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Videotalk zur Corona-Krise – Trump oder die Chinesen: Wer machts besser?

Die Corona-Krise entwickelt sich zu einem internationalen Wettkampf zwischen den politischen Systemen, glaubt CH-Media-Chefredaktor Patrik Müller. Der voraussichtliche Gewinner: das autoritäre China.

Samuel Schumacher
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CH-Media-Auslandchef Samuel Schumacher (links) und Patrik Müller, Chefredaktor der CH-Media-Zentralredaktion, im "US Wahltalk".

An Corona kommt derzeit nichts und niemand vorbei. Und während sich die Chinesen über sinkende Ansteckungszahlen freuen und ihr Präsident Xi Jinping in die Corona-Ursprungsstadt Wuhan reist, um sich als Held feiern zu lassen, rüstet sich Amerika für die anrollende Pandemiewelle. US-Präsident Donald Trump, der den Virus noch vor einer guten Woche als „Hetzkampagne der Demokraten“ bezeichnete, macht auf ernst und verhängt ein striktes Einreiseverbot für alle Europäer.

Trump habe das Heft endgültig in die Hand genommen, sagt Patrik Müller, Chefredaktor der CH-Media- Zentralredaktion. „All die Populismus-Vorwürfe, die er sich anhören musste, sind verflogen. Inzwischen haben auch Deutschland, Frankreich und die Schweiz ihre Grenzen teilweise geschlossen. Trump macht das gut“, sagt Müller.

Türen verbarrikadieren bringt nichts, wenn der Mörder schon im Haus ist

Besser, aber nicht gut, findet CH-Media-Auslandchef Samuel Schumacher. „Der Mörder ist schon im Haus. Es bringt jetzt nichts mehr, die Türen zu schliessen und die Fenster zu verriegeln.“ Wichtiger sei, dass die Ratschläge der Wissenschaft ernstgenommen und entsprechende Massnahmen umgesetzt würden. Und da hinke Trump den Europäern nach wie vor hinterher.

Auffällig findet Patrik Müller vor allem das unterschiedliche Vorgehen zwischen Europa und Amerika auf der einen und China auf der anderen Seite. „Das autoritäre Regime von Xi Jinping hat strikteste Massnahmen erlassen und – wenn man den chinesischen Zahlen glauben kann – die Ausbreitung des Virus in China stark eindämmen können. Als Demokratien fahren Amerika und Europa viel weniger krass ein.“ Müller glaubt, der System-Wettkampf zwischen dem Westen und China trete mit dem Corona-Virus in eine neue, zentrale Phase ein.

Entwicklungsländer schauen genau hin, was der Westen jetzt macht

Samuel Schumacher sieht China als bisherigen Gewinner in diesem Wettkampf. „Die Corona-Krise bringt einen der wenigen Vorteile zum Vorschein, die autoritäre Regime gegenüber Demokratien haben.“ Chinas Erfolge und das Zögern des Westens dürften vor allem auch den wichtiger werdenden Entwicklungsländern auffallen, die sich fragen, mit wem sie in Zukunft strategische Partnerschaften eingehen.

Und Corona wird auch einen anderen Wettkampf fest im Griff behalten: jenen um das Weisse Haus. Patrik Müller glaubt, Corona werde bis zu den US-Wahlen dominierendes Thema bleiben. „Die zentrale Frage lautet also: Wem trauen die Wähler mehr zu im Kampf gegen das Virus? Dem energetischen Trump, oder dem Oldie Biden.“ Am 3. November werden wirs wissen.