Jahresrückblick 2011

Vom arabischen Frühling bis Fukushima - das war das Jahr 2011

Vom arabischen Frühling über den toten Bin Laden oder Gaddafi bis zu den Eskapaden Strauss-Kahns oder Kachelmanns: Das Jahr 2011 hat international einiges zu bieten. Klicken Sie sich durch die Ereignisse, die die Menschen bewegten.

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Januar: Proteste in Tunesien Die Proteste, die später als «arabischer frühling» weite Teile Norafrikas erfassen, nehmen in Tunesien ihren Anfang.
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Protest in Ägypten Die Proteste weiten sich dank sozialer Medien nach Algerien und Ägypten aus. Die Regierungen leisten erbitterten Wiederstand.
Unmut auch in Italien Auch in Italien geht das Volk auf die Strasse, weil es von Berlusconis (Sex-)Eskapaden langsam, aber sicher genug hat.
Februar: Gutenbergs Fall Der kometenhafte Aufstieg des Karl-Theodor Freiherr zu Gutenberg nimmt ein jähes Ende, nachdem bekannt wird, dass er seine Doktorarbeit zu einem grossen Teil abgeschrieben hat. Er löst eine Debatte über die Qualität der Deutschen Abschlüsse aus.
Die Wirren des Gaddafi Der Libysche Machthaber Muammar Al Gaddafi meldet sich mit immer abstruseren Reden bei seinem revoltierenden Volk. Noch hält er sich an der Macht.
März: Flüchtlingsströme aus Afrika nach Europa
Wahlen in der Elfenbeinküste Wahlbeobachter auf der ganzen Welt warnen vor den Bedingungen, unter denen sogenannte Volkswahlen in dem westafrikanischen Land stattfinden - korruption und Unterdrückung sind die Regel. Die Wahlen gewinnt Ouattara, der bisherige Präsident Laurent Gbagbo will seine Niderlage nicht anerkennen und geht gewaltsam gegen die Bevölkerung vor. Schliesslich wird er gefasst und dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag überstellt.
Flutwelle in Japan Ein Erdbeben löst vor der Küste Japans ein Flutwelle aus, die gegen das Land braust und grosse Zerstörung auslöst und...
Katastrophe in Fukushima ... auch das Atomkraftwerk in Fukushima beschädigt. Die befürchtete Atomkatastrophe bleibt jedoch aus. Vor allem in Europa wird in folge dessen über Sinn und Unsinn solcher AKW diskutiert.
April: England im Ausnahmezustand Die ganze Insel ist aus dem Häusschen, als Prinz William seine Kate heiratet. Wochenlang wird über das Brautkleid spekuliert, den Hofknicks geübt ...
Das Küsschen des Jahres ... und darüber gestritten, ob der Kuss Williams bei der Hochzeit zu kurz und zu flüchtig war.
Mai: Bin Laden ist tot Amerika kann es kaum fassen: Der Erzfeind einer ganzen Generation, Osama Bin Laden, ist tot. Was für Amerika ein Husarenstück ist, bleibt für Europa eher unverständlich. Eine Debatte über Sinn und Unsinn einer solchen Hinrichtung ist die Folge davon.
Proteste halten an Die Aufstände im arabischen Raum gehen weiter. In Tunesien und Algerien geben die Machthaber verhältnismässig schnell nach, in Syrien und Jemen leisten sie brutalen Wiederstand.
Affäre 1: Dominique Strauss-Kahn Die angebliche Vergewaltung des Chefs des Währungsfonds und möglichen französischen Präsidentschaftskandidaten hält die (Medien-)Welt in Atem. Am Ende stellt sich heraus: Alles Schall und Rauch.
Affäre 2: Kachelmann Deutschland kann nicht fassen, dass ein Wettermoderator ein ausgefallenes Sexleben hat. Die intimen Details, die im Zuge der Verhandlung über eine angebliche Vergewaltigung ans Licht kommen, hölt die deutsche Presse in Atem. Später stellt sich heraus: Alle Schall und Rauch.
Juni: Griechenland in der Krise Nur ein Kraftakt der gasemten EU kann einen Staatsbankrott Griechenland abwenden. Auch Italien, Spanien und Irrland stehen gewaltig in der Kreide. Der Euro kriselt.
Griechenland stimmt über seine Abschaffung ab Der Griechische Premierminister Papandreou wollte Griechenland über den EU-Hilfskredit abstimmen lassen. Ganz Europ als auch der grichische Finanzminister Evangelos Venizelos (Bild) - der wohl den unbeliebtesten Job Europas hat - waren entsetzt. Schliesslich kam es zu einem Wechsel des Premierministers.
Novak Djokovic gewinnt Wimbledon Der Serbe gewinnt das prestigebprächtige Tennisturnier. Raffael Nadal muss anerkennend applaudieren.
Juli: Abhörskandal in den britischen Medien England wird erschüttert von einem Medienskandal: Das Revolverblatt «News oft he World» und andere Zeitungen des Murdoch-Imperiums sollen Vertreter aus Politik und Wirtschaft abgehört haben. Die Zeitung wird umgehend eingestellt.
Norwegen im Ausnahmezustand Der gesitig gestörte Anders Behring Breivik tötet auf der Insel Utøya und im Regierunsviertel von Oslo insgesamt 77 Menschen. Er gab an, Norwegen gegen den Islam und den «Kulturmarxismus» verteidigen zu wollen. Er wurde für nicht zurechnungsfähig erklärt.
August: Dürre in Kenia Kenia leidet unter einer Jahrhundertdürre. Die humanitäre Situation ist katastrophal, die Hilfswerke überfordert.
Englische Jugend ausser Kontrolle In London geht die Jugend auf die Stasse. Europa rätselt, ob die miserablen sozialen Verhältnisse oder pure Zerstörungswut der Jugendlichen der Grund dafür ist.
September: Irene wütet über den USA Der Hurrikan Irene richtet über weite Teile der Amerikanische Ostküste Zerstörung an. Zuvor fegte er über Puerto Rico, die Dominikanische Republik, Haiti und die Bahamas.
Oktober: Occupy nimmt ihren Anfang Mit «Occupy Wall Street» entbrennt eine Protestwelle sondergleichen über den ganzen Globus. Angeprangert wird dabei die Handlungsweise der Wirtschaft und der wenigen Reichen gegenüber dem grossen Rest - der 99 Prozent - der übrigen Bevölkerung. Die Bewegung dauert noch immer an.
Der I God geht Apple Mitbegründer und langjähriger CEO Steve Jobs erliegt seinem Krebsleiden. Er wird gefeiert wie ein Pop-Star. Sein Vermögen wird auf etwa 8,5 Milliarden geschätzt.
Frachter in Schieflage Der Frachter Rena havariert vor der Küste Neuseelands und gerät in Schieflage. Er verliert nicht nur Container, sondern auch tausende Liter Öl.
Gaddafi ist tot Der Libysche Machthaber, der Jahrzehntelang sein Volk unterjochte, wurde getötet. Noch immer sind die genauen Umstände unklar, ebenso die Lage des ganzen Landes, in dem Rebellen den Regierungsapparat Gaddafis stürzten.
Thailand unter Wasser Die Fluten kamen, und mit ihnen die grösste Hochwasserkatastrophe in Thailand seit 50 Jahren. Insgesamt wurde eine Fläche von rund sechs Millionen Hektar Land - fast 12 Prozent Thailands - überschwemmt. Mindestens 400 Menschen starben, es entstand ein Sachschaden von rund 11,8 Mrd. Euro.
November: Julien Assange wird denunziert Die Enthüllunsplattform Wikileaks hat es sich zum Ziel gemacht, geheim gehaltene Akten zu veröffentlichen. Das Aushängeschild der Plattform, Julien Assange, hatte kurz nach der Veröffentlichung geheimer Daten des amerikanischen Militärs eine Vergewaltigungsklage am Hals. Im Dezember wurde er verhaftet.
Das war 2011 in Bildern - International
Dezember: Camerons «No» Am Euro-Krisen-Gipfel beschliesst Europa ein Rettungspaket der angeschlagenen Währung. Ganz Europa? Nicht ganz, England gibt der Vorlage eine Abfuhr - und lässt Merkel und Sarkozy im Regen stehen. Sollte der Euro tatsächlich scheitern, wird Cameron als Held gefeiert werden.

Januar: Proteste in Tunesien Die Proteste, die später als «arabischer frühling» weite Teile Norafrikas erfassen, nehmen in Tunesien ihren Anfang.

Keystone