Italien
Wegen der «Barbarei» in Paris sorgt sich Rom um «Heiligen Jahres»-Pilgerer

Zu dem von Papst Franziskus ausgerufenen «Heiligen Jahr» werden ab Dezember Millionen Pilger in Rom erwartet.Die Befürchtungen über einen Terroranschlag gegen die Hauptstadt des Christentums steigen.

Dominik Straub, Rom
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Im «Heiligen Jahr» werden über 30 Millionen Pilgerer in Rom erwartet. (Archivbild)

Im «Heiligen Jahr» werden über 30 Millionen Pilgerer in Rom erwartet. (Archivbild)

/EPA ANSA/ETTORE FERRARI

«Den Namen Gottes zu verwenden, um zu töten, ist Gotteslästerung», betonte Papst Franziskus am Sonntag beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz.

Angesichts der «Barbarei», die Paris erlebt habe, könne er diesen «unsäglichen Angriff gegen die Würde der Menschen» nur verurteilen und erneut bekräftigen, dass die Gewalt und der Hass niemals die Probleme der Menschheit lösen würden.

Vor dem sonntäglichen Auftritt des Papstes waren auf dem Petersplatz die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verstärkt worden; Dutzende von schwer bewaffneten Polizisten bewachten die Zugänge zu der von den berühmten Bernini-Kolonnaden gesäumten Piazza. Rom und insbesondere der Petersplatz gelten als besonders gefährdet: Der islamische Staat führt seit Monaten einen Psycho-Krieg gegen die «Zentrale des Kreuzfahrertums».

So war schon im Januar im Internet ein Video veröffentlicht worden, in welchem die Terroristen ankündigten, sie würden «Rom erobern, die Kreuze zerstören und eure Frauen versklaven, zum Wohlgefallen von Allah».

Grosse Sorgen bereitet den Behörden vor allem das von Franziskus ausgerufene «Heilige Jahr der Barmherzigkeit», das am 8. Dezember offiziell eröffnet wird. Zum Jubiläumsjahr werden über dreissig Millionen Pilger in der Ewigen Stadt erwartet – und die Befürchtung ist gross, dass die Terroristen den Menschenandrang zu einem grossen Terrorschlag gegen die Hauptstadt des Christentums ausnützen könnten. Verschiedene Politiker haben bereits die Frage aufgeworfen, ob die Durchführung des «Heiligen Jahres» in einer «verletzlichen Stadt wie Rom» noch opportun sei.

Von einer Absage des «Heiligen Jahres» will man im Vatikan freilich nichts wissen. «Das Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit brauchen wir nun erst recht», betonte der Sprecher des Heiligen Stuhls, Pater Federico Lombardi. Wenn man sich nun verängstigen lasse, dann hätten die Terroristen ihr wichtigstes Ziel erreicht – «das ist ein Grund mehr, mit Mut und Entschlossenheit der Versuchung der Angst zu widerstehen», sagte Lombardi.