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VATIKAN: 15 Fragen und Antworten rund um den Papst

Der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. bringt die Kirche selber in eine neue Situation, welche Regeln gelten nun für einen «pensionierten» Papst? Wir geben zusammen mit Experten Antworten auf verschiedene Fragen:
Zusammenstellung Andreas Babst
Papst-Thron: Wer wird Nachfolger von Benedikt XVI? (Bild: Keystone)

Papst-Thron: Wer wird Nachfolger von Benedikt XVI? (Bild: Keystone)

Wird aus Benedikt XVI. jetzt wieder Joseph Ratzinger?

Den Namen Benedikt wird der abtretende Papst wohl ablegen müssen, er wird wieder seinen Geburtsnamen annehmen. Eine eindeutige Regel für einen solchen Fall gibt es aber nicht.

Wie redet man Ratzinger an?

Wer zu höchsten kirchlichen Würden kommt, erhält eine Fülle an Titeln: Bischof von Rom, Statthalter Jesu Christi, Nachfolger des Apostelfürsten, Pontifex Maximus der Weltkirche, Patriarch des Abendlandes, Primas von Italien, Metropolit und Erzbischof der Provinz Rom und Staatsoberhaupt des Vatikanstaats. Joseph Ratzinger muss all diese Titel zurückgeben und wird wieder Kardinal, jedoch mit dem Zusatz «emeritierter Bischof von Rom». Joseph Ratzinger darf neben seinem deutschen Pass als Träger der Kardinalswürde den vatikanischen Pass weiterhin behalten.

Bekommt der Papst eine Rente?

Bevor Joseph Ratzinger zum Papst ernannt wurde, hatte er sich als Erzbischof von München und Freising sowie als Professor in Regensburg Pensionsansprüche erworben. Mit seinem Wechsel an die Spitze der katholischen Kirche verzichtete er jedoch auf diese. Eine klassische Rente wird er jetzt wohl nicht erhalten, diese braucht er auch nicht. Für seine künftigen Ausgaben wird der Vatikan aufkommen.

Arbeitet ein Papst eigentlich einzig für Gottes Lohn?

Tatsächlich, der Papst bekommt keinen Lohn – zumindest keinen weltlichen. Ihm wird vom Vatikanstaat alles bezahlt, was er zum Leben und Arbeiten benötigt.

Darf Ratzinger seine weissen Kleider weiter tragen?

Nicht nur bei öffentlichen Auftritten, auch in seiner Freizeit hüllte sich Papst Benedikt XVI. nur in Weiss. Diese Tradition soll zurückgehen auf Papst Pius V., der vor fast 500 Jahren als Dominikaner-Ordensbruder zum Papst gewählt wurde und seine weisse Kutte einfach weiter trug. Das weisse Tenü steht übrigens nur dem Kirchenoberhaupt zu. In Zukunft darf Joseph Ratzinger also nicht mehr Weiss tragen.

Darf Ratzinger den päpstlichen Ring behalten?

Auch das ist ihm nicht vergönnt. Der Ring wird normalerweise nach dem Tod des Papstes mit einem silbernen Hammer zerschlagen. Obwohl Papst Benedikt XVI. nicht tot ist, wird sein Ring dasselbe Schicksal ereilen.

Wieso trägt der Papst eigentlich rote Schuhe?

Die Farbe soll an die Kreuzigung und das Blut Christi erinnern. Einzig der Farbton ändert sich manchmal. Der abtretende Benedikt XVI. hat sich für ein auffallendes Feuerrot entschieden. Dass seine Schuhe vom italienischen Modekonzern Prada fabriziert wurden, ist jedoch nur ein Gerücht. Tatsächlich wurden sie vom italienischen Schuhmacher Adriano Stefanelli speziell für den Papst angefertigt. Geld wollte er keines dafür. Als gläubiger Katholik bestand er darauf, sie ihm zu schenken.

Wo wohnt der abtretende Papst?

Er wird im Kloster Mater Ecclesiae inmitten der vatikanischen Gärten wohnen. Da das neue Heim noch renoviert werden muss, wird Ratzinger nach seinem Rücktritt am 28. Februar vorerst in der päpstlichen Sommerresidenz ausserhalb Roms wohnen.

Wie viele Leute leben im Vatikan?

Im Vatikan leben rund 930 Menschen. 572 von ihnen sind im Besitz der Staatsbürgerschaft. Die Bevölkerung besteht vor allem aus Geistlichen, Angestellten des Papstes und Schweizergardisten.

Warum hat der Kirchenstaat die höchste Kriminalitätsrate?

Die Anzahl begangener Straftaten im Verhältnis zur Bevölkerung liest sich im Kleinstaat Vatikan tatsächlich beeindruckend: 486 Straftaten wurden im Jahr 2007 gezählt. Die Mehrzahl ist jedoch nicht von Staatsbürgern, sondern von den vielen Touristen begangen worden. Die meisten bleiben übrigens ungestraft. Ihnen gelingt die Flucht ins nahe Ausland Italien.

Was macht man sonst noch im Vatikan?

Wie auch im einzigen Nachbarland Italien kann man sich im Vatikan den Reizen des Fussballs nicht entziehen. Man stellt sogar eine eigene Liga. Dort treten dann Mitarbeiter eines Verwaltungszweiges gegen andere an. Fünf gegen fünf, da sonst die Teams zu wenig Spieler hätten. Nur die Nationalmannschaft spielt mit elf. Sie misst sich manchmal mit anderen Kleinstaaten oder Pilgern. Mitglied des Fussballweltverbands Fifa ist der Vatikan aber nicht.

Darf der Papst rauchen?

Die geistliche Auslegung dieser Frage ist offen. Die weltliche dagegen schon. Sie lautet: Nein, denn im Vatikanstaat herrscht ein strenges Rauchverbot in allen Einrichtungen und sogar in den Autos. Das Gesetz wurde im Jahr 2002 von Johannes Paul II. verkündet und von Nichtrauchern auf der ganzen Welt beklatscht. Schliesslich war der Vatikan einer der ersten Staaten in Europa, der sich zu diesem Schritt durchringen konnte.

Was ist ein «Papamobil»?

Das «Papamobil» ist ein eigens für den Papst angefertigtes Fahrzeug, mit dem er sich durch die jubelnden Menschenmassen chauffieren lässt. Es ermöglicht dem höchsten Katholiken, in erhöhter Position dem Publikum zuzuwinken. Dabei ist er hinter kugelsicherem Glas geschützt. Es sollen etwa 60 dieser «Papamobile» existieren, sie haben das Kennzeichen «SCV», was auf Lateinisch «Status Civitatis Vaticanae» bedeutet.

Welche Zeitung liest der Papst?

Der «Osservatore Romano» ist die Tageszeitung des Vatikans. Er ist bei Kirchengelehrten auf der ganzen Welt sehr beliebt, beschäftigt sie sich doch nahezu nur mit einem Thema: dem Papst. Kreuzworträtsel sucht man in diesem Blatt übrigens vergebens, dafür wird auch einmal ein Inserat auf Lateinisch gedruckt.
Muss der amtierende Papst sein

Bett selber machen?

Natürlich nicht. Sein Haushalt wird von vier Ordensschwestern geführt. Zusätzlich steht ihm noch ein persönlicher Kammerdiener zur Verfügung. Alle fünf bewegen sich frei in den Gemächern des Papstes. Vielleicht zu frei: Vergangenes Jahr wurde der damalige Kammerdiener von Benedikt XVI. verhaftet. Er hatte vertrauliche Informationen des Papstes an die Öffentlichkeit gebracht.

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