Terror in Paris
Was ist wann und wo passiert? – Die Chronik der Pariser Terrornacht

Eine beispiellose Terrorserie erschüttert Frankreich: Bei sieben Anschlägen in Paris sterben in der Nacht auf Samstag mehr als 100 Menschen. Sämtliche Attacken beginnen praktisch zeitgleich, um 21.30 Uhr abends. Der Überblick.

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Eine beispiellose Terrorserie erschüttert Frankreich: Paris erlebt eine Terror-Nacht.

Eine beispiellose Terrorserie erschüttert Frankreich: Paris erlebt eine Terror-Nacht.

Keystone

Freitagabend, 21.30 Uhr: Blutbad im «Bataclan»

Blutbad im Bataclan in Paris

Blutbad im Bataclan in Paris

Keystone

Freitagabend am Boulevard Voltaire, in Paris' beliebtestem Ausgehviertel: Das Konzert der Band «Eagles of Death Metal» ist ausverkauft, rund 1'500 Menschen befinden sich im Saal des «Bataclan Theatre».

Gegen 21.30 Uhr stürmen vier Bewaffnete den Saal und eröffnen das Feuer auf die Menge. Mindestens zehn Minuten schiessen sie um sich. Panik bricht aus. Die Band kann sich in den Backstage-Bereich retten.

Grosser Polizeieinsatz in der Nacht auf Mittwoch im Pariser Vorort Saint-Denis
38 Bilder
Bei dem Polizeieinsatz am Mittwoch wurden offenbar mehrere Polizisten verletzt
Auf zwei Flugzeuge der Air France wurde eine Bombendrohung ausgesprochen
Das Spiel Deutschland - Holland wurde abgesagt
Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot rund um die HDI-Arena in Hannover präsent
Wladimir Putin und der russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu
Die deutsche Polizei hat bei Aachen drei Personen festgenommen
Präsident Hollande auf dem Weg zu seiner Ansprache.
US-Aussenminister Kerry in Paris
Das Bundeshaus in Blau-Weiss-Rot.
Die bei den Terroranschlägen von Paris schwer verletzte Schweizerin wird am Montag in einen Jet der Rega geladen.
Eine Polizei-Razzia in Molenbeek endete ohne Festnahme.
Verschiedene Häuser wurden von der Polizei durchsucht.
Der Polizeieinsatz in Brüssel ist umfangreich.
Französische Rafale-Jets haben am Sonntag Ziele des IS bombardiert
Ist er der achte Attentäter? Die französische Polizei veröffentlichte dieses Fahndungsbild.
Französische Polizeibeamte patrouillieren die Champs Elysées.
Der Eiffelturm bleibt weiterhin geschlossen und bewacht.
Gedenken auf dem Place de la Republique in Paris an die Opfer der Terrornacht
Blumen und Kerzen vor dem Club Bataclan in Paris.
Der Eiffelturm bleibt dunkel.
Ausnahmezustand in Paris: Über 120 Tote bei Attentaten.
Einer der über 200 Verletzten in Paris wird versorgt.
Tote, Verletzte, Sanitäter: Szene mitten in Paris.
Attentat-Opfer: Eine verletzte Frau wird ins Spital gebracht.
Trauer und Schock in der Nacht nach den Attentaten von Paris.
Schock und Trauer in Paris.
In der Nacht nach den Attentaten werden die ersten Blumen in Gedenken an die Opfer niedergelegt und Kerzen angezündet.
Frankreich steht unter Schock nach den Attentaten von Paris.
In Paris kam es am späten Freitagabend zu mehreren Explosionen, Schüssen und einer Geiselnahme in der Bataclan-Konzerthalle.
Tote vor einem Pariser Café.
Terroranschlag in Paris
Terroranschlag in Paris
Terroranschlag in Paris
Terroranschlag in Paris
Terroranschlag in Paris
Paris schwer bewacht.

Grosser Polizeieinsatz in der Nacht auf Mittwoch im Pariser Vorort Saint-Denis

Keystone

21.30 Uhr: Explosionen beim Stade de France

Frankreich und Deutschland liefern sich ein Freundschaftsspiel. Die erste Halbzeit läuft. Präsident François Hollande ist da, auch der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier.

Präsident Hollande wird im Stadion über die Ereignisse informiert

Präsident Hollande wird im Stadion über die Ereignisse informiert

ho/Elysee Palace

Fast zeitgleich mit dem Angriff im Bataclan, kurz vor 21.30 Uhr, knallt es drei Mal, hör- und spürbar. Zunächst weiss niemand, was los ist. Das Spiel wird fortgesetzt. Hollande wird aus dem Stadion gebracht, die Ein- und Ausgänge abgeriegelt.

Eine halbe Stunde vor Ende des Spiels machen erste Gerüchte die Runde: Ein Café und ein McDonald's-Restaurant sollen Ziele von Anschlägen gewesen sein.

Nach dem Abpfiff fliehen die Menschen aufs Fussballfeld. Die Spieler harren in den Kabinen aus.

Das Spielfeld wird geöffnet für die Fans, um Panik zu vermeiden.
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François Hollande und Walter Steinmeier im Stade de France. In der ersten Halbzeit ahnten die beiden Staatsmänner noch nichts von den Attentaten.
Hollande informiert sich im Stadion über die Ereignisse in der Stadt.
Keine Panik, aber Aufregung nach dem Spiel: Die Nachrichten über die Attentate dringen langsam durch.
Ratlosigkeit, Schrecken: Die Zuschauer nach Spielschluss im Stadion.
Die Fans können es noch kaum fassen, was draussen vor dem Stadion passiert sein soll.
Stade de France.
Fans zwischen Schock und Ungläubigkeit: Was war da während des Spiels vor dem Stadion wirklich passiert?
Stade de France während Attentat
Das Stade de France nach Spielschluss.
Sprachlosigkeit. Fussballfans nach dem Spiel, als bekannt wurde, dass der Knall eine Bombe war.

Das Spielfeld wird geöffnet für die Fans, um Panik zu vermeiden.

Keystone

21.30 Uhr: Rue Alibert/Rue Bichat

Zeitgleich mit der Stürmung des Bataclon und den Anschlägen beim Stade de France eröffnen mindestens zwei bewaffnete Männer das Feuer auf die Bar «Le Carillon» im Zentrum von Paris sowie auf das gegenüberliegende Restaurant Petit Cambodge.

Den Männern soll nach der Attacke die Flucht gelungen sein. Derweil wird auf die Pizzeria «La Casa Nostra» ein Anschlag verübt: Fünf Menschen werden durch Schüsse aus einer automatischen Waffe getötet. Am Boulevard Voltaire sprengt sich ein Mann in die Luft, am Boulevard Beaumarchais kommt es zu einer Schiesserei.

21.30 Uhr: «La Belle Equipe»

Kurz vor 22 Uhr kommt es an der Rue de Charonne östlich der Bastille zu einem weiteren Massaker: Vor dem Café «La Belle Equipe» fährt mindestens ein Attentäter vor, steigt aus einem Auto und feuert mehrmals auf Menschen auf der Kreuzung, an der das Lokal liegt.

23 Uhr: Erste Berichte von Toten

Die Berichte überschlagen sich. Rund eine Stunde nach den Attacken bestätigt die Polizei erste Zahlen: Mindestens 18 Menschen seien bei der Attacke an der Rue Charonne gestorben, 14 Menschen beim Anschlag auf das Restaurant «Le Carillon».

Derweil ist im Bataclan eine Geiselnahme in vollem Gange. Die Polizei spricht von 15 Todesopfern im Theater. Vielen Konzertgängern gelingt die Flucht. 60 Menschen seien noch immer im Saal, meldet Reuters.

24 Uhr: Polizei stürmt Bataclan

Die Zahl der Todesopfer steigt laufend. Inzwischen berichten mehrere Medien übereinstimmend von mindestens 60 Toten.

Nach Mitternacht stürmt eine Spezialeinheit den Konzertsaal. Es kommt zur Schiesserei zwischen Geiselnehmern und Polizei. Drei der vier Attentäter zünden einen Sprengstoffgürtel. Alle Angreifer sterben.

Kurz vor 00.30 Uhr bestätigt die Polizei zwei Selbstmordattentate und eine Explosion beim Stade de France. Vier Menschen seien gestorben, darunter drei Angreifer.

Um 00.50 Uhr meldet die Polizei das Ende des Einsatzes beim Bataclan. Zeitgleich meldet sich die Band «Eagles of Death Metal» über Facebook. Die Musiker sind unverletzt.

24 Uhr: Notzustand in Frankreich

Noch vor Mitternacht reagiert Frankreichs Präsident Hollande auf die Anschläge: Erstmals in der Geschichte Frankreichs wird im ganzen Land der Notzustand, Plan «Rouge Alpha» ausgerufen. Die Behörden schicken Soldaten ins 10. und 11. Arrondissement. Sie sollen die Viertel sichern. Die Grenzkontrollen werden verstärkt. Entgegen ersten Ankündigungen bleiben sie aber geöffnet.

Nach Angaben des Élysée-Palastes wurden 1500 zusätzliche Soldaten mobilisiert, um die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt zu verstärken. Politiker aus der ganzen Welt melden sich zu Wort.

01:00 Uhr: IS bekennt sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat bekennt sich zu den Attacken in Paris – und droht mit weiteren Anschlägen: Namentlich in Rom, London und Washington.

Die American Airlines verkündet, Paris nicht mehr anzufliegen. Der Flughafen bleibt offen.

Samstagmorgen: Die schreckliche Bilanz

Am Samstagmorgen wird die Schwere der Anschläge in Zahlen gefasst. Mindestens 120 Menschen seien getötet worden, heisst aus Ermittlerkreisen, 200 weitere wurden verletzt, 80 davon schwer.

Mindestens acht Attentäter kamen ums leben, meldet die Polizei. Sieben davon töteten sich selbst. Noch immer ist aber unklar, ob weitere Angreifer oder Komplizen auf der Flucht sind.