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VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE: Bund intervenierte in Abu Dhabi für inhaftierte Schweizer Journalisten

Zwei Journalisten des Westschweizer Fernsehens sind in Abu Dhabi 50 Stunden festgehalten und verhört worden. An der Freilassung war auch das Aussendepartement beteiligt.
Die beiden inhaftierten und wieder frei gelassenen Journalisten waren anlässlich der Eröffnung des Museums Louvre Abu Dhabi (im Bild) in die Vereinigten Arabischen Emirate greist. (Bild: Mahmoud Khaled / Keystone (11. November 2017))

Die beiden inhaftierten und wieder frei gelassenen Journalisten waren anlässlich der Eröffnung des Museums Louvre Abu Dhabi (im Bild) in die Vereinigten Arabischen Emirate greist. (Bild: Mahmoud Khaled / Keystone (11. November 2017))

Das Schweizer Aussendepartement EDA hat sich dafür eingesetzt, dass die Vereinigten Arabischen Emirate zwei Schweizer Journalisten aus der Haft entlassen haben. Das bestätigt Kommunikationschef Jean-Marc Crevoisier. Die beiden Männer, der TV-Journalist Serge Enderlin und sein Kameramann Jon Bjorgvinsson, waren am Donnerstag verhaftet worden, als sie für die Sendung „Mise en Point“ des Westschweizer Fernsehens RTS eine Reportage drehten. Das teilte RTS am Sonntag mit. Nach 50 Stunden wurden sie freigelassen, am Sonntagmorgen kehrten sie in die Schweiz zurück.

Crevoisier bestätigt, dass das Schweizer Aussendepartement über die Verhaftung informiert wurde, ohne dabei näher ins Detail zu gehen. Den Grund für die Festnahme will der EDA-Sprecher aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht nennen. Das Aussendepartement ist offensichtlich darum bemüht, den Ball in der Angelegenheit flach zu halten. Crevoisier beantwortet etwa die Frage, ob die Schweiz den Botschafter der Emirate einbestellt oder eine Protestnote überreicht habe, nicht. Stattdessen sagt er: „Die Schweiz misst der Pressefreiheit grosse Bedeutung bei.“ Denkbar also, dass die Schweiz interveniert hat, die Vereinigten Arabischen Emirate aber nicht öffentlich an den Pranger stellen will.

Befragungen dauerten teilweise zehn Stunden am Stück

Die zwei Journalisten gaben noch am Sonntagabend ein Interview im Westschweizer Fernsehen. Dabei berichteten sie von getrennten Verhören an verschiedenen Orten. Während der Transporte seien ihnen jeweils die Augen verbunden worden. Die Befragungen hätten zum Teil zehn Stunden am Stück gedauert. Auch seien Datenträger wie Handys beschlagnahmt und zum Teil Daten vernichtet worden.

Enderlin und Bjorgvinsson hielten sich seit Anfang letzter Woche anlässlich der Eröffnung des Museums Louvre Abu Dhabi, des neuen Aushängeschilds der Emirate, in deren Hauptstadt auf. Als sie festgenommen wurden, filmten sie einen Markt in der Stadt. Ihnen sei insbesondere vorgeworfen worden, pakistanische Arbeiter gefilmt zu haben, so das RTS. Die Vereinigten Arabischen Emirate liegen bei der Pressefreiheit laut Reporter ohne Grenzen auf Platz 119 von 180.

Dominik Weingartner

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