Massenvergewaltigung
«Vergewaltigung in Indien ist ein bekanntes Risiko»

Nach der Vergewaltigung einer Schweizerin stellt das EDA kein Handlungsbedarf bezüglich Reisehinweisen des Bundes fest. Vergewaltigungen ebenso wie Verkehrsunfälle und Terroranschläge würden zu den bekannten Risiko bei Indienreisen zählen.

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In einem Interview mit Keystone bekräftigt Esther Leupp, Leiterin Reisehinweise beim EDA, das Risiko, während einer Indienreise vergewaltigt zu werden. Leupp: «Vergewaltigungen an Touristen gab es in Indien schon immer. Es ist eines von möglichen Risiken, wie etwa Verkehrsunfälle oder Terroranschläge. Es wäre jedoch unverhältnismässig, von Reisen nach Indien abzuraten.»

Reiseveranstalter wiederum geben bekannt, sie hätten gewarnt, in gefährlichen Gebieten Indiens ohne einheimische Guides herumzureisen. René Zimmerli von Globetrotter in Zürich beispielsweise empfiehlt gar das Reisen mit einem Privatchauffeur.

Am Samstag wurde bekannt, dass eine Schweizer Touristin in Zentralindien von sieben bis acht Männern vergewaltigt wurde. Laut der indischen Polizei sei der Ehemann sei gefesselt worden, die Frau sei in seinem Beisein vergewaltigt worden. Die Angreifer hätten das Paar zudem ausgeraubt.

Massenproteste und Gewaltdebatte

Es handelt sich um den hundertsten Vergewaltigungsfall in Indien seit der brutalen Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Neu Delhi im Dezember. Sechs Männer hatten die junge Frau in einem Bus in Neu Delhi vergewaltigt, mit einer Eisenstange misshandelt und sie schliesslich aus dem fahrenden Bus geworfen. Ihr Freund musste die Gewalttat mitansehen.

Die 23-Jährige wurde so schwer verletzt, dass sie wenige Tage später starb. Die Tat löste in Indien Massenproteste und eine Debatte über Gewalt gegen Frauen aus.