VATIKAN: Kardinal Kurt Koch betont Kontinuität im Vatikan

Während bislang vor allem die Unterschiede zwischen Papst Franziskus und seinem Vorgänger Benedikt XVI. thematisiert wurden, hat Kardinal Kurt Koch die Kontinuität im Vatikan betont. Es gebe inhaltlich «ganz grosse Gemeinsamkeiten» zwischen den Päpsten.

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Kardinal Kurt Koch auf der Terrasse seiner Wohnung mit Ausblick auf den Petersdom. (Bild: Archiv Manuela Jans / Neue LZ)

Kardinal Kurt Koch auf der Terrasse seiner Wohnung mit Ausblick auf den Petersdom. (Bild: Archiv Manuela Jans / Neue LZ)

Die Predigt von Franziskus in der Inaugurationsmesse hätte auch Benedikt XVI. halten können, sagte Koch im «Tagesgespräch» von Radio SRF1 vom Freitag. Auch Benedikt habe er als sehr demütigen Mann erlebt. Unterschieden im Auftreten der beiden Päpste dürfe keine zu grosse Bedeutung zugeschrieben werden.

Er habe sich sehr gefreut über die Wahl von Jorge Mario Bergoglio als Vertreter der «grösseren Kirche in Afrika oder Lateinamerika», erklärte Koch weiter. Der Kardinal liess durchblicken, dass er über einen weiteren europäischen Papst enttäuscht gewesen wäre.

Den neuen Pontifex habe er schon einige Male getroffen, unter anderem zufällig beim Frühstück im Gästehaus am Tag nach dessen Wahl, sagte Koch. Er wurde 2010 von Papst Benedikt XVI. zum Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen ernannt.

Ob er dieses Amt behalten kann, ist offen. Papst Franziskus hat noch nicht über die endgültige Besetzung der Posten in der römischen Kurie befunden. In den Themen, die viele europäische Katholiken bewegen, etwa beim Frauenpriestertum, erwartet Koch keine entscheidenden Änderungen.

Die Kirche von innen her zu erneuern, sei das Anliegen von Papst Franziskus - wie es bereits das Anliegen von Papst Benedikt gewesen sei, erklärte Koch. Er hoffe jedoch auf eine bessere «Ausbalancierung» zwischen der Kirchenleitung in Rom und den Zusammenschlüssen der Ortskirchen in den Ländern oder Kontinenten. (sda)