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USA: Sturmwolken über Trump

Die Pornodarstellerin Stormy Daniels sagt, sie habe vor dem Wahltag von einem Anwalt des heutigen Präsidenten Geld bekommen, damit sie nicht über eine Affäre mit Donald Trump plaudere.
Renzo Ruf, Washington
Stormy Daniels heisst mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford. (Bild: Patrick Fallon/Imago (Los Angeles, 24. Februar 2018))

Stormy Daniels heisst mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford. (Bild: Patrick Fallon/Imago (Los Angeles, 24. Februar 2018))

Renzo Ruf, Washington

Überraschende Wende in einer schlüpfrigen Geschichte, die sich um eine aussereheliche Affäre, eine Pornodarstellerin und einen Geschäftsmann mit politischen Ambitionen dreht: Gestern gab der Anwalt von Stormy Daniels erstmals öffentlich zu, dass seine Klientin – die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heisst – eine sexuelle Beziehung mit ­Donald Trump gehabt habe.

Daniels hatte die Affäre bisher abgestritten, sagte der Anwalt zu NBC, weil sie 2016 eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet habe. Weil dieses Abkommen aber ungültig sei und sich die Gegenpartei, der Anwalt des heutigen Präsidenten, sowieso nicht daran halte, sei die 38-jährige Schauspielerin nun bereit, «ihre Geschichte» zu erzählen.

130 000 Dollar für einen Geheimhaltungsvertrag

Diese Geschichte klingt in etwa so: Stormy Daniels traf Trump zum ersten Mal während eines Golfturniers am Lake Tahoe (Kalifornien) im Juli 2006. Er habe sie angestarrt, sich vorgestellt und sie dann um ihre Telefonnummer gebeten. «Ich will später mit dir reden», soll Trump ­gesagt haben, erzählte Daniels einem Klatschmagazin im Jahr 2011. Das entsprechende Interview wurde erst in diesem Jahr veröffentlicht.

Später habe der damals 60-Jährige sie angerufen, und sie zu sich ins Hotelzimmer eingeladen. Die beiden hätten zu Abend gegessen, miteinander geschäkert und schliesslich Sex gehabt. Dazu muss man wissen: Der heutige Präsident war damals mit First Lady Melania Trump verheiratet und gerade eben, zum fünften Mal, Vater geworden. Glaubt man den Anekdoten, die nun kursieren, war der Geschäftsmann und Star der Realityshow «The Apprentice» allerdings unglücklich über seine familiären Verhältnisse. So prahlte er im September 2005 im obszönen Gespräch mit einem Reporter darüber, wie es ihm immer wieder gelinge, andere Frauen zu verführen.

Trump versprach Daniels, sie zum Fernsehstar zu machen, hielt sich aber nicht an dieses Versprechen. Der Kontakt zwischen den beiden brach 2007 ab. Daniels flirtete immer wieder mit dem Gedanken, die Affäre publik zu machen, aber es wurde nichts daraus. Im Wahlkampf 2016 sah sie ihre Chance gekommen, und im Herbst sprach sie mit mehreren Journalisten. Davon bekam Trump Wind. Also kontaktierte der Anwalt des republikanischen Präsidentschaftskandidaten die Schauspielerin und bot ihr Geld an: Michael Cohen, so heisst der umtriebige Fürsprecher, sagte Daniels, dass sie 130 000 Dollar erhalte, wenn sie einen Geheimhaltungsvertrag unterzeichne. Und weil Cohen mit allen Wassern gewaschen ist, setzte er ein Abkommen auf, das keine Auskunft über die Details der schlüpfrigen Geschichte gab. So gründete er eigens ein Unternehmen im Staat Delaware, um der Porno­darstellerin das Schweigegeld zu überweisen. Ausserdem verwendete Cohen im Abkommen nicht die richtigen Namen der Akteure. Stormy Daniels hiess stattdessen Peggy Peterson und Donald Trump war David Dennison.

Nach einigem Hin und Her unterschrieb Daniels das Abkommen am 28. Oktober 2016, zwei Wochen vor der Präsidentenwahl – und hält sich seither mehr oder weniger daran. Cohen wiederum steht seit Wochen unter Druck, nachdem er im Januar öffentlich erklärt hatte, er habe Daniels mit seinen eigenen Mitteln entschädigt. Weil diese Zahlung aber kurz vor dem Wahltag erfolgte und Cohen sie erst nachträglich publik machte, drohen ihm Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Verstoss gegen das Wahlkampffinanzierungsgesetz.

Das Weisse Haus dementierte jegliche Affäre. Mit Hilfe einer Feststellungsklage vor einem Gericht in Kalifornien versucht der Anwalt von Stormy ­Daniels nun, seine Klientin von ihrer Geheimhaltungspflicht zu befreien. Seine Argumentation: Trump habe das Abkommen nie unterzeichnet, es sei deshalb nicht in Kraft getreten. Um diese Theorie zu beweisen, sagte der Anwalt, nehme Stormy Daniels auch in Kauf, dass sie ihr Schweigegeld zurückbezahlen müsse.

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