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USA: Schärfere Waffengesetze: US-Jugendliche machen Druck

Nach dem Massaker an einer Sekundarschule in Parkland (Florida) debattiert Amerika erneut über eine Verschärfung der Waffengesetze. Junge Überlebende der Bluttat setzen sich dafür ein, dass diese Diskussion für einmal nicht im Sand verläuft.
Renzo Ruf, Washington
Demonstration in Los Angeles gegen Waffengewalt und die Schusswaffen-Organisation NRA. (Bild: Richard Vogel/AP (19. Februar 2018))

Demonstration in Los Angeles gegen Waffengewalt und die Schusswaffen-Organisation NRA. (Bild: Richard Vogel/AP (19. Februar 2018))

Renzo Ruf, Washington

Rick Scott hat keine Zeit. Wenn sich heute Mittwochabend eine Reihe von Schülerinnen und Schülern der Stoneman Douglas High School in Parkland (Florida) auf dem Nachrichtensender CNN zu einer Aussprache mit Politikern treffen, dann wird Floridas Gouverneur fehlen.

Er werde sich stattdessen in Tallahassee, der Hauptstadt Floridas, im Nachgang zum Massaker in Parkland dafür einsetzen, dass Schulen künftig besser bewacht würden, liess ein Sprecher des Republikaners ausrichten. Auch suche Scott, dem Ambitionen für einen Sitz im amerikanischen Senat nachgesagt werden, nach einem Weg, um künftig verhindern zu können, dass sich psychisch kranke Menschen Waffen beschafften.

Jugendliche setzen Druck auf

In den Augen der jungen Über­lebenden handelt es sich dabei aber bloss um ein Lippenbekenntnis eines Politikers, der in seiner siebenjährigen Amtszeit stets die Nähe zur Waffenlobby gesucht hat. «Unsere Politiker wollen nichts tun», sagte Adam Alhanti (17) vor einigen Tagen der Lokalzeitung «Miami Herald». Deshalb sei es nun Aufgabe der Jungen, «diese Welt zu ändern» – und der Waffengewalt in den USA ein Ende zu setzen.

Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, haben sich rund 20 junge Menschen, die letzte Woche den Amoklauf eines 19-Jährigen in der High School in Parkland überlebten, zur Ad-hoc- Vereinigung «Never Again» zusammengeschlossen. Zwar fehlt bisher ein klares Konzept, aber in zahlreichen (bisweilen höchst emotionalen) Medienauftritten werben die Schülerinnen und Schüler für eine Verschärfung der Waffengesetze. Auch planen sie Demonstrationen, unter anderem am 24. März in der Hauptstadt Washington.

David Hogg (17) ist eines der Aushängeschilder dieser Gruppe. Bereits während des Massakers in der Schule sprach er mit Altersgenossen über Waffengewalt und filmte die Interviews mit seinem Mobiltelefon. Dann stellte er sich den Medien und richtete ein eindrucksvolles Plädoyer an die Politiker in Tallahassee und Washington. «Wir sind Kinder. Ihr seid die Erwachsenen», sagte Hogg. «Bitte, tun Sie endlich etwas!» Mit solchen Brandreden hofft Hogg die Blockade aufzubrechen, die in der Debatte über schärfere Waffengesetze schon lange herrscht. Und tatsächlich gibt es erste Anzeichen dafür, dass der Sturm der Entrüstung, ausgelöst durch das Massaker in Parkland, bei dem 17 Menschen ermordet wurden, diese Blockade aufbrechen könnte – auch weil es immer mehr Hinweise darauf gibt, dass der Täter sich schon seit Monaten auffällig verhielt, aber sich dennoch problemlos mindestens zehn Waffen beschaffen konnte.

Hoffnung auf Gesetzesentwurf

So sagte die Sprecherin von Donald Trump, dass der Präsident eine Verbesserung der Sicherheitsüberprüfung unterstütze, der sich die meisten Waffenkäufer stellen müssen.

Diese Aussage bezog sich auf einen Gesetzesentwurf, der durch das ungewöhnliche Duo John Cornyn (ein republikanischer Senator aus Texas) und Chris Murphy (ein demokratischer Senator aus Connecticut) ausgearbeitet worden war. Der Vorstoss sieht zum Beispiel vor, dass Dienststellen zur Verantwortung gezogen werden können, wenn sie die entsprechende Datenbank, die bei Waffen­geschäften konsultiert wird, nicht mit den relevanten Informationen füttern.

Behörden sprechen sich nicht ab

Zuletzt hatte sich der Massenmörder Devin Kelley, der im November 2017 in einer Kirche in Sutherland Spring (Texas) 26 Menschen ermordet hatte, eine Waffe beschaffen können – obwohl er die Luftwaffe hatte verlassen müssen, nachdem er von seiner damaligen Gattin der häuslichen Gewalt beschuldigt worden war. Das entsprechende Verfahren der Militärjustiz wurde aber nie der Bundespolizei FBI gemeldet, die für die Sicherheitsüberprüfung bei Waffengeschäften zuständig ist.

Murphy zeigte sich in einer Stellungnahme vorsichtig optimistisch, dass das Gesetz bald verabschiedet werde. Der Senator aus Connecticut, dem Schauplatz des Massakers von Newtown an der Sandy-Hook-Schule 2012, sagte aber auch: «Niemand sollte so tun, als ob dieser Gesetzes­entwurf allein eine ausreichende Antwort auf eine Epidemie ist.»

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