Nordkorea
USA rechnen mit «unmittelbarem» Angriff von Diktator Kim

Nordkorea hat zwei Raketen an die Ostküste verlagert und bereitet sich offenbar für einen möglichen Abschuss vor. Die USA und Südkorea haben bereits reagiert und ihre Alarmbereitschaft erhöht. «Wir sind bereit», sagt ein US-Kommandant.

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Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un lässt die Raketen in Bereitschaft versetzen (Archiv)

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un lässt die Raketen in Bereitschaft versetzen (Archiv)

Keystone

In Erwartung eines möglicherweise bevorstehenden nordkoreanischen Raketenstarts sind die Streitkräfte Südkoreas und der USA in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Wachsamkeitsstufe der gemeinsamen Streitkräfte sei erhöht worden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Mittwoch mit.

Nach Berichten südkoreanischer Medien verstärken beide Länder ihre militärische Aufklärung. Die Nachrichtenagentur Yonhap zitierte einen nicht namentlich genannten ranghohen Armeeangehörigen mit den Worten, es gebe klare Hinweise darauf, dass Nordkorea parallel Kurz- und Langstreckenraketen abfeuern könnte. Darunter seien auch Musudan-Raketen, die eine vermutete Reichweite von 3000 bis 3500 Kilometern haben.

«Wir sind bereit»

Der Kommandant der US-Streitkräfte im Pazifik Nordkoreas Test von Langstreckenraketen und Nuklearwaffen als unmittelbare Bedrohung. Es gehe davon eine "eindeutige und direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit Amerikas sowie für Frieden und Stabilität in der gesamten Region" aus, sagte Admiral Samuel Locklear dem Streitkräfteausschuss des US-Senats in Washington, wie der Fernsehsender CNN am Dienstag berichtete.

Nordkorea, ein schönes Land: Bilder aus der Umgebung der Industriestadt Kaesong vom September 2012.
5 Bilder
Jenseits der Grenze: Südkoreanerin vor der Karte Nordkorea.
Die Angst vor dem Diktator: Südkoreaner verfolgen am TV in einem Bahnhof in Seoul gespannt die Berichte über Nordkoreas Diktator.
Kommt er oder kommt er nicht. Südkoreanerinnen schauen beim Grenzdorf Panmunjom mittels Fernrohr zum Feind hinüber.
Südkoreansiche Soldaten patrouillieren beim Grenzdorf Panmunjom.

Nordkorea, ein schönes Land: Bilder aus der Umgebung der Industriestadt Kaesong vom September 2012.

Keystone

Ein Konflikt auf der koreanischen Halbinsel könne "unvorhersehbare, langfristige und weitreichende" Folgen für ganz Ostasien haben. Auf die Frage, ob die amerikanischen Streitkräfte auf einen Angriff Nordkoreas vorbereitet seien, antwortete er: "Wir sind bereit."

Vor Abschuss

In Washington erklärte ein Regierungsmitglied, als Planungsgrundlage gehe die US-Regierung davon aus, dass Nordkorea zwei Raketen an die Ostküste verlagert habe und für einen möglichen Abschuss vorbereite.

Nordkorea hat den USA mit einem Atomkrieg gedroht. Die weitreichenden Raketen könnten möglicherweise US-Stützpunkte im Pazifik erreichen. Allerdings ist weder klar, ob die Raketen atomar bestückbar sind, noch ob sie präzise genug sind, um eine US-Basis in grosser Entfernung zu treffen.

Am Dienstag hatte Nordkorea die in Südkorea lebenden Ausländer aufgefordert, das Land zu verlassen, um nicht in einen Krieg verstrickt zu werden. Zuvor kappte die Führung in Pjöngjang die letzte verbliebene Verbindung zum Süden durch die Schliessung der gemeinsam mit dem Süden betriebenen Sonderwirtschaftszone Kaesong auf nordkoreanischem Gebiet. (sda)