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USA kommen nicht zur Ruhe - Proteste wegen George Floyds Tod dauern an

In den USA reissen Proteste gegen Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nicht ab. Auch vor dem Weissen Haus kommt es wieder zu Demonstrationen. Ein Tanklaster rast in Minneapolis in eine protestierende Menschenmenge. Zahlreiche Verhaftungen und Plünderungen fanden in der Nacht auf Montag statt.

Visthanna Vimalakanthan
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Auch in Zürich wird ein Zeichen der Solidarität gesetzt. Dort gingen am Montag ebenfalls Menschen auf die Strasse und demonstrieren für Gerechtigkeit und gegen Rassismus und Polizeigewalt:

In mehreren US-Metropolen kam es in der sechsten Nacht in Folge zu Protesten, die teils in Gewalt ausarteten. Hier einige Eindrücke in Bildform:

Diese Demonstranten in New York stellten sich vor die Polizisten, damit sie nicht von Gegenständen anderer Protestierender getroffen werden.
19 Bilder
Auf Fernsehbildern waren brennende Fahrzeuge in Boston zu sehen.
Und Plünderungen in Philadelphia.
Auch aus Los Angeles wurden Plünderungen berichtet.
In der US-Hauptstadt Washington zogen Demonstranten am Sonntagabend (Ortszeit) erneut vor das Weisse Haus. Es kam zu Zusammenstössen mit der Polizei.
Demonstranten skandierten "Kein Frieden ohne Gerechtigkeit", wie ein dpa-Reporter berichtete. CNN meldete, bereits am Freitag sei US-Präsident Donald Trump wegen der Proteste vor dem Weissen Haus für knapp eine Stunde in einen Bunker gebracht worden.
Nach CNN-Angaben verhängten mindestens 40 Städte in den USA nächtliche Ausgangssperren, darunter auch Washington. Von den Massnahmen waren demnach insgesamt 10 Millionen Menschen betroffen.
Der Gouverneur des Bundesstaates Arizona, Doug Ducey, erliess sogar für die gesamte Woche bis zum 8. Juni eine nächtliche Ausgangssperre.
Mindesten 15 der 50 US-Bundesstaaten und der Hauptstadtbezirk Washington mobilisierten die Nationalgarde, wie CNN berichtete. Die Nationalgarde gehört zur Reserve der US-Streitkräfte und kann in Bundesstaaten in Ausnahmesituationen zu Hilfe gerufen werden. Hier: Zwei Soldaten der Nationalgarde brauchen eine kurze Pause in Los Angeles.
Trump machte am Sonntag erneut linksradikale Gruppen und die Antifa für die Ausschreitungen verantwortlich. Er kündigte an, die Antifa solle als Terrororganisation eingestuft werden.
Das Problem nur: Die Antifa hat keine zentrale Führungs- oder Organisationsstruktur. Zum Antifaschismus bekennen sich zahlreiche linke oder auch linksradikale Gruppen in den USA.
Bereits in den vergangenen Nächten war es in zahlreichen Städten zu Gewalt gekommen - von New York an der Ostküste.
Bis Los Angeles an der Westküste.
Nach Angaben örtlicher Behörden wurden Hunderte Menschen festgenommen. Allein in Los Angeles meldeten die Sicherheitskräfte am Sonntag rund 400 Festnahmen, in Chicago mehr als 200.
Nach den Ausschreitungen rief Trump demokratische Bürgermeister und Gouverneure zum Durchgreifen auf. «Legen Sie eine härtere Gangart ein», schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. «Diese Menschen sind Anarchisten. Rufen Sie jetzt unsere Nationalgarde. Die Welt schaut zu und lacht Sie und den Schläfrigen Joe aus.»
Der Polizeichef von Minneapolis, Medaria Arradondo, entschuldigte sich am Sonntagabend bei den Angehörigen Floyds. «Wenn ich irgendetwas tun könnte, um Herrn Floyd zurückzubringen, würde ich Himmel und Erde bewegen, um es zu tun», sagte Arradondo bei einem Auftritt an dem Ort, an dem Floyd getötet worden war.
Arradondo hatte die vier beteiligten Polizisten entlassen. Einer davon - der über Minuten hinweg sein Knie auf Floyds Nacken gedrückt hatte - wird wegen Mordes angeklagt.
Der Bruder des Toten, Philonise Floyd, sagte CNN am Sonntagabend, er fordere, dass auch die anderen drei Ex-Polizisten festgenommen würden. «Ich will Gerechtigkeit - jetzt.»
Das Weisse Haus kündigte an, Trump werde am Montag im Lagezentrum der US-Regierungszentrale eine Videokonferenz mit Gouverneuren und Vertretern von Sicherheitsbehörden abhalten. Dabei werde es darum gehen, wie Gemeinschaften in den USA geschützt würden.

Diese Demonstranten in New York stellten sich vor die Polizisten, damit sie nicht von Gegenständen anderer Protestierender getroffen werden.

Bild: Keystone