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USA: Das neue Gesicht des Widerstandes gegen Trump

Die Demokraten wählen einen Bürokraten an die Spitze: Tom Perez hat bis im Herbst 2018 Zeit, die linke Partei wieder auf Vordermann zu bringen.
Renzo Ruf, Washington
Tom Perez, neuer Chef der US-Demokraten. (Bild: Branden Camp/AP)

Tom Perez, neuer Chef der US-Demokraten. (Bild: Branden Camp/AP)

Natürlich weiss Tom Perez, dass eine schier unmögliche Aufgabe auf ihn wartet. Der am Wochenende neu gewählte Vorsitzende der Demokraten sieht sich nicht nur gezwungen, eine gespaltene und demoralisierte Partei zu einigen; der 55-Jährige muss auch einen Weg finden, die Opposition gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump zu bündeln. Perez zeigt sich optimistisch, wie er gleich in seiner Antrittsrede an einem Parteitreffen in Atlanta (Georgia) betonte. Als er nach vollbrachter Wahlschlacht das Wort ergriff, verwies er darauf, dass seine Biografie ein klassisches Beispiel dafür sei, welche Möglichkeiten ambitionierten Amerikanern offenstehen.

In der Tat ist die Laufbahn des Karrierebürokraten beeindruckend: 1961 in Buffalo (New York) als Sohn von Eltern geboren, die aus der Dominikanischen Republik flüchten mussten, erwarb sich Perez in den Achtzigerjahren Abschlüsse der Elite-Universitäten Brown und Harvard Law. In den Regierungen von George Bush und Bill Clinton arbeitete er in hochrangigen Positionen im Justizministerium. Später folgte ein Gastspiel im Stab des linken Senators Ted Kennedy und eine Professur an der University of Maryland. Nach dem Wahlsieg von Barack Obama im Jahr 2008 kehrte Perez in die Bundesregierung zurück, zuerst ins Justizministerium, ab 2013 stand er an der Spitze des Arbeitsministeriums. Dabei versuchte er, progressive Ideen in die Praxis umzusetzen – zum grossen Ärger des politischen Gegners, der in Perez einen Weltverbesserer sieht, ohne Bezug zur Realität.

Freund von Barack Obama

Seinen Sieg verdankt Perez auch der Tatsache, dass er ein Freund von Ex-Präsident Barack Obama ist, und im Wahlkampf um die Parteispitze die Unterstützung einzelner hochrangiger Ex-Regierungsmitglieder genoss. Auch der Clinton-Flügel der Partei, sofern er nach der krachenden Niederlage von Hillary Clinton in der Präsidentenwahl denn noch über Einfluss verfügt, soll Perez unterstützt haben. Am linken Rand der Demokraten hingegen schlägt dem neuen Parteivorsitzenden Skepsis entgegen; so forderte der Linkspopulist Bernie Sanders eine klare Kurskorrektur von ­Perez, weil doch die Niederlage Clintons mit aller Deutlichkeit gezeigt habe, dass die Demokraten Neuland betreten müssten, wenn sie erfolgreich sein wollten.

Das ist die eigentliche Herausforderung, die auf Perez wartet: Obwohl die Vorsitzenden nationaler Parteiorganisationen in den USA keine grosse Macht­fülle besitzen, muss Perez einen Weg finden, sich an die Spitze des Widerstandes gegen Trump zu stellen. Und er muss den Zorn in ­gewissen Kreisen über die neue Regierung in einen Aktivismus bündeln, von dem die Demokraten an der Wahlurne profitieren können. Perez gibt sich zuversichtlich: «Wir werden im ganzen Land präsent sein», sagte er gestern.

Viel Zeit bleibt ihm dabei nicht. Im November 2018 wird das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu bestimmt. Dann ist Tag der Abrechnung für den neuen Parteivorsitzenden der Demokraten.

Renzo Ruf, Washington

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