Die Guttenbergs

Vor diesem Paar gibt es kein Entrinnen

Deustchland empört sich über seinen adeligen Verteidigungsminister und dessen Frau. Zusammen sind sie zu den deutschen Truppen nach Afghanistan gereist. Im Schlepptau dabei: Der deutsche Talkmaster Johannes B. Kerner.

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Die Guttenbergs auf Afghanistan-Mission
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Kaffeeklatsch mit Soldatinnen?
Auch die Ministergattin durfte mit
Stephanie zu Guttenberg beim Motivationsbesuch mit deutschen Soldaten
Stephanie zu Guttenberg
Auch getafelt wurde medienwirksam

Die Guttenbergs auf Afghanistan-Mission

Guttenberg hatte am Montag erstmals zusammen mit seiner Ehefrau Stephanie die deutschen Truppen in Afghanistan besucht. Er wurde von Fernsehmoderator Johannes B. Kerner begleitet, der mit Guttenberg im nordafghanischen Bundeswehr-Camp Masar-i-Scharif die Sat.1-Talksendung «Kerner» aufzeichnete. Nach Angaben der Bundesregierung geht die Mitreise der Minister-Gattin nicht zulasten des Steuerzahlers: Stephanie zu Guttenberg bezahle selbst.

«Ich tue das, was ich für richtig halte, um den Soldaten hier im Einsatz die Anerkennung und die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die sie verdienen», sagte Guttenberg «Spiegel Online» vor seinem Rückflug von Masar-i-Scharif nach Deutschland. Er dankte Kerner ausdrücklich für die Produktion der Sendung über den Einsatz der Bundeswehr. Durch den Beitrag in der Sat.1-Sendung werde «ein weiteres Stück Realität des Einsatzes der Bundeswehr» für die deutsche Bevölkerung sichtbar. Das sei jahrelang zu kurz gekommen.

Ego-Trip oder ein Akt der Nächstenliebe?

SPD, Grüne und Linke hatten dem Minister Selbstinszenierung auf Kosten der Soldaten vorgeworfen. Auch aus der FDP kamen kritische Töne: Die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Elke Hoff, kritisierte die Reise. «Ich würde dem Minister zu mehr Zurückhaltung raten und ihm statt dessen empfehlen, die nach wie vor bestehenden Ausbildungs- und Ausrüstungsdefizite bei der Truppe zeitnah zu beheben», sagte Hoff dem «Kölner Stadt-Anzeiger». «Das Letzte, was die Truppe jetzt braucht, ist die Anwesenheit von geschätzten Talk-Show-Moderatoren. Das passt einfach nicht.»

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sagte der «Passauer Neuen Presse»: «Soldaten im Einsatz zu besuchen, ist im Prinzip immer gut, noch dazu vor Weihnachten.» Er könne allerdings nicht erkennen, dass dies die Aufgabe von Ministergattinnen ist. Natürlich müsse ein Minister auch in den Medien präsent sein. Der Verteidigungsminister habe jedoch längst die Balance verloren. Wenn jetzt auch noch Talkshows in Afghanistan aufgezeichnet und Bilder für die Regenbogenpresse inszeniert würden, dann dienten die Soldaten nur noch als Kulisse.

Wie ein Fürst in alten Zeiten

Die «Süddeutsche Zeitung» spricht gar von einem Ego-Feldzug am Hindukusch. Wie ein Fürst in alten Zeiten ziehe Karl-Theodor zu Guttenberg mit Gattin und Haushofmeister zu seinen Soldaten. Zwar sei es begrüssenswert, dass der Verteidigungsminister die Truppen in Afghanistan besuche, aber leider mache er daraus eine grosse Show.

Fest steht nur eins: Karl-Theodor zu Guttenberg, der als heisser Kandidat für die Kanzlernachfolge gilt, liebt ebenso wie seine blonde Frau die Selbstinszenierung. Ein etwas adeliges Gehabe, gepaart mit dem perfekt beherrschten Spiel auf der Klaviatur der Mediendemokratie. Deutschland hätte es wissen müssen: Schon einmal posierte der Freiherr unbescheiden: Als Wirtschaftsminister auf dem Time Square für die Fotografen posierte. Ohne Blondine zwar. Für ein nächstes Mal hätten wir bereits einen Tipp für die passende Begleitung: Deutschlands Prinzips Blond: Daniela Katzenberger.