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USA: Trump-Kandidat: Die schlimmsten zwei Minuten im TV

Eklat um Trump-Kandidaten: Ein als Richter nominierter Jurist konnte bei seiner Senatsbefragung keine einzige Frage richtig beantworten.
Matthew Petersen. (Bild: Youtube)

Matthew Petersen. (Bild: Youtube)

Immerhin: Als sich Matthew ­Petersen am Wochenende zum Rückzug entschied, da nannte er das Kind beim Namen. Bei seinem verpatzten Auftritt vor dem Justizausschuss im Senat habe es sich um die «schlimmsten zwei Minuten im Fernsehen» gehandelt, schrieb Petersen in einem Brief an Präsident Donald Trump. Er habe eingesehen, dass seine Nomination zum Bundesrichter bloss von der «wichtigen Arbeit» ablenke, die von der Regierung Trump geleistet werde. Deshalb ziehe er sich zurück.

Verantwortlich für den blamablen Auftritt war ausgerechnet ein Parteikollege Petersens: Senator John Kennedy aus Louisiana, der trotz der Namensgleichheit nicht mit dem ermordeten Präsidenten verwandt ist. Kennedy nahm den 47-jährigen Petersen vorige Woche fünf Minuten lang in die Zange und stellte ihm Fragen über ein Thema, das einem künftigen Bundesrichter eigentlich am Herzen liegen sollte – die Feinheiten der US-Rechtssprechung. So fragte Kennedy den Richterkandidaten, was eine «Motion in Limine» sei oder was es mit dem «Daubert Standard» und der «Pullman Abstention Doctrine» auf sich habe. Petersen stammelte und stotterte und sagte jeweils in gewundenem Juristen-Englisch: «Die Antwort steht mir leider nicht zur Verfügung.» Kurze Zeit später machten Aufnahmen der Befragung in sozialen Medien die Runde.

Senator zeigt keine Reue

Kennedy sagte am Montag, während eines Auftrittes im Frühstücksfernsehen in Louisiana, dass er «keine Ahnung» gehabt habe, dass Petersen derart schlecht vorbereitet sein würde. Der Senator zeigte aber keine Reue: Es reiche halt nicht aus, wenn sich ein künftiger Bundesrichter die Komödie «Mein Vetter Winnie» anschaue – eine köstliche Anspielung auf einen Kultfilm aus den 90er-Jahren, in dem Joe Pesci einen New Yorker Anwalt spielt, der im tiefen amerikanischen Süden einen Mordfall löst.

Der Präsident sei übrigens nicht wütend auf ihn, fügte Kennedy an. Trump habe ihm versichert, er habe bloss seinen Job ­getan. Ausserdem habe er das Weisse Haus bereits vor einigen Wochen gewarnt, die Kandidaten für Richterposten besser zu prüfen. Der Ratschlag stiess aber auf taube Ohren. «Es ist, als würde ich in den Wind reden.»

Renzo Ruf, Washington

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