VATIKAN: «Noch nicht Zeit für schwarzen Papst»

Am Dienstag beginnt das Konklave, die Papstwahl. Vieles deutet darauf hin, dass erstmals nicht ein Europäer das Rennen macht.

Drucken
Teilen
Das Bild zeigt das Konklave im 2005 im Innern der sixtinischen Kappelle, aufgenommen wurde das Bild durch die Vatikanzeitung L'Osservatore Romano. (Bild: Keystone)

Das Bild zeigt das Konklave im 2005 im Innern der sixtinischen Kappelle, aufgenommen wurde das Bild durch die Vatikanzeitung L'Osservatore Romano. (Bild: Keystone)

bu. Wer wird Nachfolger von Benedikt XVI., der am 28. Februar aufgrund nachlassender Kräfte als Papst zurücktrat? Die Antwort dazu wird das Konklave geben. Am Dienstag werden sich die 115 stimmberechtigten Kardinäle zum sogenannten Konklave zurückziehen und abgeschottet von der Öffentlichkeit den neuen Papst wählen.

Papabile, als potenzielle Nachfolger von Joseph Ratzinger gibt es viele. Unter anderem wird auch der Name des Luzerners Kurt Koch gehandelt. Wirkliche Chancen werden aber vor allem Angelo Kardinal Scola, Erzbischof von Mailand eingeräumt.

Laut Ansichten von Vatikan-ExperteMarco Politi könnte aber sehr gut erstmals ein Nichteuropäer das Rennen machen. «Der Drang verschiedenster Kardinäle, bei der Wahl über Europa hinauszugehen, ist sehr gross. Es gibt bei diesem Konklave erstmals eine reelle Möglichkeit, dass der künftige Papst aus Nord- oder Lateinamerika kommt», sagt er gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung».

Am meisten Chancen räumt er dabei dem Brasilianer Odlio Scherer ein. Der 63-jährige Sohn deutscher Einwanderer ist Erzbischof der Metropole São Paulo. Ebenfalls in aussichtsreicher Position befindet sich laut Politi der ehemalige Erzbischof von Quebec, Marc Ouellet (68). Sehr viel Kredit bei den Kardinälen geniesst zudem Kardinal Sean Patrick O’Malley (68), Erzbischof von Boston.

Marco Politis Einschätzung hat Gewicht. Der 66-jährige gebürtige Römer hat 20 Jahre lang für die italienische Tageszeitung «La Repubblica» über die Vorgänge im Vatikan berichtet und mehrere Bücher geschrieben. In seinem jüngsten Buch «Benedikt – Krise eines Pontifikats» bilanziert er die Amtszeit des deutschen Theologen Joseph Ratzinger.

Eine Absage erteilt er jedoch an einen afrikanischen Papst. «Es gibt zwar ein paar hochkarätige Kardinäle. Aber im Grossen und Ganzen ist die katholische Kirche für einen schwarzen Papst noch nicht so weit», kommt er zum Schluss.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als Abonnent kostenlos im E-Paper.