunst der registrierten Wähler bei jeweils 41 Prozent. (Bild: AP Photo / Mary Altaffer)

Laut einer Umfrage für die «Washington Post» und ABC News lagen beide Kandidaten in der Gunst der registrierten Wähler bei jeweils 41 Prozent. (Bild: AP Photo / Mary Altaffer)

Laut einer Umfrage für die «Washington Post» und ABC News lagen beide Präsidentschaftskandidaten in der Gunst der registrierten Wähler bei jeweils 41 Prozent.

In einer am Montag veröffentlichten Erhebung des Senders CNN und des Meinungsforschungsinstituts ORC lagen die beim Wahlvolk gleichermassen unbeliebten Kandidaten in den entscheidenden Bundesstaaten Pennsylvania und Colorado nur einen Prozentpunkt auseinander.

Die 90-minütige TV-Debatte könnte bei noch unentschiedenen Wählern den Ausschlag geben und vielleicht sogar über den Ausgang der Wahl am 8. November entscheiden. Schätzungen rechneten mit einer Rekord-Zuschauerzahl von rund 90 Millionen.

Trump buhlt um jüdische Wähler

Bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu kündigte Trump nach Angaben seines Wahlkampfteams am Sonntag an, im Falle seines Wahlsiegs werde er Jerusalem als «unteilbare Hauptstadt» Israels anerkennen.

Trump habe erklärt, dass «Jerusalem seit mehr als 3000 Jahren die ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes ist». Sollte er gewählt werden, werde er eine entsprechende, 1995 vom US-Kongress gefällte Entscheidung umsetzen.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 den palästinensischen Ostteil Jerusalems erobert und 1980 annektiert, seitdem bezeichnet es Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt.

Die Vereinten Nationen und auch die USA erkennen die Annexion nicht an - Jerusalems endgültiger Status soll erst im Rahmen von Nahost-Friedensverhandlungen bestimmt werden.

Wahlveranstaltung in Mexiko

Die Bürgerrechtsorganisation Avaaz rief derweil in Mexiko lebende US-Bürger zur Teilnahme an der Präsidentschaftswahl auf, um so Trumps Einzug ins Weisse Haus zu verhindern.

Bei einer von Avaaz organisierten Veranstaltung im Zentrum von Mexiko-Stadt kamen rund 200 US-Stimmberechtigte zusammen, um sich für die Präsidentschaftswahl registrieren zu lassen.

Der Milliardär Trump hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Äusserungen zu Mexiko für Schlagzeilen gesorgt. So schmähte er mexikanische Einwanderer pauschal als «Drogendealer» und «Vergewaltiger» und kündigte für den Fall seines Wahlsiegs den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko an - wofür nach seinen Plänen Mexiko zahlen soll.

Schlammschlacht vor Debatte

Unterdessen drohte der 70-jährige Rechtspopulist damit, eine ehemalige Geliebte von Clintons Ehemann Bill zum Fernsehduell einzuladen. Der Ex-Präsident hatte als Gouverneur von Arkansas eine Affäre mit dem ehemaligen Model Gennifer Flowers.

Nachdem der Trump-Kritiker und Milliardär Mark Cuban angekündigt hatte, am Montag bei der TV-Debatte in der ersten Reihe zu sitzen, twitterte Trump: «Wenn der dämliche Mark Cuban in der ersten Reihe sitzen will, werde ich vielleicht Gennifer Flowers direkt neben ihn setzen!»

Nach ironischen Reaktionen von Clintons Wahlkampfteam zur Debattenkultur des umstrittenen Immobilientycoons erklärte Trumps Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway, Flowers sei nicht eingeladen.

Trump habe ausserdem nicht vor, in der Debatte über die Seitensprünge von Hillary Clintons Ehemann zu sprechen. Die anderen beiden Fernsehdebatten sind für den 9. und 19. Oktober vorgesehen.

Provokation bei der Gäste-Auswahl für Debatte

Beide Kandidaten haben zur ersten Fernsehdebatte Gäste eingeladen, deren Anwesenheit den jeweiligen Kontrahenten irritieren könnte. Unter Hillary Clintons Gästen wird ein führender Trump-Gegner die Debatte beobachten.

Auf der Trump-Seite wird Mark Geist im Publikum sitzen, ein Überlebender der Terrorattacke auf das US-Konsulat in Bengasi, wie der Republikaner-nahe US-Sender Fox News unter Berufung auf Parteiquellen berichtete. Der Anschlag 2012 wird von Kritikern als Folge schwerer Fehler der damaligen US-Aussenministerin Clinten betrachtet.

Ausserdem sitzen mit Mike Flynn und Keith Kellogg zwei Ex-Generäle für Trump im Raum. Clinton bietet unter anderem Mike Cuban auf, ein milliardenschwerer Unternehmer und einer der führenden Figuren in der Anti-Trump-Bewegung. Gerüchte, wonach Trump auch Gennifer Flowers in der ersten Publikumsreihe platzieren wollte, bestätigten sich jedoch nicht. Die heute 66-Jährige hatte eine Affäre mit Clintons Ehemann, dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton.

sda

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