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USA: Schwere Vorwürfe gegen Bill Clinton

Immer mehr mächtige Amerikaner stehen wegen des Vorwurfs sexueller Gewalt im Kreuzfeuer. Den Parteien kommt die Debatte über grassierenden Missbrauch ungelegen.
Renzo Ruf, Washington
Bleibt so oder so «Mr. President»: Bill Clinton. (Bild: Matthew Putney/AP)

Bleibt so oder so «Mr. President»: Bill Clinton. (Bild: Matthew Putney/AP)

Die Enthüllungen reissen nicht ab. Am Montag wurden in New York und Washington der prominente Fernsehjournalist Charlie Rose, der einflussreiche «New York Times»-Reporter Glenn Thrush und der langjährige Parlamentsabgeordnete John Con­yers beschuldigt, Frauen sexuell belästigt zu haben.

Der 88-jährige Conyers, im Amt seit 1965, wies die Anschuldigungen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP zurück. Das Internetportal Buzzfeed hatte zuvor einen aussergerichtlichen Vergleich publik gemacht. Demnach sei eine Ex-Angestellte von Conyers 2015 mit 27'000 Dollar entschädigt worden, nachdem sie den Demokraten aus Detroit beschuldigt hatte, sie massiv sexuell belästigt zu haben. Die Mittel für die Schadenersatzzahlung stammten aus der Staatskasse. Vorige Woche hatte die «Washington Post» berichtet, dass das zuständige Office of Compliance des nationalen Parlaments in den vergangenen zwei Dekaden Ex-Kongress-Angestellte mit 17 Millionen Dollar entschädigt habe, nachdem diese sich über sexuelle Avancen, rassistische Diskriminierungen oder andere Belästigungen beschwert hatten.

Republikaner fürchten neue Debatte über Trump

Die Schlagzeilen über mächtige Männer, die Frauen – oder auch Männer – nötigten und belästigten, bereiten beiden Grossparteien Kopfzerbrechen. Die Republikaner haben kein Interesse daran, die Debatte um Missbrauchsvorwürfe gegen Präsident Donald Trump erneut zu führen. Auch stehen schwere Anschuldigungen gegen den Senatskandidaten Roy Moore aus Alabama im Raum, die sich um die Schändung eines Kindes und um den Missbrauch von Jugendlichen drehen.

Bei den Demokraten wiederum herrscht eine gewisse Zerknirschtheit darüber, dass die Partei das Thema lange Zeit stiefmütterlich behandelt hatte, obwohl sie sich immer wieder als die progressive politische Kraft präsentiert. Dies hängt wohl auch damit zusammen, dass die Missbrauchsvorwürfe Branchen betreffen, in denen Demokraten oder zumindest ihre Anhänger tonangebend sind – die Filmbranche zum Beispiel. Hinzu kommt, dass eine Lichtgestalt der Partei sich schon lange schweren Vorwürfen ausgesetzt sieht: Ex-Präsident Bill Clinton, der unter anderem beschuldigt wird, während seiner Amtszeit als Justizminister von Arkansas eine Frau vergewaltigt zu haben.

In den vergangenen Tagen haben sich einige prominente Demokraten diskret von Clinton distanziert und zugegeben, dass die Vorwürfe gegen ihn heute anders gehandhabt würden. So sagte Guy Cecil, ein erfahrener Parteisoldat und Wahlkämpfer: «Wir sollten an alle Menschen die gleich hohen Ansprüche stellen» und dieser Grundsatz gelte sowohl für den jetzigen Bewohner des Weissen Hauses als auch für seine Vorgänger.

Renzo Ruf, Washington

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